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Gegen das Ende des Jahrs 1036 that Conrad einen Zug nach Italien, wo ihn der Erzbischof von Mayland viel zu schaf fen machte, und wo er bis ins Jahr 1038 sich aufhalten mu, ste. Weihnachten dieses Jahrs feierte er zu Goslar, wo ihm die Gesandten aller benachbarten Völkerschaften ihre Aufwartung machten und ihren Tribut darbrachten. Von da unternahm er zu Anfange des Jahrs 1039 eine Reise durch Ostsachsen, folglich auch ins Erzstift Magdeburg, und nachdem er alles daselbst in Ordnung gebracht hatte, ging er nach Nimwegen, von da nach Utrecht, wo er am ersten Pfingsttage fich noch im feyerli, chen Aufzuge in die Kirche begab. Am folgenden Tage ward er bei Tische plötzlich krank, und starb noch denselben Tag am 4ten Jun. 103:9. Seine fast fünfzehnjährige Regierung war sehr hätig, kraftvoll und glücklich. Er hatte alles dazu angelegt und vorbereitet, um sich unumschränkt in der Regierung, und die Deutsche Krone in seinem Hause erblich zu machen. Zu dem Ende suchte er seine Macht so viel als möglich zu vergrö, ßern. Die großen Deutschen Herzogthümer Bayern, Schwaz ben, Franken hatte er schon an sein Haus gebracht. Die noch zu fürchtenden Sachsen suchte er durch die von ihnen verlangte Bestätigung und Aufrechthaltung ihrer Rechte und Gesetze und durch eine Verbindung mit Dänemark in Ruhe und in Respect zu erhalten. Bei der ganzen Geistlichkeit wute er sich auf eine kluge Art durch Freigebigkeit und zweckmäßige innere Einrichtungen beliebt zu machen, ob er gleich, wie einst Otto der Große, weder lesen noch schreiben konnte. Die Vasallen und den Adel brachte er dadurch ganz auf seine Seite, daß er die Kriegslehne erblich werden ließ *). Auf die Art kamen auch viele von den

ehemaligen Gütern des Erzstifts Magdeburg an adeliche Familien,

*) Wippo in vita Conradi, l. C. P. 430. Gesch. v. Magdeb. 1. B. L

tien, denen sie für die auf den Erzstiftischen Gütern haftenden, und von ihnen übernommenen Kriegsdienste zur Lehn gegeben worden, -

Der einzige Sohn Conrads, Heinrich der dritte, war sein Nachfolger, wozu er schon bey Lebzeiten seines Vaters erwählt und gekrönt war. Im J. 1040 ward in seiner Gegenwart vom Erzbischof Hunfried das neugebaute Kloster Hirschfeld eine gewehrt, welches ein Paar Jahre vorher von Grund aus abge brannt war. Heinrich bestätigte auch durch eine zu Regensburg am 11ten Aug. 1040 ausgefertigte Urkunde dem Erzstifte Magdeburg seine Besitzungen, Rechte und Privilegien, in der

gewöhnlichen Form und ganz auf die Art, wie seine Vorfahren.

ungefähr in diesem Jahre 1840 ward der schon unter Erzbischof Hunfrieds Vorfahren obgewaltete Grenzstreit zwischen dem Erzstifte und dem Bisthume Halberstadt über die Grenzen bei der Stifter, vom Bischof Burchard von Halberstadt beim Königin Gegenwart vieler Bischöfe und Fürsten von neuem wie der aufgeregt. Hunfried ließ sich als ein Freund des Friedens

und der Ruhe endlich auf Heinrichs Zureden, und auf den Rath

anderer Bischöfe und Fürsten, bewegen, 22 Kirchen mit den dazugehörigen Dörfern, welche nach den alten Urkunden unter dem Erzstifte stehen sollten, nebst einigen Zehenden und Höfen in den Dörfern Neundorf und Uplingen, dem Bisthume Halberstadt abzutreten. Er gab noch von dem Eigenthume des Erzstifts 10 Hufen Land dazu, damit alle Beschwerden und Klagen, womit man das Erzstift bisher belästigt hatte, für jetzt und für die Zu

kunft ein Ende nehmen sollten *). In den folgenden Jahren zwang Heinrich den Herzog Brazlaw von Böhmen durch einige Feldzüge, den dem Reiche verweis

*) Sagitt. histor. Magd. p. 90. Pauli Langi Chron. Citi. ap. Pistor. Tom, J. P. 772. Chron. Magdap. Meib.p. 23. verweigerten Tribut zu bezahlen, wobey die Bayern einigen Verlust erlitten, die Sachsen aber von der andern Seite sich desto tapferer hielten. Dann führte er glückliche Kriege mit den Uns garn, und setzte den von ihnen verjagten König Peter unter sei, ner Oberherrschaft oder Lehnshoheit wieder auf den Thron. Er verheurathete sich mehrere Jahre nach dem Absterben seiner Dä, mischen Gemahlin zum zweitenmal im J. 1045 mit der Agnes, Prinzessin von Poitou. Im J. 1047 ging er nach Italien, setzte drey neben einander gewählte Päbfe ab, machte den Bioschof Suitger von Bamberg, einen Sachsen und Schwestersohn des vormaligen Erzbischofs Walther zu Magdeburg, unter dem Namen Clemens der zweite, zum Pabste, und ließ sich und sei, ner Gemahlin die Kaiserkrone von ihm aufsetzen *). Im J. 1043 war Erzbischof Hunfried beim Kaiser zu Mainz. Im folgenden Jahre weihte er mit großen Feyerlich, keiten das hohe Chor der Domkirche ein, welches er größer und ordentlicher hatte bauen, auch ein Gewölbe darunter anle gen lassen, und widmete es dem heiligen Kilian, seinem ehema ligen Schutzheiligen zu Würzburg, der Maria und dem Evan, gelisten Johannes. - Im J. 1051 am 23sten Febr. starb Erzbischof Hunfeied zu Vadderode, nachdem er über 27 Jahre dem Erzstifte sehr rühmlich und glücklich vorgestanden hatte, und ward vor den Stuffen des von ihm gebauten Chors begraben. Er war ein würdiger Nachfolger so mancher guten Vorfahren in der Ret gierung. Er führte einen sehr rühmlichen strengen und religiösen Lebenswandel. Auch er verbesserte die Präbenden der Domkapitularen. Die Stiftskirche zu St. Petri und Pauli und die Pfarrkirche zu St. Nicolai in der Neustadt, hat L 2 GT

