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Flügel baute man an einer Rikofdbett - Batterie F auf 6 Geldüße gegen die rechte Face der Bastion de Lima bourg; aud wurde auf jedem Flügel an einer Mörser: batterie , A und B, jede für 12 Mörser, gearbeitet, aus denen 250 Pfund schwere Bomben geworfen wer: den sollten. Auf den linken Flügel der Batterie A kas men 3 große Mörser, welche 500 Pfund sawere Bomben warfen, zu stehen, um durch sie die Hauptschleuße H, welche die überschweinmung gespannt hielt, zu zerstören. Auf der linken Seite der überschwemmung wurde die Transchee für die Anlage einer Rikoshetts bat:erie gegen den links gelegenen Ravelin gerichtet.

Nachdem die Parallelen gut eingerichtet und bereket waren, so daß man von Ausfallen der Belagerten nichts mehr zu fürchten hatte, bemerkte Vauban gegen den Marsal Catinat, daß man die Kavallerie auf den Flügeln nicht mehr bedürfe. Die Belagerer reizten das Feuer gegen die Bertheidiger fort, welche am Sage bei: nabe nicht mehr, weter aus Kanonen, noch aus Kleis nem Gewehr, (doßen; nur in der Nacht ließen sie fich manchmal noch hören, so daß erstere mit dem geringen Verluste von einem getödteten und drei verwundeten Soldaten die Annäherungen bis auf 10 oder 12 Klafs ter von den Spißen der ausspringenden Winkel führten.

In der Nacht auf den 28. Mai kam man mit der linken und der mittlern Sappe den Pallisaden schon sebr nabe. Am äußersten redten Flügel der ersten Parallele wurde eine Rikoschettbatterie G gegen den rechs ten Collateral - Ravelin, und auf dem linken Flügel in der zweiten Parallele eine Batterie K zu bauen angefangen (diese legte ist wahrscheinlich statt Nro. 1 errichtet worden, um daraus in größerer Nabe richti:

ger zu schießen). Die Rikoíchettbatterie C gegen den linken Collateral-Ravelin war schon im Baue begriffen. an der Spige der Sappe vor dem Mittel - Ravelin wurde, zur Vertreibung der Feinde aus dem aussprin: genden Winkel durch Senkfdüffe, ein Transchee - Car valier errichtet. *) Die Belagerungsarbeiten wurden auf gutem Boden überhaupt so ordnungsvoll ausgeführt, wie auf einem übungsplage.

Die Mörserbatterie A zur Linken fing am 28., jene B zur Rechten aber erst am 30. zu feuern an. Die einzige Bestimmung derselben war, mit zur Vernich

: tung der Vertheidigung beizutragen. Sie warfen daber ihre Bomben nur in die Werke, und besonders in die Collateral - Piavelins, von denen die Belagerer am meisten beunruhiget wurden, weil die Rikorchettbatterien gegen jene Ravelins noch nicht spielten. In der Mörs

*) Ein unverschanzter bedeckter Weg wird gewöhnlich,

von der dritten Parallele aus, mit Sturm auf einmal genommen, und durch die fliegende Sappe gekrönt (fich darauf verschanzt). Liegen aber in dem bedeckten Weg, Werke, aus denen man einen tapferen Widerstand zu erwarten hat, so muß man sich ihm durch den langsamen Gang der Sappe nähern. Hierbei leisten die Lauf grabentaben (Cavaliers de tranchée), welche als ers böhte Schießstände, auf 12 bis 15 Klafter Entfernung von den Spißen der ausspringenden Winkeln des bes deckten Wegs, zu beiden Seiten der Kapitallinie, bei nahe parallel mit den Zweigen desselben, aus überein, ander gefekten Schanzkörben und Erde errichtet wers

den Nußen: daß sie durch Senkschüsse diese Vorsprünge von den Vertheidigern rein halten, damit die Sappeure unter weniger Gefahr gegen diese Spi: gen arbeiten können,

den,

serbatterie zur Linken waren g der gewöhnlichen und die 3 großen Mörser. Die Besorgung der Legteren wurs de einem erfahrenen Bombardier - Offizier, in deffen Geschicklichkeit man viel Bertrauen setzte, übertragen; weil besonders viel daran gelegen war, die Schleuße zu öffnen. Die Spannung der Überschwemmung betrug zehn Fuß über die gewöhnliche Wasserhöhe, und man mußte besorgen, daß dieser Wasservorrath zu der Zeit in die Graben strömen gelassen würde, wenn die Bes lagerer mit dem Übergangsdamme bald fertig wären; wodurch dieser zerstört worden, und durch den starken Ablauf der Überschwemmung zugleich ihre Verbindungsbrücken unterhalb der Festung in Gefahr gekommen wären.

