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25. Juni, unterhalb Brza Palanka über die Donau, bereinigte sich mit den Aufrührern, und über fiel eine Abtheilung Türken (am 28. Juni), welche bei M a les nicza nächst Stubik lagerte. Er schlug rie, und eilte hierauf, Negotin zu beseken. Erst der Friede zu Tilfit, zwischen Frankreich und Rußland am 7. Juli geschlossen, sollte auch zwischen legtere Macht und die Pforte Friede bringen. Es wurde in jenem Vertrage festgelegt, daß die Feindseligkeiten Rußlands gegen die Pforte nicht nur allenthaßen eingestellt, sondern daß auch die Moldau und Walachei von ruflichen Truppen geräumt werden sollten. Dagegen durfte die Pforte diese Länder erst nach einem wirklichen Friedensídlusse mit Rußland wieder beregen.

Diesen vorläufigen Bestimmungen gemaß, bandelte es lid um einen Waffenstilstand zwischen den feindlichen Heeren an der Donau ; und es kam wirklido, unter Mitwirkung des französischen Obersten Guideminot, am 24. August zu Slobodsé, an der Donau (nahe oberhalb Giurgewo), ein Vertrag hierüber zu Stande. Er sollte jedoch erst durch Bestätigung des ruffisden Oberfelds berrn in Gültigkeit treten. Da starb Gen. Midelson, und Meiendorf übernahm das Kommando. - Anfangs zwar unentschlossen, ob er, ohne Vollmacht auf seine eigene Person, — dem abgeschlossenen Vertrage Rechtsgültigkeit geben sollie, oder nicht, unterschrieb er dennoch einen dem russischen Kabinete unwillkommenen Äkt. Den voreiligen Eingriff in die üblichten seines Hos fes, strafte dieser mit Entlassung vom Dienste, und übergab das Heer in der Walachei dem FM. Fürsten. Proforow $ En. Bevor indessen diese Verfügung von Petersburg an die Donau gelangte; vollzog Gen. Meien: Ofr. milit. Zeitsch. 1829. II.

II

dorf den abgeldloffenen Vertrag. Die Räumung der Walachei begann. Sie sollte, dem Vertrage zufolge, binnen fünfunddreißig Sagen bewirkt fenn. Allein die Türken, denen nur das Recht zustand, Ismail, Brais low und Giurgewo befekt zu halten, ohne die Walas dei feindlid zu betreten, - brachen den Vertrag, und ftreiften bordenweise am linken Ufer des Stromes im entblößten lande. Dieß bewog den Gen. Meiendorf zum Halt. FM. Fürst Proforowsky fand sonad die russische Armee größtentheils in jener Stellung, die sie am Soluffe des Waffenstilstandes inne hatte. Nur for Semail war die sogenannte Belagerung aufgehoben. Der russische Feldmarschall erklärte dem Großvezier den, durch Gen. Meiendorf in Wirksamkeit gesetzten, Waffens stilstand für nichtig, dersprach jedoch, aller Feindselige keiten sich zu enthalten. Hiervon wollte der Großvezier nichts wissen. Er mußte jedoch Ulles fich gefallen lassen, als bei eingetretener Herbstzeit seine Scharen fide jer: streuten, und daher rubig zusehen, wie russische Trups pen für den Winter in der Walacei und Moldau Quar: tiere nahmen.

Alenthalben ruhten nun die Waffen zwischen Rußland und der Pforte; aud zur See, und an der alias tisden Grenze. Vice:Admiral Seniavin, die DardanelTen beobachtend, hatte am 1. Juli die türkische Flotte in den Gewässern von {em nos zum Theile vernichtet, zog sich aber, auf die Nachricht des zu Tilsit abgeschloss fenen Friedens, wieder nach Corfu.

Eben so hatte Gen. Gudowitsch an der asias tischen Grenze, nach einigen mißglückten Unternehinune gen, die Sürken unter dem Seraskier Fufuffs Balla den 30. Juni am Flusse Arpatica i, in der Richtung

gegen Kard, geslagen, — deb Tilsiter Friedens wei gen jedoch am 14. September zu Usum - Kilit einen Waffe'nstilstand geschlossen, und hierauf seine Truppen in der Umgegend von Tiflis in Winterquartiere gelegt.

