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Kritisch berichtigt, erklärt und mit einer literar-
historischen Einleitung versehen

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Druck und Werlag von Friedrich Mauke.
1 8 4 8.

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Q. Horati u s Fla c c u s ') wurde am 8. December des J. 689 . U. c. (65 a. Chr.) unter dem Consulate des L. Aurelius Cotta und . Manl. 'Torquatus *) zu Venusia geboren, einer kleinen Stadt in der Nähe der Grenzen von Apulien und Lucanien*), wo sein Water, eim Freigelassener*), das Amt eines öffentlichen Einkassirers verwaltete*) und im Besitze eines kleinen Gutes war °). Aus seinen Rinder

1) Horat. Sat. II, 6, 37: te Orabant hodie meminisses, Qvrvte reverti. Od. IV, 6, 44. Ep. I, 14, 5: melior sit Hon.uti vs an res. Epod. XV, 12. Sat. II, 1, 18: Fi, acci Verba per attentam non ibunt Caesaris aurem. Den Namen H o r a t i u s erhielt des Dichters Vater entweder von seinem Freilasser (s. R ei n, Röm. Privatrecht S. 286.) — was deshalb möglich ist, weil es im J. 71 1 noch Horatii aus dem berühmten GeschlechteT der Horatier gab, s. Cic. ad Fam. XII, 30. — oder von der Tribus Horatia, zu welcher die Militärcolonie Venusia gehörte ; s. C. L. G r o t e fe n d's Abhandl.: „Woher hat Q. IIor. FI. seinen Naimen?** in d. Ztschr. f. Alterth. 1834. S. 182 ff. Einem andern Horatius erwähnt auch Martial. IV, 2, 2., noch andere s. bei G 1 a n d o r p. Onomast. rom. S. 402. Um's J. 1450 übersetzte ein Dichter gleiches Nam ens den Homer metrisch, s. Fa b r i c. bibl. med. et inf. lat. III. S. 824. — Ueber die Bedeutung des Namens Flaccus (Schlapprohr) s. S t r o d t m a n n S. VII. W e h e r S. 6. 2) Od. III, 21, 1. Epod. XIII, 6. Ep. I, 20, 27 : Me quater undenos sciat implevisse Decembres, Collegam Lepidum quo durit Lollius anno (d. i. 733). Sueton. vita Hor. 6: Natus est VI Idus Deccmbr. L. Cotta et L. Torquato Coss. Andere nehmen fälschlich 688 oder 687 an, s. S t r o d t m a n n S. VII. 3) Sat. II, 1, 34: Sequor hunc, Lucanus an Apulus anceps, Nam arat finem sub utrumque colonus. Od. III, 4, 9. Die Colonie der Daunier, Venusta, wurde 462 gegründet, s. Plin. h. n. III, 11. Vellei. I, 14. Strab. VI. S. 195. Martial (VIII, 18, 5.) nennt den II. sogar einen Calabrier, weil deren Gebiet an das der Apulier stiess. 4) Od. II, 20, 5. III, 30, 12. Sat. I, 6, 6. 45. Ep. I, 20, 20: Me libertino natum patre. Libertinus war nämlich damals nicht der Sohn eines Freigelassenen (libertus, d. i. der Freigelassene im Gegensatze zu seineum Patron), sondern der Freigelassene überhaupt, dessen Sohne die I n g e n u i t ä t (d. i. die Rechte der freien Geburt) zukam ; s. Snet. Claud. 24. R e i n S. 270. Daher bedarf es der Annahme gar nicht, dass II. diese Rechte vom Augnstus erhalten habe (s. untcn Anm. 2 l.), nur musste er erst nach seines Vaters Freilassung, nicht vorher geboren sein ; s. R e i n a. a. 0. Nach G. F. G r o t e f e n d war derselbe ein Grieche ! 5) Sat. I, 6, 86 : Nec timuit, sibi ne vitio quis verteret, olim Si praeco pnrvas ; aut, ut fuit ipse, coactor Mercedes seqmerer. Coactores waren zunächst Einkassirer von Auctionsgeldern (Cic. pro Cluent. I.XIV, 180.), welche 10 pro Cent für ihre Mühe erhielten (Cic. pro Rab. XI, 30.) ; dann überhaupt EinKassirer (Sen. Ep. 81.). Nach S u e t o n (I. 1. 1.) war Horaz' Water eractionum coactor (Andere corrig. erauctionum), d. i. ein Einkassirer indirecter Steuern (vectigalia) und Schiffszólle u. s. w., welche an die Publicani verpachtet waren ; s. die Stellen bei R e i n S. 333. Die Worte bei Sueton : ut vero creditum est, salsamentario, cum illi quidam erprobrasset in altercatione : quotiens ego vidi patrem tuum brachio se emungentem ? sind nach dem eiwstimmigen Urtheile der Erkl von einem Grammatiker interpolirt, die des Dichters Vater aus Missverständniss d. ob. Stelle der Sat. zu einem praeco machen ; s. d. vita bei Mitscherl. S. CI.XIlI. 6) Sat. l. l. 7 I : pater ... macro pauper agello. Dass Horaz' Water dieses Gut verkauft habe, als er seinen Sohn nach Rom brachte, und dass er erst

