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Vaubois in Tirol, Augereau und Marlená an der Brens ta und bei Caldiero erlitten, batten seine Armee eben

über die Chiusa herabziehe, um sich mit dem Armees
korpe (Ulvingy8) zu vereinigen; – daß sein Gegner
wenigstens 50,000 Mann zähle; - daß er nicht mehr
als 18,000 Mann denselben entgegenfeßen könne." -
Ich verzweifle, den Entfat Mantuas, welches fide
sonst in adyt Lagen ergeben haben würs
„de, , zu hindern. Geschieht dieses legtere Unglück, so
„werden wir gar bald hinter der udda seyn, und wohl
„noch weiter, wenn keine Verstärkungen eintreffen."
(Oeuvres complètes de Napoléon Bonaparte ; Pariser
Ausgabe, T. II. p. 213; Studtgardter Ausgabe, T. I.
p. 258–259.) In dem Mémorial de Sainte-Hélène
(T. III. auf den Seiten 190–194) und in den Mé-
moires (T. III. p. 394-398) wird die bedenkliche Las
ge der französischen Armee am 13. und 14. Novems
ber, mit lebhaften Farben geschildert. ,,Die geschlagene
Division Vaubois zählte nur mehr 6000 Mann.“
(Sn den Mémoires heißt es 8000 Mann.) - „Die
Divisionen Massena und Uugereau waren, durch den
mißlungenen Angriff auf die Höhen von Caldiero, und
durch den Rückzug auf Verona, gänzlich entmuthiget,

Sie hatten bereits so starke Verluste erlitten, daß
sie nur mehr 13,000 Streiter zählten." „Ulvinky
ließ die Leitern zur Bestürmung Veronas bereiten.“
„Die Garnison von Mantua mnachte zahlreiche Auss
„fälle,“ — (wie schon in einer früheren Note gesagt wur:
de: nicht einen einzigen vom 28. Oktober
bis zum 23. November,) „und konnte von
„den Blockadetruppen nicht mehr im Zaume gehalten
„Werden.“ - „atle Lage erhielten die Ostreicher neue

Verstärlungen;* ---(das Friaulerstorps teine mehr, seitdem es Ende 2 Eto berg an der Piase augelangt war,) – „die Franzosen hatten

po entmuthiget, als die Dstreicher begeistert. Die Ver: einigung der beiden östreichischen Korps war durch ihre Siege, und durch den Rückzug ihrer Gegner, gut vor. bereitet, und konnte nach ein paar Tagen mit leichter Mühe ausgeführt senn. Die Entscheidung des Feldzuges hing von dem Übergange der Etsd ab, welchen der FZM. Alvinty To eben bei Zevio ausführen wollte. Nach einer reifen Überlegung der Mittel, durch welche die französische Armee von den ihr drohenden Gefahren bes freiet werden könnte, beschloß Bonaparte, das Korps des FZM. Ulvinen anzugreifen, durch eine kühne Uns ternehmung demselben bedeutende Nachtheile zuzufügen, und dadurch dessen offensive Operazionen zu lähmen.

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„gar keine zu erwarten.“ Die Agenten Östreichs, „o wie jene Venedigs und des Papftes, verbreiteten „aller Orten die Nachricht von den Vortheilen, wels che Alvinky erfochten, und erhoben das übergewicht, s, welches er bereits über die Franzosen erhalten. Diese „konnten nirgends mehr zur Offensive (dhreiten ; da „auf der einen Seite ihre Augriffe auf Caldiero ge„scheitert waren, auf der anderen die Schluchten Ti: „rols der Schauplaß von Vaubois Niederlagen gewes „jen.“ – „Bonaparte mußte es seinem Gegner übers lassen, dem Gange der Fünftigen Begebenheiten, durch „seine ferneren Bewegungen, die Richtung zu geben."

Endlich wird erzählt, daß die Übermacht der Ostreis cher, das äußerst schlechte Wetter, die dadurch fast un, wandelbar gewordenen Straßen, der durch Verluste und Niederlagen gesunkene Geist der französischen Ars mee, Ursach zu überdruß und lauten Klagen gegeben hätten, die jedoch eine energische Proklamazion Bona: partes schnell gestillt, und alle Gemüther wieder mit Enthusiasmus erfüllt haben soll.

War dieser nächste Zweck erreicht; fo blieb aud der das von abhängende Entsaß von Mantua vereitelt, und die von dem Tiroler Korps gegen Vaubois erfochtenen Vortheile trugen dem kaiserlichen Heere keine weiteren Früchte.

