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Fahnen verloren hatte. - Der siebenzigjährige Gone perneur Georg Kiral y hatte auf der bölzernen Bas stion ruhmvoll gekämpft. Ein Schuß aus einem Jani: tscharenrohr, mit doppelter Kugel, fuhr ihm durch den Arm und die Udsel. Ungeachtet seiner schweren Verwuns dung, erbat er es sich zur Gnade, die Bertheidigung jenes Werkes noch ferners leiten zu dürfen. Der Koms mandant von Redern gewährte seinen Wunsch, sekte ihm aber den Jobann Sjelesten als Gehilfen an die Seite. Doch schon am Abend des 24. Oktobers starb Kiraln an den Folgen seiner Wunden.

Am 18. Oktober stürınten die Türken idon wieder die Sidonka: und bölgerne Bastion, und sets ten diese Angriffe bis drei Uhr Nachmittags fort. Es blieben von beiden Seiten viele Krieger; aber die Türs Een wurden endlich zurückgeldlagen. Indessen hatten aud die Tataren die Verwüstung des Landes fortges segt. Ein starkes Korps derselben drang Bis in das Thal von Belennesd, in welchem die schwarze Körös ents springt, ein anderer Haufe in der Ebene bis Böszörs meny vor. Sie verwandelten diese Gegenden, durch Niederbrennung aller Wohnungen und Wegschleppung der Bewohner, in Einöden.

Am 20. wurde die Mine in der Bastion Kira: In fi entzündet, und das sehr starke Mauerwerk in eine neunundzwanzig Eden breite Bresche zersprengt. Som gleich arbeiteten die Türken mit ungemeiner Anstrengung daran, durch den bundertundsechzig Eden breiten, bier noch mit hohem Wasser gefüdten Graben einen Damm pon leeren Beinfäffern, Baumstämmen und Bretern zu errichten. Als dieser zu Stande gekommen, wurden Schanzkörbe daraufgesekt, diese mit Erde gefüllt, und

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dann das Bolwerk auf drei Stellen bestürmt. Alle Un. strengungen der Türken blieben fruchtlos, und sie mußten, nachdem sie mehrmalen frische Haufen zum Stur: ine vorgeführt hatten, mit sehr bedeutendem Verluste in ihre Laufgraben zurückweichen.

Am 21. Oktober wurde die Schonka:Bastion zum dritten Male gesprengt, und diese', so wie die Kiralyfir und hölzerne Bastion, bis zum Abend ununterbrochen, doch vergeblich, bestürmt. Aber der in der Bastion Kiralyfi befindliche Vorrath an Feuerwerken gerieth durch die Unvorsichtigkeit eines Büdsenmeis sters in Brand, und viele Edelleute und Offiziere, darunter der Oberstlieutenant Graf Johann Markus Isolani , und der Oberstwachtmeister von Zedtinig, wurden dadurch schwer beschädigt. — Die Türken wiederholten ihre Stürme am 22., 2/7. und 26. gegen alle drei Bastionen, mit für sie gleich ungünstigem Erfolge. - am 25. Okcober batte die plötzlich anschwellende Kőrós die feindlichen Schanzen und Laufgraben mit Wajser gefüllt, und die darin aufgestellten Türken, indem fie alle Stege und Brücken mit sich fortriß, von ihrem Lager und von jeder Unterstützung abgeschnitten. Redern konnte diese günstige Gelegenheit, den angreifern durch einen Ausfall bedeutenden Schaden zuzufügen, nicht benüben; da seine Besabung bereits auf ein Drit: theil vermindert worden war. - Die Türken arbeiteten nun zıım vierten Male an andern Minen in der Tid on: ka- und Kirali fi- B a si io n. 2m 29. Oktober, gegen fünf llør Morgens, begannen sie, das Puloer zur Ladung über den Sturmdamın in Säcken nach den Wii: nen zu tragen. Eine Schildwache bemerkte den Zug der Pulverträger nach der Kiralyfi: B a st i o 11, und ein

deutider Büdfenmeisterschleuderte brennende Pulver. fäcke unter diese Feinde. Dadurch gerieth bas von den Tüteken der Mine zugeschleppte Pulver in Brand, dee fich ichnell bis in die zum Theil schon geladene Mine verbreitete. Diese entzündete sich, jerstörte sich selbst durch theilweise Offnung des Gemäuers, und tödtete die noch in der Arbeit begriffenen Mineure, so wie viele andere in der Nähe befindliche Türken. -Am 30. und 31. Oktober fuhren die Türken fort, an den zwei Minenkammern in der Irconka-Bastion zu ar: beiten. Das Kanonenfeuer wurde von beiden Seiten Tebhaft fortgesegt.

