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bis zur Etsch, mit tiefen Morästen und sumpsigen Wies fen und Reisfeldern größtentheils bedeckt, und selbst im boben Sommer ungangbar. Man trifft nur um die · wenigen Dörfer und Meierhöfe einige trockene Flecken Landes an, auf welchen man kleine Trupps entwickeln kann. Um zu diesen zu gelangen, so wie um von jes nen Ortschaften weiter vorzurücken, muß man die durch die Sümpfe geführten Damme benügen. Gegenüber von Ronco, ungefähr zwölfhundert Sdritte oberhalb des Zusammenflusses des Alpon und der Etsch, vereinis gen sich zwei folche Dämme. Der Erste derselben zieht von Ronco rechts , längs dem rechten Ufer des Alpon, hinauf zu der Brücke, die über diesen Bad nach dem Dorfe Arcole führt. Dann geht der Dammweg weiter nach San Bonifacio. Es ist nöthig zu bes merken, daß dieser Damm, von Ronco aus, bei viers tausend Schritte fortläuft, ehe er wirklich, bei Ponte Zerpan, den Ulpon erreicht. Nun erst wendet er sich in einem Winkel lines, und läuft dicht am rechten Ufer des Ulpon fort, noch eine halbe Stunde, bis an die Brücke von Arcole. Diese leştere Strecke liegt also unter dem ganz naben Musketenfeuer der Truppen, welche auf dem linken Ufer des Alpon aufgestellt waren. Die Strecke aber von Ponte Zerpan bis Ronco, ift durch ihre immer größer werdende Entfernung vom Als pon, und durch den zwischenliegenden Wald, gegen eine solche Besdießung gesichert. - Der zweite Damm führt von Ronco links, durch den Morast, die Etich aufwärts, nach den Dörfern la 3erpa, Bionde, Belfior di Porcile, Madonna di Stra, und endet nabe bei Caldiero, an der Hauptstraße von Vicenza nach Vero:1a. Von diesem Damme trennt sich,

vor Bionde, ein anderer, der ganz nahe am linken Ufer der Etsch hinauf, nach Pagan und la Boda zieht. Diese Dämme sind die einzigen Wege, um von Ronco nach den gedachten Ortschaften zu gelangen. Zu den wenigen, auf trockenen Stellen zwisden den Sümpfen liegenden, einzelnen Häusern kommt man nur auf schmalen Fußsteigen. *)

*) Die Wahl des Punttes Ronco zum Übergange,

und des ungangbaren Winkels zwischen der Etsch und dem Alpon zum Schlachtfelde, wird in den Mémoires de N., und in dem Mémorial de Sainte-Hélène, ju rechtfertigen gesucht. Wir geben die angeführten Grüns de im Auszuge: „Die Brücke wurde bei Ronco, und nicht bei Albaredo, geschlagen, 1) weil Ulbaredo von östreichischen Husaren besegt war, die früh genug den FZM. Alvingy von dem Erscheinen der französt: Tchen Truppen, und den Anstalten zum Brüdenschlage, benachrichtiget bätten, Bonaparte gründete das Gelin. gen seines Planes auf eine überraschung. Nun hatte aber FZM. Aivinßy die Moräste, gegenüber von Rons co, nicht belegen lassen. Die durch dieselben führens den Dämme wurden nur zweimal des Tages von Hus sarenpatrullen durchsucht. — 2) Die französische Ar : mee zählte nur dreigehntausend Mann. Sie durfte nicht hoffen, dreißig tausend Ostreicher in einer Ebene zu schlagen, wo die Linien sich ausdehnen konnten. Aber auf von Morästen eingefaßten Däm: men, wo nur allein Spißen von Kolonnen zusammen: stofen konnten, war die Streiterzahl der Heere ohne Einfluß. 3) Ulvinky bereitete sich zum Sturm auf Verona. Sein Hauptquartier war nur drei lieues von dieser Stadt. Möglich war es, daß, während die französische Armee an der Etsch nach Ronco hinabzog, Alvinßy zum Angriff nach Verona rüdte, diese Stadt

Erster Schladt tag; der 15. November.

alle Vorbereitungen der Östreicher zum Übergange bei Zevio, und zur (deinbaren Bestürmung Veronas,

nahm, seine Verbindung mit dem Tiroler Korps aus. führte, und die zwischen zwei Feuer genommene Division Vaubois nöthigte, sich von Rivoli auf Peschiera zurückzuziehen. Die französische Armee mußte also obers halb des Einflusses des Alpon über die Etich Teßen, um kein Terrainhinderniß zu finden, wenn sie Alviatzy auf dem linken Ufer der Etsch nachrücken fodte, um Berona zu retten. Wäre Bonaparte bei Albaredo über die Etsch gegangen, so lag der Ulpon zwischen der französischen Armee und dem von den Direichern be: drohten Verona. Einige am rechten Ufer des Alpon aufgestellte Kroaten-Bataillons hätten hingereicht, den Marsch Alvinkys auf Verona zu decken. Wäre Verona verloren gegangen, so mußte die französische Armed sogleich den Rückzug antreten, und sich mit der Divis fton Vaubois bei Mantua vereinigen, um dem Gegner zuvorzukommen.“ (Mémoires T. I. p. 17-18; und ähnlich im T. III. p. 399-400, und im T. IV. p. 342.)

