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Col di Tenda und Col di Finestra lief; die gegen 15,000 Mann zählende Alpenarmee stand vom Col de Urgentera an, bis jenseit des kleinen St. Bernhard, in den Pässen und Positionen, welche im Laufe des vorigen Feldzugs erobert worden waren*).

Es lag in der Natur der Sache, daß die entscheidenden Schläge nicht an der westlichen Gränze Piemonts geführt werden konnten; wir begnügen uns deshalb die hier vorgefallenen Kriegsereignisse, welche durchaus keinen Einfluß auf das Ganze hatten, gleich jetzt in der Kürze zu erwähnen. In der Nacht zum 12ten Mai eroberten die Republikaner den südöstlich des kleinen St. Bernhard gelegnen Col del Monte mit allem dort aufgestellten Geschütz, und wiesen am 13ten einen Angriff zurück, welchen die Gegner auf den kleinen St. Bernhard wahrscheinlich in der Erwartung unternahmen, diesen Posten nur noch schwach besetzt zu finden. Ebenso vergeblich blieben die Versuche der Letzteren gegen Tenda und Briga, am 16ten Mai, gegen den Mont Genevre am 31sten Iuli, so wie gegen St. Martin in der Nacht zum 1sten September; eine Menge kleiner Gefechte der Vordertruppen waren so unerheblich, daß wir ihre Aufzählung dem Leser ersparen zu müssen glauben**).

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Kellermann hatte die Weisung erhalten, bis zum Eintreffen der ihm zugesicherten Verstärkungen in der Defensive zu verharren, und nithigenfalls sogar bis hinter den Var zurück zu gehen; die Aufgabe des österreichischen Feldherrn war dagegen, die ausgedehnte Linie der Gegner auf einem Punkte zu überwältigen, und sie so zur ungesäumten Räumung derRiviera di Ponente zu zwingen. Wurde dieß wahrscheinlich durch einen gelungenen Angriff auf den Col di 2enda bewirkt, und fehe n wir dagegen alle Anstrengungen gegen den rechten Flügel der feindlichen Aufstellung gerichtet, so müssen besondere Gründe dafür stattgefunden haben, von denen nur die Hoffnung ^ auf das Mitwirken einer englischen Flotte erwähnt wird,

welche in diesen Gewässern kreuzte. Erst in der Mitte »5M.s.w.Wi.des Iuni rückte die österreichische Armee nach Carcare ^ vor*), von wo aus am 20sten die weitern Bewegungen

begannen. Die Hauptmasse wendete sich links über Ca«zM.s.z.C««c.dibone nach Madonna del Monte, einen vor den französischen rechten Flügel vorgeschobenen Posten; dieser ward leicht vertrieben, aber ohne Erfolg blieben die am 24sten und 25sten unternommenen Angriffe auf die in der Gegend von Vado angelegten Verschanzungen. Eine andere 5 M. s. M. d.M. Abtheilung von Carcare aus nach Monte Fredo gesendet, nM.s.w.C»«. rückte in der Nacht zum 25sten gegen den befestigten ColiM.s.w.M.Fl. S. Giacomo, und vertrieb nach lebhaftem Gefecht die sieben französischen Bataillone, welche diesen Paß besetzt hielten; General Argenteau, gleichzeitig mit 4^ Batail-'

1013. 1015. 1422. 1425. 1456. 1457. I'2ll IV. p. 116. Oe5j2iäin« III. 248—250. lomini VII. 84. 85. 91. 93. 94. 286. 237.

') Damit betraten die Oesterreicher das neutrale genuesische Gebiet; die deshalb von De Vins gepflogenen Unterhandlungen finden sich in Keeueil äe, l'raits« I. 153 — 157.

lonen in drei Colonnen von li Ronchi aufgebrochen, er-i^M.w.M.Fr. oberte die Verschanzungen bei Sette vani, und erwartete ^M.s.w.l.R. nur das Eintreffen seiner Artillerie, um auch die nahe gelegnen Werke von Melogno anzugreifen. Als die Geschütze am Nachmittage anlangten, fiel ein so dichter Nebel, daß man in dem ungekannten schwierigen Terrain nicht weiter vorzugehen wagte; dagegen benutzten die Republikaner denselben zu einem Versuche die verlornen Schanzen wieder zu gewinnen, wurden in drei wüthenden Stürmen mit beträchtlichem Verluste zurückgewiesen, und sahen, als am 27sten der Angriff unter gleichen Umständen wiederholt ward, ebenfalls alle ihre Anstrengungen vereitelt. An letzterem Tage ließ General Colli drei Colonnen gegen den Col di Tenda rücken, welche aber nach kurzem Gefecht den Rückzug antraten*).

