Abbildungen der Seite
PDF

-

tzes, so wie überhaupt die Magdeburger den mitleidsvollesten Ans theil an diesem Unglück bezeugten. Der Abt Siegfried, weleher auf die erste Nachricht von diesem Brande sogleich herbey

eilte, und sein Kloster, woran er seit 3 Jahren so viel gebaut hatte, betrübt in der Asche liegen sah, tröstete sich endlich damit:

Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen; – und unternahm dann mit dem größten Eifer und Thätigkeit die Wie dererbauung des Klosters, wobei er von dem Kaiser, von den

Großen und von den Magdeburgern sehr unterstützt ward, und

von allen Seiten reiche Geschenke fürs Kloster erhielt *). Da die Leutzier- oder Wilzen-Wenden auf ihrer vom

Kaiser verlangten Heeresfolge gegen Polen eine große Niederla

ge von den Polen erlitten, und auch eine ihrer göttlich verehrten

Fahnen durch einen muthwilligen Steinwurf zerriffen ward, die

andere aber beim Uebersetzen über die Mulde verlohren gieng; so wurden sie in ihrer Treue gegen den Kaiser wankend, verjagten im J. 1018 zuerst den Obotriten Fürsten Mittewoi, der ihnen auf jenem Zuge wicht zu Hülfe gekommen war, und verleiteten dann die Obotriten und Wagrier zum Abfall vom Christenthum und vom Reiche. Jetzt wurden wieder eine Menge christlicher Kirchen zerstört, das Heidenthum wieder eingeführt, die alten Götzen wieder aufgestellt, viele christliche Geistliche den Gößen geopfert, oder sonst mit ausgesuchten Martern hingerichtet. Ende lich brachte die Herzog Bernhard von Sachsen nach einigen Jahr ren mit Mühe wieder zum Gehorsam. Im folgenden Jahre 1019 starb der berühmte Geschichte schreiber dieser Zeiten, Bischof Ditmar von Merseburg, erst 42 Jahre alt, an der Pest **). ... --- --- --- --- -– – – – Im ) Ditmar p. 414-416.419.426.427. Chronogr. Saxop. 432. 233. Meib. Chron. Berg. Tom. III. p. 295. Annalista, Saxo p. 445 - 449. 451. **) Ditmar p. 416.420. Chronogr. Saxop. 233. Chron. Quedl. ap. Leibn, Tom. II. p. a91.

[ocr errors]

GeschMagd. unter den letzten Sächsischen Kaifern, 147

Im Jahre 1020 war ein ungewöhnlich harter und langer Winter, worin viele Menschen erfroren. Darauf erfolgte ein unerhörtes Sterben unter den Menschen, Hernach traten die Elbe und die Weser aus ihren ufern, und überschwemmte mit einer ungewöhnlichen Menge Waffers alle benachbarte Gegenden. Ganze Dörfer, Kirchen und Häuser wurden durch die Gewalt der Fluchen weggespült, und eine große Menge Men, fchen kam im Waffer ums Leben.

Im Jahr 1021 feierte der Kaiser das Pfingstfest beym Erzbischof Gero zu Magdeburg mit großen Solennitäten, MV0e bey der Erzbischof ihn mit seinem Gefolge prächtig bewirther, und eben so feierlich beging er das Fest des heil. Mauritius, feines besondern Schutzpatrons, zu Halberstadt, Nachher hielt er zu Alstedt eine Reichsversammlung, und 809 gegen Ende des Jahrs nach Italien, kehrte aber schon im Frühjahre 1e, nach Deutschland zurück. Auf dem Rückzugebüßte er den größten Theil seiner Armee durch ein ungewöhnliches Sterben ein, Darauf begab er sich nach Grona, wo in seiner Gegenwart zwischen Erzbischof Gero und Bischof Arnulph von Halberstadt ein hef tiger und ärgerlicher Zwist entstand, wahrscheinlich über die bis her immer noch streitig gewesenen Grenzen zwischen dem Erzstifte Magdeburg und dem Stifte Halberstadt. In diesem Jahr re ward der Abt Siegfried von Kloster Bergen Bischof zu Mün, ster, und Marquard ward wieder Abt an einer Stelle“).

Im Sept. des Jahrs 1023 starb der merkwürdige Bl, schof Arnulph von Halberstadt, welcher sein Stift unter andern mit 1200 Hufen Landes, und auch sonst auf alle mögliche Weise bereichert hatte. Ihm folgte schon am „ Oet. d. J. Erzbi

K 2 schof

[ocr errors][ocr errors]
[ocr errors][ocr errors][merged small]