Die Ausführung dieses Planes bereitete Bonaparte auf folgende Weise vor: Er wußte, daß die Lage Mane tuas es erlaubte, die Blockade der Festung, durch einige Tage, mit einer äußerst geringen Truppenzabl forte gufeßen; nämlich so lange, als der in Mantua einges schlossene Gegner von der eingetretenen Schwächung der Blockadetruppen noch keine Kenntniß erbält. - Bonas parte kannte auch die Stellung bei Rivoli; welde, auf eine kurze Zeit, ebenfalls von sehr wenigen Truppen gut vertheidiget werden kann. Diese reichten freilich nicht bin, die weitgedehnte Stellung ganz zu beseßen. Viele Punkte und Wege mußten dann offen gelaffen werden, deren sich die Angreifenden bemächtigen, die Stellung umgeben, und die dwache Beragung zur Räumung derselben zwingen konnten. Aber diese Bewegungen ders mochten die Angreifer, - wegen der großen Ausdeb. 'nung jener Gebirgsstrecke, und wegen den natürlichen Schwierigkeiten des Bodens, immer nur mit einis ger Aufopferung von Zeit auszuführen. Zeit war aber Alles, was Bonaparte gewinnen wollte. Ob die Posi: zion von Rivoli endlid erobert, und Vaubois in die Flucht getrieben wurde, mußte in seinen Augen als gleich gültig erscheinen; wenn dieses Alles nur so fpät als möge lich geschah, und unterdeffen der Hauptschlag gegen 21: pingy bereits gelungen war.

Bonaparte zog daber am Abend des 14. Novem: bers die Divisionen 2 ugere a u und Massena, aus

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der Stellung vom linken Ufer der Etfd vor Verona, in drei Kolonnen , über die drei Brücken und durch die Stadt, auf das redte Ufer der Etsch. Diese Stadt bes feßt zu halten, bestimmte er 3000 Mann, welche größe tentheils von dem Mantuaner Blockade : Korps genoms men wurden. Den Kommandanten des Lesteren, Div. Gen. Kilmainen bestimmte, der Oberfeldherr auch zum Befehlshaber in Berona. Er mußte nun noc von dem, durd die starke Detasdirung, nad Berona und zu der Division Baubois ohnehin so sehr geschwächten, Blockadeforps 1 Bataillon der 12. leichten Halbbrigade zur Division Uugereau stoßen lassen. Vaubois er: bielt den Befehl, die Stellungen bei Madonna della cos rona und Rivoli mit größter Unstrengung zu erhalten. - Bonaparte wollte mit seiner Hauptmacht am rechten Ufer der Etro binab, gegen Ronco gieben, in der Nabe dieses Ortes, oberhalb dem Einflusse des Tor: rente 21pon, auf das linke Ufer übergehen, fodann über Arcole und San Bonifacio vorrü: cken, - den Artillerie: Park, den Train und das Ges päcke der östreichischen Armee, welche der F3M. Alvintay bei Villanova steben gelaffen, und wo Bonaparte am Morgen de$ 15, Novembers schon einzutreffen hoffte (Oeuv. comp. Otudtg. Ausg., T. I. p. 262; Par. Ausg. T. II. p. 217), in Besiß nehmen, und das vor Verona stehende Friauler Korps von seinen Ma. gazinen und rückwärtigen Verbindungen abschneiden. Er glaubte, annehmen zu dürfen, daß der FZM. AI: vinky, sobald er den Marsd der Franzosen auf San Bonifacio erfuhr, don Vago herbeieilen würde, um seinen bedrohten Train und Artilleriepark zu retten. Er boffte aber, dieselben noch vor dem Eintreffen der kai.

serlichen Hauptmacht bereits erobert gu baben, und dann dem, über den Angriff im Rücken und über den Vers sust seines Parks und der Bagagen bestürzten, Friaus sér Korps, unter für dasselbe nachtheiligen Umständen, die Solacht zu liefern, - es zu besiegen, und in die Siroler Gebirge zu werfen.

Es ist zur richtigen Beurtheilung der nächsten Opes razionen und ihrer Erfolge nottwendig, noch einmal die Streitkräfte der beiden Heere, welche auf den vers schiedenen Punkten am 15. November Morgens einans der gegenüber standen, und an diesem und in den fole genden Tagen sich bekämpften, aufzuführen.

Bonaparte brachte bei Arcole und Porcile die Divifionen Waffen und Augere a'u ins Gefecht. Hierzu kamen noch die Infanterie - Reserve - Divie Fion Macquart, und die Kavallerie Reserve unter Beau revoirs Anführung. Die ausrückende Stärke dieser Truppen, am 15. November, mochte 18,000 Mann betragen. *) Die französische Beras . Bung Veronas unter Kilmaine, wie schon ers

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*) Nach der Situation de l'armée d'Italie à l'époque de

la bataille d'Arcole, en 1796 (im Tome IX. von Jomini
Histoire des guerres de la révolution, Beilage zur Sei.
te 158), von welcher wir vorausseßen, daß sie vor dem
Beginn der Gefechte des Novembers verfaßt wurde,
hätten diere Truppen

22,950 Mann
gezählt. Wenn wir annehmen, daß diese
bei Fontaniva, Bassano und Caldiero
geschlagenen Truppen ungefähr so viel
als die Sieger, also bei.

5000
verloren hatten, so zählten sie am 13.
November noch

17.950 Mann.

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