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vors und zurückgeben mußten, so erlitten jie großen Verlust. - Die französischen Generale waren überzeugt, daß mit jeder verlorenen Minute auch mehr und mehr die Möglichkeit schwand, hier den Plan ihres Felds berrn auszuführen. Sie stellten sich daher, Einer nach dem Andern, an die Spige frischer Truppen, um die bereits geworfenen Halbbrigaden zu erseßen, und durch neue Ungriffe endlich jene Brücke zu erstürmen. Aber alle ihre Anstrengungen fcheiterten an der unersbütters lichen Festigkeit der Verteidiger. Das verheerende Feuer derselben streckte immer ganze Scharen der Franzosen nieder, ehe dieselben in die Nähe der Brücke gelangten.- Sfon waren die Generale Verdier, Bon, Þerne und Lannes verwundet zurückgebracht wors den. Jeßt fekte sich augere a u selbst an die Spitze einer Kolonne von zwei Grenadier-Bataillons, ergriff eine Fabne, drang bis auf die Mitte der Brücke vor, und pflanzte sie auf derselben. Aber hier fand auch dies ser Sturm, wie alle früheren, sein Ziel. Die so weit vorgedrungenen Franzosen bedeckten die Brücke mit ibs ren Leichen. Nur wenige entkamen dem Kugelregen.

Die Brücke war befreit.

In diesem Momente traf Bonaparte selbst bei der Division Uugereau ein. Er befahl dem Gen. Guyeur, mit einer Halbbrigade nad Albaredo zu eilen, dort auf der Fähre die Etsch zu übersegen, dann schnell Arcole zu umgeben, und dadurch den Angriff von vorne zu erleichtern. Doch da die Ausfühs rung dieser Bewegung mehrere Stunden forderte, nun aber die Zeit von Minute zu Minute Kostbarer wurde, so gab Bonaparte Befehl, den Sturm aufs Neue zu beginnen.

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Unter dieser Zeit waren die Bertheidiger von It's cole bereits durch einen Theil der Brigade Mitrovs by verstärkt worden. Die französische Kolonne, welde nun nochmals gegen die Brücke vordrang, wurde wieder zurückgeschlagen. Da stieg. Bonaparte vom Pferde, stellte sich an die Spiße der Grenadiere, und führte sie selbst gegen die Brücke. Er warf mit eigener Hand eine Fahne auf dieselbe, um durch deren dros henden Verlust die Grenadiere zu begeistern. Dod 21; les blieb vergeblich, und nachdem die wirklich so weit Vorgedrungenen ihre Kühnheit mit dem Leben gebüßt, war kein Mann mehr vorzubringen. Bonaparte batte sich bei diesem Sturme so ausgesegt, daß der General: Adjutant Belliard und einige Offiziere seines Ges folges sich vor ihm stellten, um ihn den Schüssen der Kroaten zu entziehen, welche über den somalen Bas häung auf ibn und seine Umgebung zielten. Damals wurde der Adjutant Muiron an Bonapartes Seite ersdoffen, und der General Pignolles, so wie der General Adjutant Belliard, wurden verwundet.

Nun begann Berwirrung in der Division Auges reau einzureißen. Die Soldaten drängten sich durcheinander, um aus dem verbeerenden Feuer zu kom: men. Der enge Damm erlaubte jedoch keine (onelle Fludt. Daher stürzten Viele, indem sie sich zu retten suchten, in die Moräste. Die allgemeine Unordnung wuchs, als die streicher über die Brücke, auf das rechte Ufer des Alpon, vorrückten, und die französische Kolonne auf dem Damme verfolgten. Bonaparte selbst wurde, sammt seinem Pferde, durch den Sdivarm in den Morast gestürgt. Soon waren die verfolgenden Ostreicher meyr als fünfzig Schritte übev jene Stelle Öhr. milit. Zeitsch. 1829. II.

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hinausgedrungen, wo der französische Feldherr unter feinem Pferde lag, und in der augenscheinlichsten Ges fahr fdwebte, gefangen zu werden. *) Doch der Ge. neral-Udjutant Belliard rief den nächsten Grenadie. ren zu, ihren Feldherrn zu retten. Diese kehrten um, drängten die Verfolger ein paar hundert Schritte zus rück, und dadurch wurde die Zeit gewonnen, Bonas

*) Das Mémorial und die Mémoires beschreiben diesen

Moment mit folgenden Worten: „Napoleon wagte in „eigener Person den lekten Versuch. Er ergriff eine Fahs „ne, stürzte sich auf die Brücke, und pflanzte sie auf „derselben. Die Kolonne, welche er führte, hatte beo „reits die Hälfte der Brücke zurückgelegt; aber das „Feuer der Ostreicher in deren Flanke," (, „und die Ans »»kunft einer frischen feindlichen Division, "i sagen dic Mémoires) „ınachte den Angriff scheitern.

