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lich Zeit gewinnen kann, seine übrigen Hilf&mittel in Än wendung zu bringen,

249. Pflicht und militärisches Ohrgefühl erfordern, je. des, selbst ein gemagtes Mittel eher zu ergreifen, als sich einer schimpflichen Gefangenschaft zu unterwerfen.

250. In den meisten Verhältnissen des Lebens ist eb Täuschung, wenn man glaubt, stehen bleiben zu können. Wer nicht vorwärts schreitet, geht fast immer zurück.

251. Es gehören Kraft und Selbstverläugnung zu dem Geständniß begangener Fehler. 2ber dieß ist der erste Schritt zu ihrer Verbesserung, und belohnend für die Folge.

252. Eingebildete oder unwissende Menschen, denen es an Einsicht fehlt, die Fehler zu entdecken, oder an Muth, sie zu gestehen, suchen die Quellen ihrer Unfälle immer in fremden, außer ihrem Wirkungsreise liegenden Ursachen.

253. Jeder reiht sich gerne an den Entschlossenen an, und will ihin wenigstens nicht nachstehen, wenn eć ihn nicht übertreffen kann.

254. Nur ein glücklicher Feldherr kann den Staat rets ten, welchen der Stampf innerer Pårteien und der Hydrang äußerer Feinde mit dem Umsturze bedrohen. Nur er verei: nigt die allgemeine Zuversicht in die vorhandene Kraft; nur er flößt Furdyt und Zutrauen ein; denn seine Thaten zeus gen von schneller, bestimmter und durchgreifender Hands lungsweise.

255. Die aus Kraftgefühl entspringende Empfängliche Feit für solche Unternehmungen, die nicht nur das Maß gewöhnlicher Seräfte übersteigen, sondern auch mit Hinders nissen und Gefahren verbunden sind, heißt Muth.

256. Uus dem Muthe stammen die Geduld, Unerschros denheit und Beständigkeit.

257. Die Geduld ist die ruhige und vernünftige Getrà, gung aller Seschwerden und Schmerzen, die im mensalis en leben vorkommen.

258. Die Unerschrockenheit ist die Gegenwart und Fe: stigkeit des Geistes in der Mitte der Gefahr.

259. Die Beständigkeit ist das Sehartën in allen Bes

strebungen, die man mit überlegung gewählt und unter: nommen hat.

260. Wer leicht in Furcht gefekt wird, ist feige.
261. Wer nicht erschrikt, ist herzhaft.

262. Deffen Muty in Gefahren anhaltend ift, heißt tapfer.

263. Wer sich leichtsinnig in die Gefahr begibt, ist ein Waghals.

264. Wer bei sichtbarer Unmöglichkeit, der Gefahr zu entkommen, fich dennoch darein begibt, ist tollkühn.

265. Die lebhafte Besorgniß der Gefahr, oder jedes übels, den wir unsere Kraft zum Widerstande nicht ges wachsen fühlen, heißt Furcht.

266. Die Grade der Furcht sind: Bangigkeit , Angst, Grauen, Entfeßen.

267. Die Schüchternheit ist ein bleibender Zustand; das Erschrecken ist vorübergehend.

268. Auch der Muthigste kann in Schreden gelegt werden.

269. Eine ängstliche Behutsamkeit karakterisirt das gange Betragen des Furchtfamen.

270. Vieles kommt auf die Werkzeuge an, die dem Feldherrn gegeben find, um zum Ziele zu gelangen.

271. Der Beruf des Soldaten erfordert, in moralischer Hinsicht, Gleichmuth im Glücke, Ruhe im Unglück, Kalt: blütigkeit in Gefahren, und unerschütterliche Standhaftig: keit auf der Sahn der Pflicht.

272. Der Geist einer Armee beruht vorzüglich darauf, daß die Ausgezeichnetften die Gemeinheit, Schwäche und Unentschlossenheit der Menge sich dienstbar machen, und selbst die Fehler und Gebrechen der Mehrzahl überwinden.

273. Es ist unmöglich, jedem Einzelnen moralischen Werth zu geben; aber das Ganze kann eine gute Richtung bekommen.

274. Eine Armee wird moralischen Werth haben, in welcher Ehre, P.flicht, Nechtlichkeit und Tapferkeit ein: heimisch sind; wo die strengste Subordinazion mit einer un:

erschütterlichen Anhänglichkeit an Waterland und Fahne verbunden ist; wo jedem Einzelnen der Ruhm des Regis ments über alles gilt, und wo der Ehrlose, der Feige, der Unmoralische, als ein unwürdiges Mitglied behandelt wird.

275. Eine Hauptbedingung des Friegerischen Werthes einer Armee ist: daß in ihr auf Ubhärtung des Soldaten, auf seine Gewöhnung an Beschwerden und angestrengte Märsche gesehen wird.

276. Weder die unfruchtbare Theorie allein, noch die ungeregelte Praxis führen zum Großen; sonderii nur de: ren Vereinigung.

277. Es soll dem denkenden Soldaten Pflicht und Be: dürfniß seyn, sich großer Männer mit Ehrfurcht zu erin: nern, und ihre Geschichte zu studieren.