jahren war dem Dichter keine Erinnerung weiter geblieben, als an èine fabelhafte Erscheinung auf dem Berge Voltur 7) und an einen nale bei Venusia Iebenden Landmann 0fella *) ; dagegen ist uns nicht einmal der Name seiner Mutler bekannt °). Der Vater gewöhnte den Rnaben frühzeitig am Sittlichkeit und Mässigung '"), und zog es vor, um ihm eine bessere Bildung zu geben, ihn nicht in die Elemenlarschnle des Flavius '') in Venusia zu schicken, sondern naeh Itom zu bringen, wo er eine Lehranstali der Grammatiker besuchte, in welcher Orbilius Pupillus '*) den Söhnen reicher Senatoren den IHomer und Livius Andronicus einprägte. Nach Anlegung der Toga virilis begab, sich Horaz zu weiterer Ausbildung nach Athen, wo er den Worlesungen der Philosophen beiwohnte '°). ' Nach

hier, nicht in Venusia, die Geschäfte eines coactor versah, sind grundlose Annahmen; vgl. unten Anm. 20. nnd 0 b b a r i u s in Ztschr. f. Alterth. 1834. S. 912. Nach D ü n t z e r II. S. 29. legte er dieses Amt nieder, um sich der Erziehung seines Sohnes ganz zu widmen. 7) Od. III, 4, 9. 8) Sat. II, 2, 112: puer hunc ego parvus Ofellam Integris opibus novi non latius usum etc. 9) Ueber seine Amme s. zu Od. III, 4, 10. Die Scholien beziehen auch Sat. I, 9, 30. (namque instat fatum mihi triste, Sabella Quod puero cecinit divina mota anus urna) auf dieselbe. 10) Sat. I, 4, 107 : Cum me hortaretur, parce, frugaliter atque Viverem uti contentus eo, quod mi ipse parasset. Ib. 6, 82: Ipse mihi custos incorruptissimus omnes Circum doctores aderat. Vgl. E. F r a n c k ii diss. de IIoratii educatione insignis edncationis exemplo. Erford. 1790. 4. 11) Sat. I, 6, 71 : Noluit in Flavi ludum me mittere, magni Quo pueri magnis e centurionibus orti Laevo suspensi loculos tabulam que lacerto Ibant, octonis referentes idibus aera ; Sed puerum est ausus Romam portare docendum, Mrtes etc. Sinn : ,,Mein Vater wollte mich nicht nur in dem Rechnen (das zu dem niedrigsten Unterrichte gehörte ; s. die Stellen bei B e r n h m r d y, Röm. Literaturgesch. S. 21 f.), wofür Kinder reicherer Eltern an den Iden eines jeden Monats eim geringes Schulgeld zahlten, sondern auch in den Künsten unterrichten lassen ; daher brachte er mich mit einem sein Vermögen übersteigenden Aufwande nach Rom.** Vgl. über die verschiedenen Erklärungen d. St. C. F r. H e r m a m n i disput. de Hor. Sat. I, 6, 72. Marb. 1841. 4. u. Denselb. in Ztschr. f. Alterth. 1842. S. 234 ff. O b b a r i u s ehendas. 1841. S. 474 ff. — Wann H. nach Rom kam, ob 696 (C. A. W e i c h e r t , De L. Vario et Cass. Parm. poet. p. 38. F r a n k e S. 9. Anm. 10.) oder 699 (700, s. M a s s on S. 19.) kann nus der angef. Stelle nicht mit Gewissheit behauptet werden. 12) Ep. II, 2, 42: Romae nutriri mihi contigit atque doceri, Iratus Graiis quantum nocuisset Achilles. Ep. II, 1, 69: Non equidem insector delendave carmina Livi Esse reor, memini quae plagosum mihi parvo Orbilium dictare. Vgl. ùb. diesen Unterricht B e r n h a r d y l. I. S. 17. Ueber den strengen Orbilius aus Benevent s. Sueton. de illustr. grammat. 9. und über die nndern Lehrer des H., welclie er nicht namentlich aufführt, Sat. I, 6, 82 (oben Anm. 10.). 13) Ohne Zweifel nahm H. die Toga vir. nach damaliger Weise im 1?. Lebensjahre (705), s. Sat. I, 2, 16. Vgl. Ep. II, 2, 43: Adiecere bonae paullo plus artis Auhenae, Scilicet ut possem curvo dignoscere rectum Atque inter silvas Ἀcademi quaerere perum. Die Worte curvo dign. rectum erklären Wiele ganz unrichtig von der Geometrie (8. D a c i e r zu d. St.), da sie sich vielmehr auf die Lehre der Stoiker und Peripatetiker beziehen, welche durch Unterscheidung des Wahren und Falschen zum höchsten Gute gelangen wollten und sich der Logik als Mittel zum Zwecke bedienten ; s. Diog. Laert. VII. §. 46. Curv. gebraucht ähnl. Pers. IV, 11, 12: rectum discernis, ubi inter Curva subit. Vgl. a

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