schof Gero im Tode nach, nachdem er schon lange vorher viele Schmerzen an einem schlimmen Fuße ausgestanden hatte. Er starb auf einem Gute Vadderode im Mansfeldischen, und hat Jahre und 1 Monat dem Erzstift sehr rühmlich vorgestanden. Besonders sorgte er, nach dem herrschenden Sinne damaliger Zeiten, für das Ansehen der ihm anvertrauten Kirche, und für die Erhaltung und Vermehrung ihrer Güter, worin man damals das Hauptverdienst der Bischöfe setzte. Er war ein Freund jedes Redlichen und Guten, aber ein Feind verkehrter Men“ fchen, und so bewies er sich mild gegen Dürftige und Niedrige, aber sehr hart und strenge gegen schlechtdenkende Große und Reis , che. Dem Halberstädtischen Bischof Arnulph, der Ansprüche an das Eigenthum seiner Kirche machte, widersetzte er sich standhaft Den Markgraf Bernhard, der die Stiftsgüter verheert hatte, absolvierte er nicht eher vom Bann, als bis er sich seiner Gnade überließ und Schadenersatz leistete. Er vergrößerte die Präben, den der Capitularen. Er stiftete, bauete und dotierte nicht nur das Kloster u. L. Frauen in Magdeburg, wie schon angeführt ist; sondern er erbaute und dotierte fast zu gleicher Zeit, unge fähr im J. 1015 noch eine andere Stiftskirche, die anfänglich dem heil. Evangelisten Johannes, aber bald nachher dem heil. Sebastian gewidmet ward, und setzte dabey Canonicos an, der nen er von seinem Eigenthum hinlänglichen Unterhalt und Einkommen schenkte, indem er ihnen unter andern sein Stammguth Gudenswege zuwandte, welches dem Stifte St. Sebastian noch jetzt gehört. Die Stiftungsurkunde ist nicht mehr vorhanden, oder doch noch nicht öffentlich bekannt geworden. Den schon von Otto dem Großen für den heil. Mauritius oder für die Domkirche gesammelten Schatz verwandte er zur Ausbesserung und Verschönerung der Domkirche, des Bischofshofes oder des erzbi, schöflichen Palastes und anderer Stiftsgebäude. Auch die Mauern der Stadt Magdeburg, welche Otto der Große und seine Gemahlin Editha zwar zu bauen angefangen, aber nicht ganz vollendet hatten, brachte er noch ein Jahr vor seinem Tode, nämlich im J. 1022, endlich völlig zu Stande. Er verbesserte. überhaupt den Zustand seines Erzstifts auf alle mögliche Art von innen und von auffen, und suchte alles möglichst zur Vollkommenheit zu bringen. So hinterließ er den Nachkommen viele rühmliche Denkmale einer Thätigkeit. Er wird nebst seinem Nachfolger unter die ruhmwürdigsten Bischöfe seiner Zeit gerecht net, welche durch ihre Einsicht und Gelehrsamkeit, durch ihren strengen musterhaften Wandel, durch ihre Treue gegen das Reich, durch ihre Sorgfalt für das Beste ihrer Untergebenen sich vorzüglich auszeichneten!“) – An seine Stelle erhob Kaiser Heinrich zwar noch einen Kapellan Hunfried, zu Anfang des J. 1024 zum Erzbischof, den er aus dem Capitel zu Würzburg an seinen Hof genommen hatte. Allein er überlebte den Erzbischof Gero nicht lange mehr. Er lag schon zu Anfang des Jahrs eine Zeitlang krank zu Bamberg, und sobald er sich etwas erholt hatte, wollte er nach Magdeburg kommen. Allein aus Furcht vor den Beschwerlichkeiten der Reise blieb er den Palmsonntag zu Alstedt. Da seine Kränk, lichkeit zunahm, so feierte er den grünen Donnerstag und Char freytag in der Stille mit einem kleinen Gefolge zu Naumburg. Zum Osterfeste aber kam er doch mit seiner Gemahlin nach Magdeburg, wo sich die Reichsstände versammlet hatten. Hier ein pfing man ihn mit großen Ehrenbezeugungen, hier blieb er auch während des Osterfestes, und ward hernach von dem neuen Erzbischof mit mancherley Kostbarkeiten von Gold und Seide reicht

feine

lich beschenkt. Dann ging er nach Halberstadt und weiter nach Gos

*) Chron. Magd. ap. Meib. p. 236. 237. Chron. Saxo p. 236.237. Annalista Saxop.454. Vita Meinwerciap. Leibn. Ton. I. p. 556.

Goslar, wo er zehn Tage zubrachte. Von da begab er sich nach Grona an der Weser, wo er wieder in eine schwere Krankheit verfiel, woran er auch den 13ten Jul. d. J. 1024 starb, nach dem er 22 Jahre regiert und 52 Jahre gelebt hatte. Sein Körper ward nach einem Verlangen zu Bamberg begraben *).

Er hatte den besten Willen, gut zu regieren, ließ es auch an Thätigkeit, an unverdroffenen Bemühungen, an Feldzügen und Reisen in seinem Reiche, nicht fehlen, um diesen Zweck zu erreichen. Aber er hatte nicht Klugheit, nicht Kraft, nicht Ausdauer genug zur Besiegung der dabey vorkommenden Hinderniffe und Schwierigkeiten, und wute sich bey den unruhigen streitsüchtigen Großen Deutschlands nicht Ansehn genug zu verschaffen. Seine natürliche Gutmüthigkeit, Treuherzigkeit und Nachgiebigkeit ward von seiner Gemahlin Kunegunde, und ihr ren unruhigen übermüthigen Brüdern, die überall Unruhen und

Fehden stifteten, so wie von den Geistlichen und andern Großen

überall gemißbraucht, um ihre kleinen und eigennützigen Absichten zu erreichen. Sein redlicher, obgleich nicht erleuchteter Res ligionseifer, der ihm den Namen eines Heiligen verschafft hat, verleitete ihn allerdings zu einer allzugroßen Ergebenheit und Nachsicht gegen die Geistlichen, so daß sie alles bei ihm versuche ten und wagten, ihm Güter und Ländereyen abdrangen, sich in feiner Gegenwart mit einander zankten und überwarfen. Als lein sein Recht, die ersten geistlichen Stellen zu besetzen, ließ er sich nicht nehmen, und er gebrauchte es so gut, daß unter ihm fast alle großen Bisthümer vorzüglich gut, wenigstens weit bess fer, als bald nachher besetzt waren, da die Domkapitel mehr das Wahlrecht an sich brachten. Dem Erzstifte Magdeburg sind nur

einige

[ocr errors]
« ZurückWeiter »