278. Wahre Tapferkeit ist immer edelmüthig. Sie fichonet des Wehrlosen, und überhört-im Getümmel der Waf: fen die Stimme der Menschlichkeit nicht.

279. Der Soldat ist oft durch die Idee fchon 'begeis stert, welche er sich von dem Selbstvertrauen des .angrei: fenden Feldherrn macht.

280. Urtheile über Kriegsunternehmungen äußern und hören, schärft und bereichert das eigene Urtheil.

281. Durch den Ideenverkehr wird das geistige, wie durch den Handel das materielle Bermögen vermehrt.

282. Ein anmaßendes Urtheil ist, selbst wenn es rich: tig wäre, anstößig und verleßend.

283. Nicht wer viel erlebt, sondern wer über das Gt: lebte denkt und urtheilt, gewinnt Erfahrung.

284. Das Mittel sich zu bilden, gibt noch keine Bil: dung. Dazu gehören Wollen und Vermögen.

285. Die Liebe für Fürst und Vaterland ist eine der mächtigsten und edelsten Triebfedern zur Tapferkeit.

286. Der wahre Friedensdienst eines stehenden Heeres besteht in der Ausbildung zum Kriege. Segeu Waddiena sten hält man keine Armee.

237. Die Verbreitung militärischer Spenntnisse weckt und nährt den militärischen Geist.

288. Viele glauben, daß nur arme, rohe und unges bildete Völker tapfer, oder wenigstens nur im hohen Grade tapfer sind; daß mit Wohlstand und Bildung der Muth entschwinde, Verweichlichung erscheine. Es wäre traurig, wenn dem so wäre; wenn der Mensch aus dem Zustande halber Wildheit nur mit dem Verlust von Kraft und Muth hervortreten, für das Schäßenswerthe das Schäßenswers there hingeben müßte.

289. Auch das größte Genie bedarf zur Reife Erfahrung.

290. Das Talent erkennen, hervorziehen, es im that, fähigen Alter in höhere Wirksamkeit bringen, ist eben so schwierig als nothwendig. Aber nu• Talentvolle werden das Talent richtig würdigen.

291. Die Menge sieht nur Glück oder Unglück; aber dem Glücke folgt oft Verderben, dem Unglücke oft Sieg und Ruhm.

292. Verantwortung sollte immer mehr eintreten für das Unterlassen,, als für das Handeln.

293. Der kathegorische Imperativ ist nicht unter allen Umständen, nicht gegen Jeden, die beste Befehlsweise.

294. Wohl dem Staate, der sich im Frieden so bereis tet, daß ihm der Übergang zum Kriege leicht wird; der in einem treuen, muthvollen und kriegsgeübten Volke eine un: erschöpfliche Quelle der Vertheidigung findet; dem es nicht an talentvollen Führern, durch weise Einrichtungen nicht an Mitteln, gebricht.

295. Aus dem Nachforschen über die Sriegsbegebenta heiten schöpft der Soldat die Theorie des Krieges.

296. Niemand wird die besten militärischen Bücher, die vortrefflichsten Beschreibungen von Schlachten und Kriegsvorfällen, mit Nußen lefen, der nicht schon einen ges wissen Maßstab zu deren Beurtheilung in sich trägt; der nicht eine gewisse Fertigkeit hat, ihren Gehalt zu prüfen.

(Die Fortreßung folg t.)

Oltr. milit. Zeitsc. II. 1829.

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Ant ú ndigung

der im Kartenverschleißamte des topographischen Bus reaus vom E. E. Generalquartiermeisterstabe, im Hof

Kriegsgebäude, so eben erfdienenen Karten.

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Die erste lieferung der bereits früher ans gefündigten Karte, der eu r opäischen Türlei, ne b ft einem I heile von Sel e in asien, in 21 Blättern, nach den besten Hilfsquellen ents worfen und gezeichnet durch den t. E. D bersts lieutenant Franz Weiß ; im Maße der Wiener 2011 gleich 8000 Wiener se lafter oder 1576.000 der Natur. Her a usgegeben von dem k. t.' öft: rei dischen General quartier meist er sta be im Jahre 1829.

Diese Lieferung besteht in 7 Blättern. Eines dieser Blätter enthält den Titel mit der Zeichenerklärung; auf einem andern Blatte befindet sich das Gerippe zur Zusam: menstellung der ganzen Karte; die übrigen 5 Blätter ents halfen Beßarabien, die Moldau, die Walachei und Bul. garien, nebst einem Theile von Numelien und Serbien, dann den angrenzenden Ländern von Ostreich und Ruß: land.

Die aanze Searte erscheint in drei Lieferungen, wofür ider Pränumerazionspreis 18 fl. 5. M. ist. Bei Abnahme einer jeden lieferung kommen 6 fl. 6. M. gleich zu entrichs ten. Nach Vollendung der Scarte wird der Ladenpreis auf 24 fl. 6. M. erhöht werden. Pränumerazion hierauf wird zu Wien im Kartenverschleißamte vom topographischen Bus reau des F. t. Generalquartiermeisterstabes, im Hofkriegsges bäude, und zu Mailand im k. k. militärischen geographis schen Institute angenommen

Die topographisch e së arte der Herzogth is mer Parma, Piacenza und G u ast alla, a ufge: nommen nach astronomischen Vermellungen

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