Die Franzosen hatten ihre Annäherungen stets mit der vollen Sappe gemacht, und beständig ihr Augen: merk auf die Spiße derselben gerichtet, um den feinds lichen Unternehmungen darauf allsogleich begegenen zu können. Vauban wollte Anfangs, in einem Abstande von 10 S.lafter von den Spißen des bedeckten Wegs, die Annäherungen durch eine dritte Parallele zusammenhängen; da man aber mit der zweiten etwas näher, wie gewöhnlich, vorgerückt war, so unterblieb dieses.

In der Nacht auf den 30. Mai sollte die Krönung der Spigen an den drei ausspringenden Winkeln des bedeckten Wegs gemacht werden. Da diese Arbeit die größte Aufmerksamkeit erforderte , so blieb Vauban gegenwärtig. alud der Marshall Catinat fand sich in der Transdee ein. Als Vauban denselben zu den TransdeeCavaliers vor der Ravelins - Spige begleitete, erhielt

durch einen Pretschuß eine starke Kontufion an der ļinken Schulter , welche jedoch seine Thätigkeit keines:

wegs verminderte; obgleich dadurch seine Wunde rich verschlimmerte. - Der Ingenieur, welcher vor dem Ba. stion von Namur die Arbeit leitete, ließ, als er der Spite des Winkels nahe gekommen war, ein logement längst den Zweigen desselben anfangen ; aber Vauban befahl, die drei ausspringenden Waffenplätze zugleich anzugreifen. Die Feinde zogen sich nach geringem Widerstande daraus zurück, und man fing sogleich an, dieselben zu krönen; welche Arbeit zur linken und in der Mitte schon am 30. Morgens, jene vor dem Bastion de Limbourg aber erst am 30. Abends beendigt wurde; denn hier war man schon von Anfang immer etwas zu: rück. Bei diesem Unternehmen wurden nur 3 franző: fische Soldaten getödtet, und 2 Ingenieurs und 8 Mann verwundet. Die Rikoshettbatterien doben nun wah: rend der Nacht nicht mehr; um die eigenen Leute keis ner Gefahr auszuseßen. Die Vertheidiger benutzten dies ses sogleich, um ein starkes Flintenfeuer auf die von ihnen verlassene Theile des bedeckten Wegs zu unter: halten. Die Sdleuße auch zu beschießen, wurde in die: ser Nacht die Batterie J auf zwei Kanonen dagegen erbaut, um vereint mit den schweren Mörsern, welche seit zwei Tagen ihre Bomben darnad warfen, ihre Zer: störung zu bewirken.

In der Nacht auf den 31. Mai fing man an, die gemachten Krönungen miteinander zu verbinden; womit man am Tage zu Stande kam. Die Vertheidiger widersetzten sich diesen Arbeiten nur durch einiges Gewehr: feuer aus den Halbmonden. Aus den Seitenwerken fie: len die Vertheidiger den Belagerern am beschwerlichsten, obgleich Lettere viele Bomben dahin warfen; nach dem aber die Rikosdettbatterien dagegen spielten, ließ

die Vertheidigung nach. Die Breschebatterie gegen die Ravelins - Face, und die Contre - Batterie gegen den Theil der Bastions - Face, welcher den Ravelins - Gra. ben bestreicht, wurden bergestellt und bewaffnet; auc fingen die Mineurs an, mit der gedeckten Sappe an der Grabenabfuhrt zu arbeiten. Um diese Zeit ließen die Bertheidiger, vor der Spiße des Ravelins jur

Lins ken, eine Flattermine spielen; da ibr' aber die Belage: rer noch nicht nabe genug waren, so that sie keinen Schaden.

2m 31. Mai früh gegen fünf ubr fiel endlich eine der großen Bomben auf die Schleuße, und zers brach sie, unerachtet ihrer Bedeckung von Balken und Mist. Das Wasser lief nun in die Festungsgraben, und von da in die untere Dender ab; wo es aus den Ufern trat, so daß die Franzosen für ihre Brücken Gefahr besorgten ; und wenn die Zerstörung in der Nacht gescheben wäre, so würden sie gewiß zerrissen worden seyn. Der Marschall Catinat und Vauban fanden sich glück licher Weise ein, und trafen alle möglichen Vorkehruns gen; so, daß man sie durch viele Anstrengung erhielt. In den Straßen der Stadt stand das Wasser vier Fuß bod; es lief in die Keller, wobin die Einwohner ibre besten Sachen gebracht hatten, um sie vor dem Ver: brennen zu bewahren; sie litten dadurch großen Scha: den. Nach fünf Stunden war alles Wasser abgelaufen, zur größten Zufriedenheit der Belagerer, aber zum größten Verdruß der Belagerten, deren bestes Verthei: digungsmittel mit einmal verloren war. Da das Feuer dagegen fortgelegt wurde, so versuchten die Bertheidi: ger auch die Wiederherstellung nicht. Gegen eilf Uhr Vormittags hatte der Fluß wieder seine gewöhnliche

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