Die an der Spige befindlichen Grenadiere, welche sich von dem „hinteren Theile der Kolonne verlassen faben, want „ten, und wurden mit in die Flucht fortgerissen. Doch , wollten sie ihren Feldherrn nidt im Stiche lassen. Sie mfaßten ihn bei den Urmen, bei den Haaren, bei den Stleidern, und zogen ihn im Fliehen mit sich fort, mit. „ten durch die Leichen, durch die Sterbenden, und durch den Pulverdampf. Der Obergeneral wurde in „einen Morast gestürzt. Er versant in demselben bis zum „halben Leibe. Er befand sich bereits mitten unter den Feinden. Da wurden die Franzosen erst gewahr, daß „ihr Feldherr nicht mehr mit ihnen war. Es erhob sich der Ruf: Soldaten! Vorwärts ! Nettet euren Genes „ral! - Die Tapfern kamen sogleich im vollen Laufe mzurück, warfen den Feind bis über die Brücke zurück, „und Napoleon war gerettet." (Mémorial. T. III. pag. 200-201 , und Mémoires de Nap. T. III. pag. 403-404.)

parten, doch immer noch unter dem heftigsten Feuer der Östreicher, aus dem Sumpfe zu ziehen.

So fab sich Bonaparte gezwungen, seinen ersten Plan aufzugeben: denn von einer überraschung Willanova 8, und von Umgebung der östreichischen Armee, konnte jeßt nicht mehr die Rede seyn. - Der Gen. Guyeur hatte unterdessen um vier Ubr N a dos mittags den Übergang bei 21baredo ausgeführt, und rückte, auf dem linken Ufer des Alpon, gegen Arcole vor, um das Dorf auf dieser Seite anzugreis fen; indeß die Division Augereau, von deren Flucht dieser General noch nichts wilfen konnte, über die Brüs cke in daifelbe eindringen würde. Guyeur traf erst spät abends bei Arcole ein. Gegen sieben uhr griff er das Dorf an, wurde jedod von den Ostreichern zu: rückgetrieben, und Arcole behauptet. Die Truppen ders folgten die weichenden Franzosen. Aber eine andere 26theilung derselben umging indeß, durch die finstere Nacht begünstigt, das Dorf links, und drang von jener Seite in dasselbe ein. Jegt ließ Oberst Brigido Arcole räu. men, und zog sich gegen San Bonifacio, auf die dort als Reserve aufgestellten Bataillone der Brigade Mitrovsky zurück. Gu ye ur beseşte Arcole, und nahm dem östreichischen Nachtrab noch einige Gefangene und i Kanone ab. — *)

*) Hier findet sich eine Reihe von irrigen Angaben im

Mémorial de Ste. Hélène T. III. p. 203-203, und in den Mémoires de Nap. T. III, p. 404-406 : „Man lief" (am ersten Tage, den 15. November, sagt das Mémorial auf Seite 203) „an deč Mündung des A1: »pon eine Brücke schlagen, um Arcole von rückwärts

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Der FBM. Arvinty batte aus den Begebenbeis ten diefes Tages die Absicht seines Gegners erkannt,

„anzugreifen. Aber Alvinky war nun bereits von der „wahren lage der Dinge unterrichtet, und indem er ,,durch die Gefahr, welche feine Stellung lief, in „Schrecken geseßt wurde, verließ er Caldiero, ließ seis „ne Batterien schleifen, und schickte seine Parls, Ge. päcke und Bagagen über den Alpon zurück. (Dieses sas gen sowohl das Mémorial als die Mémoires.)

Die Bʻrü de über den alpon wurde von den Franzosen erst in der Nacht vom 16. auf den 17. ges schlagen. Guyeur ging (wie auch die Mémoires auf Sei: ten 404 – 405 e$ fagen) bei A1 baredo auf einer Fähre über die Etich, zum Angriff auf das Dorf at: cole. — Ulvinky räumte die Stellung von Saldiero erst am 17. November Nachmittags. Die maleris îche Schilderung, wie die Franzosen von dem „Kirch: thurm von Ronco' herab, mit Leidwesen die Östreicher a m 15. November abends abziehen, und sich so ihre Beute entwischen sehen“ (Mémoires p. 405, und Mémorial p. 202), - ist also durchaus Poesie. —

Die Erzählung der Vorfälle des 15. Nove 117 ber schließt mit einem Verzeichnisfe der Vortheile, welche von den Franzosen an diesem Tage dennoch er: kämpft worden: „Caldiero war geräumt, und Verona „drohte keine Gefahr mehr.“ „Zwei Divisionen U1. , vingys waren mit beträchtlichem Verluste geschlagen „worden.“ Zahlreiche Kolonnen öftreichischer Gefans „gener, und eine große Anzahl Siegeszeichen, zogen „durch das lager, erfüllten die Soldaten und Offiziere „mit Enthusiasmus, und jeder gewann wieder zutrauen „und die Vorempfindung des Sieges."

Diese Angaben sind durch die Tha tras chen, welche an diesem und den beiden folgenden Tas gen vorgingen, –a uch nach anderen Stellen

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