Am 1. November wurden die Minen in der Tic on: ka-Bastion, jene in der rechten Flanke gegen die höljerne Bastion um zehn Uhr, die zweite in der lin= ken Flanke gegen die goldene Bastion nach eilf Uhr, gesprengt. Beide thaten die von dem Vezier gehoffte Wirkung nicht. Ungeachtet deifen ließ er, weil schon Das Heer zum allgemeinen Sturme in Bereitschaft war, drei Kolonnen gegen die Erdonka-, bölzerne und Kir a lyfi: Bastio n anlaufen. Sie wurden auf allen Punkten zurückgeschlagen; wobei sich Gottfried von Rübisch und seine Sdlesier besonders berportbaten.

In den letzten Tagen des Oktobers hatten ununter: brochen fortdauernder Regen, und die damit verbundene strenge Kälte bereits die Türken und Sataren aufs u. Berste gebracht. Alle Straßen waren grundlos, und für Zufuhren unbrauchbar. Was die umliegenden Gegen: den zur Nahrung hatten liefern können, war schon lans ge aufgezehrt, oder durch muthwillige Verwüstung zu Grunde gegangen. Drückender Mangel herrschte daber im Lager. Die an warınes Klima gewohnten Kameele

ind. Pferde vermochten es nicht, die kalten Regen und Winde auszuhalten, und tarben hundertweise. Eben fo wütbeten Seuden unter den türkischen Soaren. Schon batten über 20,000 Sürken und Satareni während den vier Wochen der Belagerung, im Kamns pfe oder durch Krankheiten das Leben verloren. Indeß war auch ein ansehnliches Korps deutscher Trups pen und des ungrischen Adels, unter Georg Bastas Befehlen, in dem lager bei Rakamaz versammelt worden. Der noch immer in Kaldau frank liegende Ergo herzog Marimilian gab diesem Feldherrn den Uuftrag, Großwardein zu entfeßen. Das Korps trat auch wirk. lich den Marso an. Es hatte aber Debreczin noch nicht erreicht, als die Türken bereits die Belagerung aufhoben. In den beiden ersten Tagen des Novem: bers ließ Mehmet: Baffa das Geschüß abführen. Die noch dem früheren Brande entgangenen Häuser der Stadt und Vorstädte wurden ießt ebenfaús den Flam: men geopfert. Am 3. November Morgeng, als eben ein dichter Nebel die Gegend bedeckte, brad der Vézier mit seinem, vor Großwardein auf 40,000 Streiter vermin: derten, Heere auf, und trat, von der auf 700

Streit: fähige geschmolzenen Beratung nicht beunruhigt, - den Rückmarsd über solno k nach Ofen an; welchen et bald darauf nad Belgrad fortsegte.

III.

Uebersicht der Kriegsbegebenheiten zwischen Rußland und der Pforte an der unteren

Donau, vom Jahre 1806 bis 1812.

Vierzehn Jahre hindurch, seit dem Traktate von Jaity. (am g. Jänner 1792), bestand zwischen Rußland und der Pforte der innigste Friede. Frankreich störte jedoch dieses Verhältniß, um, selbst im Kampfe mit Rußland, dieses auch noch mit seinem friedfertigen Nachbar zu entzweien, und aus diesem Zwiespalt Nugen zu ziehen. Die Pforte.gab sich den Einflüsterungen Frankreichs hin, und achtete die zwischen ihr und Rußland-bestehenden Verträge wenig. Die Hospodare der Moldau und Was labei wurden der Pforte verdächtig gemacht, und fie entsekte beide. Rußland führte hierüber Beschwerde, welche jedod beimn Divan keine Berücksichtigung fand ; und so sah es sic genöthigt, Berträge und Rechte mit den Waffen zu schüßen.

In Podolien befehligte damals (1806) General M i celson eine Armee von 70,000 Mann, in vier Divisionen getheilt. Da er jedoch nach dem Sdlage bei Sena (am 14. Oktober) den Auftrag erbielt, eine dies ser Divisionen dem Bugfluffe zu nähern, und sie an Rußlands Hauptheer abzutreten', so wurde hierdurch feine Streitkraft bedeutend gemindert; obgleich er auf die Mitwirkung eines Korps von 12,000 Mann redus

Östr. milit. Zeitsch. 1829. II.

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