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die Kaiserlichen im I. 1631. und nach ihrer und Otto von Gue, rickens Angabe ist sie im I. 1136. zu Hersfeld ausgefertigt. Gleichwohl soll sie Norbert noch als Zeuge unterschrieben haben, der doch schon im J. 1134 gestorben ist. Smalian erklärt da, her die Angabe des Jahrs 1136 für einen Druck- oder Schreib, fehler, und nimmt dafür, jedoch ohne allen Beweis, das Jahr 1133 an*). -

Im J. 1136 begleitete Erzbischof Conrad den Kaiser go, thar auf seinem zweiten so berühmten und glücklichen Römerzuge

nach Italien, wodurch Lothar nebst einem Schwiegersohn, Herr

zog Heinrich von Bayern, fast ganz Italien von einem Ende

zum andern mit seinen vielen vefen und volkreichen Städten in

kurzer Zeit eroberte. Um die Kosten dieses Zugs für sich und seine Leute bestreiten zu können, hatte der Erzbischof die goldenen Tafeln des Altars zum heil. Kreuz im Dom, 52 Mark Goldes an Werth, und überdem noch 8 Mark goldne Münzen aus dem Kirchenschatz genommen. Jedoch geschahe dies mit Vorbe, wußt und Zustimmung der Geistlichkeit, so wie der Grafen Rudolph und Bernhard, auch anderer weltlichen Herren und Offieianten des Erzstifts, welche gegenwärtig waren, und zwar unter der Bedingung, daß eben soviel an Werth der Kirche in Zukunft wieder erstattet und deswegen Bürgen gestellt werden sollten.

Auf dem Marsche nach Italien kam es zwischen den Mag, deburgischen und Cöllnischen Kriegsvölkern bey Trident zu einem heftigen Streit darüber, ob der Cöllnische oder Magdeburgische Fähnrich mit seiner Fahne dem kaiserlichen zur Rechten marschi,

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*) Otto v. Guericke Fragment einer Magdeb. Chronik. ad a. 113“. mfer. Widerlegung des Leipz Straßenzwangs und Beweis des Magd. Stapelrechts. (v. Kriegsr. Smalian) Beyl. p.46-51. (Magdeb. 1743)

ren müsse. Schon gingen sie mit gezogenen Degen auf einan der los, und es wäre ein großes Blutbad entstanden, wenn nicht der Kaiser bei Tische den Tumult gehört hätte. Er eilte sogleich herbey, und stillte mit den Waffen in der Hand und durch ernste Drohungen den Tumult. In Italien geriethen auch die Sachsen und Bayern an einander , wobey der Erzbischof mit feinen Vasallen seine Bagage verlor. Durch Hülfe des Marge grafen Conrad von Meisen wurden die Bayern endlich überwält tigt und zurückgeschlagen. Der Kaiser durchzog nun ganz Italien, rückte in Apulien ein, und kam nach Bari. Hier hielt der Pabst am Pfingstfeste mit großer Pracht in Gegenwart des Kaisers die Messe. Auf sein Verlangen und in seiner Gegenwart ordinierte Erzbischof Conrad am Quatembertage in der Pfingstwoche daselbst eine Menge Geistlicher, und sowohl seine Herzlichkeit bei Verricht tung des Gottesdienstes, als auch die zweckmäßige Einrichtung der Ordination in seiner Kirche erhielten den ganzen Beyfall des Pabsts und anderer Anwesenden. Nachdem Lothar mit uner hörter Geschwindigkeit und ungewöhnlichem Glück sich fast ganz Italien unterwürfig gemacht hatte, so trat er im Herbst des J. 1137 seinen Rückzug nach Deutschland an. Er feierte noch vergnügt das Martinifest in Trient, ward aber daselbst krank. Da er gleichwohl aus Begierde sein Vaterland wieder zu sehen, einen Zug fortsetzte; so nahm seine Krankheit immer mehr zu, und ward zuletzt tödlich. Er starb bei einem kleinen Dorf, Braduwe, das in den engen Alpenväffen oder Alpenthälern liegt, in einer elenden Hütte im Walde zwischen dem Inn und Lech, und zwar in den Armen des Erzbischofs Conrad, am 3ten Dec, 1137 , und ward in dem von ihm gebauten Benediktiner-Klo fer zu Königslutter begraben. Er war ein tapferer unüberwindlicher Feldherr, ein standhafter Freund der Wahrheit und des - Rechts Rechts, verband Klugheit mit Redlichkeit, und regierte fast 13 Jahre ziemlich ruhig und glücklich. An seine Stelle ward nicht nach seinem Wunsch und Plan sein Schwiegersohn, der mächtige Herzog Heinrich von Bayern, dessen Stolz und über wiegende Macht sowohl der Pabst als die deutschen Fürsten fürchteten, – sondern Conrad von Schwaben aus dem Hohenstau, fischen Hause, ein Enkel des Kaisers Heinrich des 4ten von sei, ner Tochter Agnes, – wieder zum Oberhaupt des deutschen Reichs erwählt*). Bey seinem Aufenthalte in Italien wirkte sich Erzbischof Conrad zu Rom am 2ten Oct. 1137 beym Pabst Innocenz dem zweyten die Bestätigung und Erneurung eines Vergleichs aus, welchen der vormalige Erzbischof Werner mit dem Bischof von Meiffen über die Grenzbestimmung des Erzstifts Magdeburg und des Stifts Meiffen abgeschloffen hatte, und wornach die Lausitz zwar unter dem Sprengel des Stifts Meiffen stehen, aber den Honigzehend, wie von Alters her, ans Erzstift abgeben sollte. Als im folgenden Jahre 1138 der Abt Lambert von Ilsen, burg, welcher zum Bischof von Brandenburg erwählt war, auf seiner Rückreise von Rom durch Straßenräuber ermordet ward; so ward der bisherige erste Prämonstratensische Probst Wigerus im Kloster U. L. Frauen zu Magdeburg wieder Bischof von Brandenburg, und jetzt erst ward der ehemalige Schüler und Vertraute Norberts, Evermod, der bisherige zweite Probst des Klosters Gottes Gnaden, Probst des Klosters u. L. Frauen in Magdeburg k). Her

s) Chron. Magd. ap. Meib. p. 329. Annalisa Saxo. p. 672.