In dem Mémorial (T. III. p. 1964-197) werden beiläufig dieselben Gründe zur Rechtfertigung der Wahl de8 Punktes Ronco angeführt. An der Spiße dersel: ben wird das angeblide Mißverhältniß der Streit: Eräfte, in einem noch gesteigerten Verhältnisse, anges führt; welches 12,000 Franzosen nicht gestattet hätte, sich durch den übergang bei Albaredo , in einer freien Ebene, der Begegnung mit 45,000 Östreichern auszu. seßen (p. 195). In den Mémoires (T. III. p 400) werden die Vortheile aufgeführt, die Bonaparte das durch erhalten habe, daß er die Brüde herwärts vom rechten Ufer des Alpon, bei Ronco, hatte schlagen las: sen: 1) ,,nan bewoa dadurch die Östreicher zur Vor:

waren, wie gesagt, am Morgen des 15. Novembers bereits vollendet. In seinem Hauptquartier Gombio: n'e wollte der F3M. Ulvingy den Eintritt der Nacht abwarten; in welcher dann beide Unternehmungen aus: geführt werden sollten. Aber um neun Uhr Vors in ittags ertönten einige Kanonenschüsse aus der Ges gend von Ronco her, und versekten das Hauptquar: tier um so mehr in Unrube, über das, was allenfalls in jener Gegend vorgefallen senn konnte, da bis nun nod gar keine Meldung von irgend einer Bewegung des Feindes, oder von sonst einem bemerkenswerthen Umstande, dem östreichischen Feldherrn zugekommen war. Erft nad sebnuhr langte endlich der Bericht des Oberst Brigido an: „Daß der Feind in der ver

rrückung auf drei Straßen, durd einen weiten Mo: „rast.“

2) „Erhielten sich die Franzosen in Verbinendung mit Verona durch den Damm, welcher längs der Etsch, über die Dörfer Porcile und Gombione „läuft, wo Alvinßy sein Hauptquartier hatte; u. s. w."

Man dürfte hierbei wohl bemerken, daß, wenn die Östreicher fidh ganz auf die Bertheidigung beschränkt hätten, die Reihe, auf den drei Straßen, nämlich auf den Dammwegen, - vorzurüden, an die Franzosen kam;

. daß ferners die Verbindung mit Verona, mit: telft des über Porcile und Gombione laufenden Dammes, den Franzosen durch den Übergang bei Ronco nicht geöffnet wurde: denn dieser Weg war durch das Hauptquartier, das Centrum, und den rechten Flügel der Östreicher, bei Saldiero, Gombione, Vago, la Rotta und San Martino , gesperrt. Erst zu Ende des dritten Schlachttages, als die Östreicher jene Drte bereits verlassen hatten, stand den Franzo: sen dieser Weg nach Verona offen.

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ngangenen Nacht über die Etsd gefelt babe, und mit „einer starken Kolonne gegen Arcole vorrücke. Schon „babe er auf diesem Wege die bei Ponte Zerpan »gestandenen östreidischen Posten zurückgedrängt. Eine nf weite Kolonne ziehe auf dem Damme längs dem „linken Ufer der Etsdyr in der Richtung gegen Bion. „de, Belfior di Porcile, Gombione.“

Dieser so unerwartete Übergang des Feindes über die Etro, erschien anfangs nur als eine Demonstrazion, welche, von einigen tausend Mann unternommen, den Zweck hätte, durch einen falschen Angriff die Zertheis lung, der östreichischen Streitkräfte berbeizuführen. Doch man kam gar bald von dieser Meinung zurück, und nun ergriff die Division Provera die Waffen. Um e ilf ube marsdirte die Brigade G avasini auf der Straße nad Belfior di Porcile vor. Um zwölf Uhr erhielt der Gen. Brabed den Befehl, mit seiner Bris gade dem Oberstlieut. Gavasini zu folgen. Beide vers eint, sollten den feindlichen linken Flügel angreifen. - Dem Gen. Mitrousky, der eben im Unmarsch von Montebello war, wurde sogleich der Befehl zuges Ichickt, mit seiner Brigade über San Bonifacio nach Arcole vorzurücken, und den Oberst Brigido auf das nachdrücklichste zu unterstüßen. Dieser General konnte jedoch, ungeachtet der nöglichsten Beschleunigung seines Marsdes, erit um drei Ubr Nadmits tag 8 zu San Bonifacio eintreffen. Er blieb dann dort mit 2 abgematteten Bataillons als Reserve stehen. Sein vorderstes Bataillon und 1 Zug Hufaren hatte er schon um balb ein Uhr, zur Unterstügung der Brigade Brigido, gegen Arcole rücken lassen. - Der Artil: seriesReservepark und das Armeegepäcke erhielten gleich

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