*) Wiener Zeit. S. 18Z8. Beil. zu wo. 54. S8. Boniteur z>. 1161. 1l64. r2tono p. 184. 185. Briefe aus Jtalien S. 18 — 36. 38—40. lomini VII. 85—94. lle5jar. äin, III. 254—2S8. Jn dem französischen Offtcialberichte wird behauptet: 3 Bataillone hätten den Posten von Seite pani wieder genommen, und die Oesterreicher darauf S. Giacomo freiwillig geräumt; beide Angaben sind völlig unwahr.

Kellennann erachtete nach diesen Ereignissen seine bisherige Stellung nicht mehr haltbar, ließ in der Nacht zum 29sten Vado räumen, und in den nächsten Tagen die Armee die Positionen beziehen, worin er wenigstens einen Theil der Riviera bis zum Eintreffen der verhießenen Verstärkungen zu behaupten hoffte. Der rechte Flügel

«;M.s.w.V»b». lehnte sich bei Borghetto an das Meer, und lagerte hier auf steilen Anhöhen, deren natürliche Festigkeit noch durch Feldwerke verstärkt wurde; einzelne Posten verbanden ihn

5M.>>.w.B«lgh.mit dem Centrum, welches sich bei Ponte di Nave zu

,M.n.5.P.d.N.sammenzog, und Ormea durch seine Vordertruppen besetzte, weiter westlich bis jenseit des Col di Tenda blieb die Aufstellung unverändert. Die Oesterreicher waren langsam und ohne etwas zu unternehmen, den rückgängigen Bewegungen des französischen rechten Flügels gefolgt; sie standen in der ersten Hälfte des Juli in der

4M.n.i.B«l«h.Linie von Loano bis Rocca barbena, und' rechts von

lM.n.w.Loan.

i M. n.w. R°c. ihnen mit der Hauptmasse bei S. Bernardo das Corps ""' von Colli. Dieses hatte einige Gefechte mit dem Centrum der Republikaner bestanden, über deren Gang nur so dürftige Nachrichten vorhanden sind, daß man sich durchaus kein deutliches Bild davon entwerfen kann; gewiß scheint, daß nicht ihr Erfolg, sondern die allgemeine Lage der Armee den Feind veranlaßte sich bei Ponte di Nave zu concentriren *).

') Wiener Zeit. Beil. zu Ko. 58. S. 2221. 2306. lomini VII. 94 — 98. 0«5ialäin5 III. 261 — 266.

Zwei Monate blieben die Verbündeten unthätig in diesen Stellungen, lediglich damit beschäftigt sie zu verschanzen und Verbindungswege mit ihren rückwärtigen Depots anzulegen; wir finden nirgend einen Grund dieses befremdenden Stillstandes angegeben, welcher vielleicht auf der Idee beruhte, der Feind werde, aus Mangel an Unterhalt, ohne Schwertschlag das unfruchtbare Küstenland verlassen müssen, da seine Verproviantirung zur See durch, die englischen Kreuzer sehr gefährdet war. Allerdings litten die Republikaner drückenden Mangel sowohl an Lebensmitteln wie Bekleidungsgegenständen, sie ertrugen ihn aber in der Hoffnung baldiger Hülfe. Der Convent hatte 10,000 Mann vom Rheine nach Italien gesendet, und nach dem Frieden mit Spanien den größten Theil der Ostpyrenäen-Armee dahin dirigirt; die ersten Truppen dieser Verstärkungen waren eben eingetroffen, als durch Conventsbeschluß vom 31sten August die Trennung der Alpen- und italienischen Armee angeordnet, und Kellermann zum Befehlshaber der ersten ernannt, Scherer an die Spitze der zweiten gestellt wurde*).

Erst am 19ten September ward die lange Waffenruhe unterbrochen, indem General Argenteau sich in den Besitz einer vom Feinde verschanzten Felsenhöhe in der Nähe von Sucarello zu setzen suchte. Durch die Vor-l?M.w.Bol«h. bereitungen dazu aufmerksam gemacht, hatte der fran

*) Aloniwur p. 1402. Scherer hatte bisher die VstpyrenäenArmee befehligt. , ,.

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