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Nad dem Wiener Frieden (am 14. Oktober 1809) wurde dem FMC. Freiherrn von 3 a dh der wichtige Aufs, trag ertheilt, als kaiserlicher Hofkommissär die Grenzen des an Frankreich abgetretenen Jüyriens mit den frane zöfisden Bevollmächtigten zu berichtigen. 21dieses Ges schaft beendigt war, begab sich FML. Zad nach Ols in ű, da ibm am 20. Oktober 1810 die Stelle des Bices Kommandanten dieser Festung verlieben: worden war. Im Jahre 1813 wurde Zach zum wirts liden Kommandanten dieses Plates erhoben. Damals zeichnete sich FML. Zadı durch ungemeine und von dem glücklichsten Erfolge begleitete Thätigkeit in Errichtung der Landwehre aus. In febr kurzer Zeit batte 3ady acht folde, ganz neue, Bataillons aufges stellt, zweckmäßig organisiet, und von dieser , durch feine rastlose Anstrengung zum Dienste vollkommen brauchbar gemachten, Truppe 4 Bataillons zum Heere geschickt, die 4 andern zum Besagungsdienste in der Festung Olmüş verwendet.

Im Jahre 1816 wurde dem FML. Z a d auch die Inspekzion über die in Olmüş bestehende Kades ten-Kompagnie aufgetragen. Diese oberste Aufsicht gab ihm Gelegenheit, seine, einst als Profejtor in der Neustädter Akademie schon vielfach bewiesene, Neigung, zum Unterricht der militärischen Jugend mit väterlichem Wohlwollen zu wirken, - durch eine lange Reihe von Jabren neuerdings zu erproben.

Endlich, nachdem der FML. Freiherr von 3 ad in sein Techzigstes Dienstjahr getreten war, geruhten Seine Majestát der Kaiser, denselben seiner Anstellung ju entheben, und ihn, mit huldreicher Anerkennung seiner vielfa den Verdienste, am 1. März 1825, als

Dem Tage, wo 'Zach in die Pension übertrat, mit der Würde eines Feld geugmeister $ zu beehren. Der F3M. Freiherr 'von 3a brachte seine legten Sage in Gräß zu, und endete dort am 22. November 1826 sein Leben, das er auf neunundsiebzig Jahre gebracht batte. Über dem Grabe, in weldem Zams irdische Hülle rubt, hat seine Gáttinn Anna Maria, geborne Reichss freginn von Moltke, welche ihm in siebenundvierzigs jähriger Ehe neun Kinder geboren, ein würdiges

Denkmal der Liebe und des Somerzens der trauernden Familie errichten laffen.

Der F3M. Freiherr von 3 ad hat dem Staate nicht allein im Felde die mannigfaltigsten und ausge. zeichnetsten Dienste geleistet. Er hatte sich auch schon im Beginne seiner Laufbahn durch vielseitige wissenschaftliche Bildung, besonders durch seine großen Kennts nisse in der Mathematik, bervorgethan. Von den letzs tern hatte er bei der Landesvermessung in Galizien, und später als Leiter der Aufnahme des Herzogthums Benedig, und der Berfertigung der roon erwähnten Karte dieser Landschaft, die überzeugendsten Pros ben abgelegt. Besonders groß war aber das Verdienst, welches sich Zach in den vierzehn Jahren erworben, die er in der E. E. Wiener Neustädter Militär-Akademie als Professor zubrachte, bewunderungswürdig der uns ermüdete Eifer, mit welchem er zwei der wichtigsten Fächer, die früher stets getrennt, und mit besonderen Profefforen besetzt gewesen: die höhere Mathema. til, und die Befestigungskunst, - zugleich besorgte. Aus jener Zeit rührt sein treffliches Werk: Borlesungen über die Feldbefestigung, Ungriff und Vertheidigung ber, welches zu

Wien 1783 gedruckt wurde. Pon noch weit höherem wissenschaftlichen Werthe ist Zachs späteres Werk: El e: mente der Manövrirkunst. Bon diesem Denk. male seiner tiefen Einrichten in die Organisazion, Ubrichtung und Bewegung der Truppenkörper, sind die ersten beiden Bände zu Wien in den Jahren 1812-1814 erschienen. Der dritte, wichtigste, das Şöchste der Bewegungskunst großer Heeresmassen ums faffende, B and wurde, dein Vernehmen nac, gang pollendet unter des Feldjeugmeisters Freiberrn von Zach nachgelassenen Papieren gefunden, und soll nun nächs ftens der Welt mitgetheilt werden.

