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selben wie gewöhnlich machen zu lassen, nämlich aus mit Steinen und Erde beschwerten Faschinen, die roste förmig über einander gelegt, und durch Pflöcke befesti: get wurden. So wie man auf diese Art bis über die Oberfläche des Wassers gekommen war, wurde Erde darauf geschüttet. Gegen die Bresche zu, sollte ein Raum von beiläung 20 Fuß, für den Ablauf des Wassers of fen gelassen, und darüber von Balken und Pfosten eine Brücke gelegt werden. Der Graben war oben 20 Tois fen breit; das Wasser war darin gegen 6 Fuß tief, und darunter einige Fuß Shlamm. Beim Ausgang der Gras benabfubrt mußten auf beiden Seiten des Dammes Brustwehren errichtet werden, um auch gegen das Feuer von den Seiten-Ravelins gedeckt zu seyn, bis die Bas ftionsspigen gegen diese Seite Deckung verschafften. Paus ban hatte dieserwegen angeordnet, daß die Bresden etwas entfernt von den Bastionsspigen gelegt wurden, damit sie stehen blieben. Den Mineurs war der Bes fehl gegeben worden, sich bereit zu halten, um, wenn es nothwendig seyn sollte, die Bresden abzugleichen. Die Nacht auf den 4. Juni fuhr man fort, auf die Bres ise zu schießen, und am Morgen hatte man Ursache mit ihrem Zustande zufrieden zu feyn. Die Vertheidis ger fingen des Morgens gegen drei Uhr wieder stark zu fchießen an ; sie richteten ihr Feuer besonders gegen die. Bredebatterien, deren Scharten man aus Sorglosigs keit nicht geblendet hatte. Diese Nachläffigkeit mußten ein Offizier und einige Kanoniers mit dem Leben bes zahlen, und mehrere wurden verwundet. Das Feuer der Mörser gegen die Bollwerke, und jenes der Rikos fcettbatterie gegen die Seiten - Raveling, wurden stets unterhalten, um die Feinde von der Verteidigung aba

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fubalten. Diesen Morgen besah ein Offizier der Besaßung den Zustand der Bresdhe.

In der Nacht auf den 5. Juni bildete sich nun aud die Bresche vor dem Bastion de Limbourg. an dem Damme vor der Bastion de Namur wurde thätig gears beitet, und mit dem Bewerfen der Bastionen wurde unaufhörlich fortgefahren; damit die Wertheidiger darin fich nicht verschanzen konnten. Durch fortgesettes Schie: ben gegen die Bresden war man bemüht, sie nur node leichter ersteiglich zu machen, und ihnen eine Breite pon 17 bis 18 Krafter zu geben. Da ein Sheil der Brustwebre ober den Breschen stehen geblieben war, lo richtete man darauf, um ihn wegzuräumen. Nachdem dieses vor der Bastion de Mamur gescheben, wurde man gewabr, daß die Vertheidiger spanische Reiter darbins ter aufgestellt hatten, die durch einige Schüsse zers trümmert wurden.

Die Brefden waren nun in einem solchen Zus stande, daß man die vor der Bastion de Namur durch 30, – und die im Bastion de limbourg durd 20 bis 25 Mann, in front bequem ersteigen konnte. Man wird bemerkt haben, daß die Arbeiten vor dem linken Bas stion immer eher zu Stande kamen, als vor demn rech t'en; wo man schon, wie erwähnt worden ist, am an: fange der Sappen etwas zurückgeblieben war; und so Hatte man auch gegen Mittag vor dem Ersten den Damm, bis auf 3 Klafter von dem Breschfuße entfernt, zu Stande gebracht, wäbrend auf der rechten Seite der Damm erst bis zur Hälfte fertig war. Der Mar: seal Catinat batte beschlossen, den Bastion de Nas mur stürmen zu lassen. Man richtete daher die Balken und Pfosten für die Brücke ber, die das Ende des