*) Chronogr. Saxo p. 247 - 250 Annalista Saxo P, 474 475 - 480 - -

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er von Grund aus neu aufgebauet. Die Neustadt muß also damals schon ziemlich angebauet gewesen seyn. Da er beym Kaiser Heinrich sehr beliebt war, so wuste er ihn dahin zu bewe bewegen, daß er dem Erzstifte 5e Hufen Land schenkte, so wie er überhaupt auf alle mögliche Weise mit der Liebe eines rechtschaffenen Vaters und mit der Sorgsamkeit eines treuen Hirten für das Beste der ihm Anvertrauten, und für die Vermehrung ihres Unterhalts sorgte und arbeitete. Die Körper einer beyden Vorfahren, Dagans und Walthers, ließ er aus dem Chore gegen Abend aufnehmen, und mitten in der Kirche neben demAdelbert und Gero begraben. Er sorgte auch, wie vorhin an geführt ist, sehr rühmlich für die Bestätigung der Privilegien

der Kaufleute in seiner Residenz Magdeburg *).

II. Geschichte Magdeburgs unter dem siebenten Erzbischof En: gelhard, v. J 1051 – 1063.

Der Erzbischof Engelhard war ebenfalls, wie fein Vot, gänger, vorher Domkapitular oder Canonicus im Stifte Würzburg und zugleich zu Goslar, dann Hofkapellan des Kaisers Heinrichs des dritten gewesen, der ihn im Jahre 1051 zum Erz, bischof von Magdeburg bestellte. Er ward vom Bischof Hu nold von Merseburg ordiniert und conseeriert, erhielt auch bald nachher das erzbischöpfliche Pallium und die päbstliche Bestäti, gungsbulle vom Pabst Leo dem neunten. Gleich im ersten Jahr re seiner Regierung wohnte er dem Concilio zu Mainz bey, wo

unter dem Vorsitze des Pabsts Leo und des Kaiser Heinrichs 42

Bischöfe versammlet waren und wo die Simonie, oder die Er, - kau

*) Chron. Magd. ap. Meib. p. 287. Annalifa S op. 431. 482. Sagitt. hist. Magd. P. 234.

kaufung geistlicher Stellen mit Geld, und die Priesterehen verboten wurden. Im J. 1056 überfielen die Leutizier-Wenden beim Ausfluß der Havel in die Elbe den Markgrafen Wilhelm von Nordsachsen, und tödteten ihn mit vielen seiner Leute, andere jagten fie in die Elbe, daß sie ertranken. Im folgenden Jahre aber wurden sie von den Sachsen wieder dafür hart gezüchtigt.

Noch im J. 1056 am 5ten Oktober starb Kaiser Heinrich der dritte in seinem 39sten Lebensjahre zu Bothfeld, einem kaiserlichen Jagdschloffe am Harze, nachdem er bis ins 18te Jahr sehr thätig und glücklich regiert hatte. Er ließ den Plan seines Vat ters, sich unumschränkt in der Regierung und die Krone in einem Hause erblich zu machen, nicht aus den Augen, befolgte ihn aber zu unvorsichtig, und ließ durch verschiedene willkührliche Schritte feine Absichten zu sehr merken. So entsetzte er z B. mit Zus stimmung nur einiger Fürsten den Herzog Conrad von Bayern, und gab nun Bayern seinem zweijährigen Sohn Eonrad, und nach dessen Tode seiner Gemahlin Agnes, daß sie es als Eigenhum so lange behalten könnte, als sie wollte. Solche und ähnt che Vorfälle erweckten schon bey seinen Lebzeiten großes Miß, trauen und Mißvergnügen gegen seine Regierung, besonders bey den Sachsen. Diese sahen es auch sehr ungern, daß der Kaiser zu ihrer großen Belästigung sich so oft und so lange zu Goslar am Harze und in andern Sächsischen Gegenden auf hielt, und sie aus Mißtrauen gegen sie gewissermaßen nicht aus,

- den Augen ließ. Dies Mißvergnügen der Stände, besonders

in Sachsen, erregte schon hie und da im Reiche noch vor dem Tode Heinrichs lautes Murren und Klagen. Dies sowohl als auch andere Unfälle, und besonders eine fast allgemeine Hungersnoth im Reiche, beunruhigten den Kaiser kurz vor seinem Ende nicht wenig, und er suchte noch auf seinem Sterbebette, so - - - - - gut

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