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183,
Wenn

enn Einheit des Willens überhaupt Bedins gung jeder energischen Handlung ist, so ift fie vollends im Kriege ganz unentbehrlich.

184. Ein Hauptgrundsat im Kriege ist: Anwendung der Kraft gegen die Schwäche.

185. Der Zweck des Krieges ist Friede, jener des Kams pfes Sieg. Diese Zwecke können nur durch die höchste An: strengung, durch die größte Straftäußerung erreicht werden.

186. Ein Staat sollte nur im Glücke, nie im In glück Friede machen, Hannibal vor Rom, konnte es zittern machen, aber nicht zum Frieden zwingen. Besiegt fchien es noch Geseße zu geben,

187. Wer alles decken will, deckt eben deshalb nichts : .denn Zersplitterung vernichtet jede Kraft; so wie Vereini: gung auf einem Punkte sie erzeugt.

188. Der Serieg ist kein wechselseitiger Versuch, sich in der Geduld zu üben. Eine Macht ist der andern entweder gleich, überlegen, oder untergeordnet. Der Schwädiere muf rasch besiegt werden; denn der Krieg roll ein Zustand der höchsten Anstrengung und Kraftäußerung einer Nazion feyn. Er darf durch Zögerung nicht lange ausgedehnt werden, weil sonst Erschlaffung und Kraftlosigkeit erfolgt.

189. alles kommt im Siriege darauf an, die moralische, Kraft eines Heereó aufrecht zu erhalten. Sinkt diese, so retten auch die Talente des größten Feldherrn es nicht mehr vom Verderben.

190. Schön ist es, die plane des Gegners zu vereiteľn; aber noch schöner ist es, sie gewaltsam zu zerreißen, ihn zu Boden zu werfen, und für einen Feldzug, wo nicht für den ganzen Srieg, außer Thätigkeit zu legen.

191. Alle Armeen, die durch Disziplin unüberwindlich waren, wurden geschlagen, sobald diese zerfiel.

192. Die Kriegsgeschichte ist die Quelle aller militä: rischen Wissenschaften.

193. Ude Gefechte müssen nach einem bestimmten Pla: ne, und zu einem bestimmten Zwecke unternommen werden. Man muß immer bestimmt wissen, was man durch den Uns griff oder durch die Vertheidigung erreichen, und wie man es erreichen will.

194. In jedem Gefechte waltet zwar der Zufall; denn kein menschlicher Geist vermag alles vorher zu sehen, alles vorher zu bestiminen. Aber wenn ein talentvoller besonnes ner Kopf anführt, wird der Zufall nie blindlings herrschen.

195. Wo die Schwierigkeit des strategischen Angriffes zu groß, die Hoffnung des Sieges zu gering ist, halte man fich, wenn man in einem solchen Falle schlechterdings angreifen muß. - an das taktische Angriffsobjekt, und bes gnüge sich mit einem geringeren Vortheil.

196. Hat man zwischen Angriff und Vertheidigung die Wahl, so greife man jederzeit an. Selbst in der Defens sive suche man zum Angriff überzugehen, und so die leidende in thätige Kraft zu verwandeln.

197. Von Truppen, die in einem starken Gefechte bes griffen sind, ist man nicht mehr Meister.

198. Gegen einen unthätigen, sorglosen Feind kann man oft etwas mit größtem Vortheile ausführen, was man gegen einen wachsamen und thätigen Gegner nicht ohne der größten Gefahr unternehmen könnte.

199. Ade Operazionslinien, auf welchen eine Armee vorrücken foa, müssen von Punkten ausgeben, die als Nie: derlagen für die Bedürfnisse derselben dienen können.

200; Es ist einer der größten Vortheile des Angreis fenden, daß er zwischen einer Menge von Angriff& punkten

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