Dammes mit dem Brejdfuße verbinden fodte, um sie zu legen, sobald Alles zum Sturme bereit seyn würde. Nachmittags um zwei Ubr war alles dazu in Bereit: fdaft, und der Marsdall begab sich in Vaubang Bes gleitung dabin, in der vollen Zuversicht, daß das Un: ternehmen gelingen werde. Sie kamen zufällig gerade vor der Bresse an, als ein feindlicher Stabsoffizier init Kapitulazionsvorsdlägen über dieselbe berab stieg, wahrend ein furchtsamer Lambour im Innern des Bastions ganz schwac Chamade fdlug. Man kam über die Ra, pitulacionspunkte überein; in Folge deren die Garni. fon am 7. Juni Vormittags um zehn Uhr mit allen militärisden Ehren, doch ohne Gefdüß, ausmarsdirte. Die Kranken und Verwundeten wurden mitgenommen; für sie und für die Bagage wurden zum Transport fünfzig Wagen bewilliget, nebst noch rechs gedeckten Wagen, die jedoch untersucht wurden. Die Infantes rie zog durch die Bresche aus; die Kavallerie und die Wagen gingen durch das Tournager Thor, und vers einigten sich eine Stunde vor der Festung mit der Er: sten. Sie wurden fämmtlid in drei Tagen nad Dens dermonde geleitet. Die gesammte Stärke der ausmars dirten Streiter betrug ohngefähr 3500 Mann. -- An Geschüß fand man 31 Kanonen und 1 Mörser in dem Plaße; den man in dreizehn Tagen nad Eröffnung der Transchee, mit dem geringen Verluste von 3 Offizie. ren und 50 Mann an Getödteten und 150 Verwuna deten, worunter ein Kapitän und 7 Ingenieurs, er: obert hatte.

Rus diesem Journal der Angreifer erfeben wir, daß ein geringer Widerstand geleistet worden ist. Da wir das Tagebuch der Wertheidiger nicht besigen, le

können wir über die Ursachen nicht wohl urtheilen. In: dessen geht aus dem erzählten Benehmen der Verthei: diger, welches der geringe Verlust der Angreifer bestä: tiget, deutlich bervor: daß das Rifosdettiren, worauf man auf den Werken nicht vorbereitet fern konnte, da man es noch gar nicht kannte, die Hauptursache von der dwachen Wertheidigung war. Denn obwohl die Befaßung für den Plaß nicht vollständig war, auch an Geschüß, besonders an Mörfern, Mangel hatte, so hätte fie sich doch lebhafter vertheidigen, und den Fortschrits ten der Sappen durch öftere kleine Uusfälle Aufenthalt perurfachen können. Ulein diese neue Urt zu schießen, wodurch man im Innern der Werke nirgends vor den Kugelaufschlägen ficher war, und in Flanken und Rü: den beschossen wurde, mußte auf die Wertheidiger den nachtheiligsten Eindruck machen. So lange die Rikos fdettbatterien nicht gegen die Collateral-Werke spielten, war das Feuer aus ihnen lebhaft; denn die Bomben konnten die Bertheidiger nicht vertreiben. Sobald aber die Riboschettbatterien schossen, hörte die Vertheidigung beinahe gänzlich auf.

Daß eine einzige Bombe eine starke, mit Balken und Mist verwahrte, Schleuße so zerstörte, daß man fie, unerachtet ihrer großen Wichtigkeit für die Vers theidiger, nicht mehr herstellen konnte, darf uns nicht wundern. Eine solche Bombe hatte anderthalb Fuß im Durchmesser, und wog, ohne Füdung, gegen 490 Pfund; mit 45 Pfund Pulver wurde sie gefült. *) Die Mörs

*) Man gab damals in den holen Raum einer Bombe

fo viel Pulver, als dieser fassen konnte. Allein Versus che haben gelehrt: Daß diese Menge piel zu groß war,

ser, aus denen man sie warf, wogen 5000 Pfund, und die- Kammer faßte 12 Pfund Pulver. Vauban sagt: es wäre gut, ein halbes Dugend folder Mörser, und 1000 Bomben für jeden, bei einer Belagerung zu haben. Nad Cormontaigne aber, wurden nie mehr wie drei Stück dieser großen Mörser zu einer Belagerung mitge: führt. Ein vierundzwanzigpfündiges Kanonenrobe, oder drei von unseren jeßigen größten Mörsern (Sechzigpfündern) haben beiläufig so viel Gewicht, wie ein folder Mörser.

Wir haben im Eingange erwähnt, daß Pauban der Erste war, der die Batterien in den Verlängerungen der angegriffenen Linien der Werke anlegte. Die Ers fahrung hatte ihn gelehrt, daß die mächtige Kanonens batterie, welche man unter dem Namen Batterie: Royal vor der Mitte der angegriffenen Seite des plages zu errichten gewohnt war, und aus der man alles gu fertrümmern suchte, was man aus ihr erreichen konnte, dem Zwecke nicht so entsprace, wie es durch eine ges schicktere Aufstellung der Geschüße geschehen konnte. Er bewirkte daher diese, indem er die Geschüße der Ronal: Batterie in mehrere Batterien, die er auf den Vers längerungen der gegen den Angriff gekehrten Brusts wehren der Werke anlegte, vertheilte. „Durch diese Stellung," sagt derselbe, „wird der doppelte Nußen

und daß man in die holen Körper nicht mehr Füllung zu geben braucht, als nothwendig ist, fie in viele Stü: de zu zersprengen; indem der Überfluß an Pulver, der bis dahin noch nicht verbrannt ist, keine Wirkung mehr macht.

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