- 67. 680. Chronogr. Saxo. p. 293. 294. Chron. Mont.

fereni I. c. P. 176. Chron. Ursperg. de Lothar. p. 2 12.

*) Sagitt, histor. Magd. 1. c. p.41-43. Chron. Mont, sie p. 177. Annalista Saxo. p. 680.

, Herzog Heinrich von Bayern lieferte zwar endlich die in Verwahrung gehabten Reichsinsignien gutwillig an den neuer wählten deutschen König oder Kaiser Conrad den dritten aus. Allein da man ihm noch weiter Abtretungen seiner großen Lehngäter zumuthete, indem er zwei Herzogthümer, Sachsen und Bayern, im Besitz hatte; widersetzte er sich, erschien weder auf dem Hoftag zu Bamberg, noch zu Augspurg, ließ sich auch durch gütliche unterhandlungen durchaus nicht zu Abtretungen bewegen. Conrad erklärte ihn daher auf dem Hoftage zu Wirzburg in die Acht, und erklärte ihn auch auf der folgenden Reichsversammlung zu Goslar einer Herzogthümer verlustig. Das Herzogthum Sachsen erhielt Marggraf Albert der Bär von Brandenburg, Bayern aber Marggraf Leopold von Oesterreich.

Da die Sächsischen Fürsten, und unter ihnen Erzbischof Eonrad von Magdeburg, auf dem Reichstage zu Goslar um Weihnachten aus Anhänglichkeit gegen den Herzog Heinrich nicht erschienen waren; so lud Conrad fie zu einem andern Reichsoder Hoftage nach Quedlinburg auf Lichtmessen. Nun erschienen sie zwar ihrem Versprechen gemäß, und mit ihnen auch der Erzbischof; allein sie waren offenbar so wenig günstig für den Kaiser gestimmt, daß dieser sich gleich nach ihrer Ankunft eilig von da wegbegab, und sich zu einem Zuge gegen die Sachsen rüfete. Nun kam es sogleich in Sachsen zu einem förmlichen Kriege, besonders gegen den zum Herzog ernannten Marggraf Albert. Der abgesetzte Herzog Heinrich hatte sich schon aus Bayern mit nicht mehr als vier von seinen Getreuen flüchten müß fen, da er sich daselbst von allen verlaffen sah. In Sachsen aber nahm man sich einer desto nachdrücklicher an. Auch Erzbischof Conrad, ein Verwandter, hielt es standhaft mit ihm, bekriegte mit Hülfe anderer Sächsischer Fürsten den neuen Herzog Albert und seinen Bundesgenossen den Grafen Bernhard von

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Plötzkau, belagerte, eroberte und zerstörte des Lehtern festes Schloß Pöskau bey Bernburg; desgleichen eroberte er in der Folge das Schloß und Stammhaus Anhalt, Grüningen, Aschersleben und andere Oerter. Albert ward also nicht nur aus Sachsen vertrieben, sondern verlor auch einen großen Theil seiner eignen Länder, und mußte beim Kaiser Hülfe suchen. Dieser rückte mit einer starken Armee gegen die Sachsen an, welche sich mit dem Herzog Heinrich und dem Erzbischof Conrad am 15. Aug. bey Kreitzburg ihm entgegen stellten. Hier kam es aber durch Vermittelung der anwesenden Bischöfe zu einem Waffenstillstande auf eine bestimmte Zeit, und dann zu Friedensunterhandlungen in Quedlinburg. Daselbst starb Herzog Heinrich in seinen be, sten Jahren, und zwar, wie man, jedoch wahrscheinlich ohne Grund, vorgab, am beigebrachtem Gifte. Er hinterließ einen sechsjährigen Prinzen, den in der Folge so berühmt gewordenen Herzog Heinrich den Leven. Dieser erhielt zwar ein Paar Jahr re nachher endlich das Herzogthum Sachsen wieder, und Albert mußte mit dem Titel eines Marggrafen zufrieden seyn. Allein Bayern erhielt nach Leopolds Tode dessen Bruder Heinrich, der nun auch Heinrichs des Löwen Mutter zur Gemahlin nahm *), Da das Domkapitel zu Magdeburg damals keinen in die Zahl seiner Mitglieder aufnehmen wollte, welcher nicht mit Sandalien ordiniert wäre, und sich dabey auf die päbstlichen Stiftungsprivilegien des Erzstifts berief, wornach die dem Erz, bischof an hohen Festtagen affitierenden Geistlichen sich der Sandalien zu bedienen Erlaubniß hatten; so sahe sich der Erzbischof genöthigt, die Sache nach Rom zu berichten. Papst Innocenz trug

*) Annalista Saxo. p. 681. 682. Chronogr. Saxo. p. 294. 2 96. Chron. Urp. de Conr. 1I1. p. 213. 214. Otto Frising. Chron. lib. Vil. cap. 2. 23. Chron. Mont. fer. p. 77. Gefch. v. Magdeb. t. B. - U

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