Der zu Slobodse geschlossene Waffenstilstand souls te, einer im Vertrage enthaltenen Stipulazion zufolge, am 3. April 1808 zu Ende geben. Rußland erkannte den Vertrag keineswegs an; dagegen drang die Pforte auf deifen Vollzug. Der Keim der Zwietradot lag also in dem friedlichen Vertrage, und man hätte glauben sollen, daß beide Theile, dem Ausdrucke ihrer Gesins hungen nach, sobald als möglich zu den Waffen greifen würden. Und doch war dieses nicht der Fall. Rusland wollte Zeit gewinnen, um sich an der Donau zli dera stärken ; wozu es nun, da seine westliche Grenze frei war, disponible Kräfte besaß, und demnach von hier drei Divisionen, so wie die auf den jonischen Ins sein befindliche Division, hierzu bestimmte. - Anderer: seits hatte die Pforte ihre Streitkraft nicht gesammelt, und trug dem russischen Oberfeldberrn im April 1808 eine Verlängerung des Waffenstilstandes an, die er — gleichfalls nicht solagfertig gerüstet - annahm. Für den Frieden, welcher aus dem Waffenstilstande bervorgehen sollte, trug Frankreich als vermittelnde Madt fich an; ein Umstand, welchen Rußland, bei seinen damaligen innigen Verhältnissen mit jener Macht, gerne benügt haben würde, um die Donau als Grenze für sich zu gewinnen. – Da brad ein zweiter Aufruhr in Kona stantinopel aus. (Die fortreßung folgt:)

K.

IV.

Skizge der Kriegsbegebenheiten in Morea

und im Archipelag, im Jahre 1770. *)

Von Joh. Bapt. Schels, t. k. Hauptmann.

Um die Unruhen zu befchwichtigen, welche das Könige reid Polen zerrütteten, hatte die Kaiserinn Katha:

*) Wir fügen hier eine Liste der in den Jahrgängen der

militärischen Zeitschrift 1818 - 1829 enthaltenen, auf die Türkei und den Türkenkrieg Bezug nehmer: den, Uuffäße bei, um den Lesern das Uuffinden dersels ben zu erleichtern:

Im Jahrgang 1818: Der Entfaß von Palo: ta 1566. Die Schlacht bei Leweng am 20. Juli 1664. Montecuccolis Driginalberichte über die Schlacht bei Sanct Gotthard anı i. August 1664.

Im Jahrgang 1819: Lagebuch der Erpedia zion Saisers Karl V. gegen Tunis, im Jahre 1535. – Die Schlachten bei Patacin am 30. august, und bei Niffa am 24. September 1689.

Im Jahrgange 1820: Die Feldzüge von 1601 und 1602 der kaiserlichen Armee gegen die Tür: ken. Über Serbien. (Mit einer Karte dieses Landes.)

Im Jahrgang e 1'8 2 1: Gleichzeitiger Drigi: nalbericht über die Begebenheiten des Türkenkrieges in den Jahren 1592 und 1593. Geschichte der Er: eignisse in Serbien 1804-1812. (Mit dem Plane des Sturmes der Serbier auf Schabac, ami 26. Juni 1806.)

rina II. von Rußland 2762 Truppen in Kurland einrücken laffen; die sich in den folgenden Jahren nach

- Bazarus Schwendis Biographie, und desfen Origis naldentichrift über den Krieg gegen die Türken 1566.

Im Jahrgange 18 2 2 : Die Belagerung von Großwardein im Jahre 1660.

Im Jahrgang e 1823: Der Feldzug des F. E. kroatischen Armeekorps gegen die Türken 1788. (Mit den Planen der Belagerungen von Dubiķa und No: vi). Ali : Basia zu Parga.

Im Jahrgange 1824: Die Belagerung und der Fall von Constantinopel, unter Konstantin IX. Der Feldzug des k. k. galizischen Armeekorps im Jahre 1788 gegen die Türken. (Mit dem Plane der Belage: rung von Chotym.)

Im Jahrgange i 8 25: Der Feldzug des k. E. froatisch-slavonischen Korps und der Hauptarmee im Jahre 1789 gegen die Türken. (Mit den Planen der Belages rung von Berbir, des Gefechtes bei Mehadia, und der Belagerung von Belgrad.) – Züge des Muthes und der Geistesgegenwart in dem Feldzuge 1788 gegen die Dürfen. über den Türkenkrieg von dem Generals . major Freiherrn Valentini.

Im Jahrgange 1826: Die Schlacht bei War: na am 10. November 1444, nebst einer Skizze der Türkenkriegé von 1437-1444. — Der Feldzug des t. k. galizischen Armeekorps im Jahre 1789 gegen die Türs ken. (Mit dem Plane der Schlachten von Folschan und Martinestie.)

Im Jahrgange 18 27: Zrinis Bertheidigung in Szigeth, nebst einer Skizze der Feldzüge 15641567 gegen die Tüçlen. (Mit dem Plane von Szigeth 1566. ) - Die Eroberung von Raab durch den E. E. Feldmarschall Adolph Freiherrn von Schwarzenberg, am 29. März 1598. - Der Feldzug des F. E. Froatischen

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