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würde die Kanonenböte entfernt, dem hart bedrängten Feind imponirt und so auf zwiefache Art den Sieg für sie entschieden haben. Noch ist nicht aufgeklärt, ob das Vorgeben, widrige Winde hätten die Engländer zurückgehalten, gegründet war; die Entfernung der Inseln Iersey und Guernsey von Granville (7 und 14 Meilen) kann bei der fast zweitägigen Dauer der Belagerung das Ausbleiben nicht entschuldigen. Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß den Vendeegeneralen zugleich mit den englischen Depeschen ein geheimes Schreiben des Emigranten du Dresnay aus Iersey zukam, worin dieser zwar die Bereitschaft einer englischen Expedition bestätigte, allein die Warnung folgen ließ, man möge nicht zu fest darauf bauen, indem sich bis jetzt in England nur wenig Eifer und wahre Theilnahme an der Sache der Royalisten zeige. Die verheißtne Expedition verließ unter Lord'Mona l?ie brittischen Häfen am Isten December und kreuzte längere Zeit an den Küsten der Nor« mandie; als sie indeß weder Signale bemerkte, noch sonst etwas von dem Vendeeheere in Erfahrung bringen konnte, segelte sie, ohne irgend etwas untemommen zu haben, nach England zurück. *) .' :> >

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Der Verlust der Royalisten vor Granville wird selbst in den oberflächlichsten Angaben ihrer Gegner nicht höher als auf 1500 Mann geschätzt, und wahrscheinlich ist er noch geringer gewesen; indeß der Geist der Armee hatte durch diese verunglückte Unternehmung sehr gelitten, und schon den Tag darauf zeigten sich die unangenehmsten Folgen. Anstatt daß das Heer seinem Feldherrn folgen sollte, welcher gleich nach der Ankunft zu Avranches mit der Reiterei nach Villedieu geeilt war, um den Marsch ezM.n.z Avr m das Innere der Normandie, den man nach Bougons Rath nun unverzüglich antreten wollte, vorzubereiten, > erhob sich die ganze Volksmenge in wildem Tumult gegen ihre Führer und erklärte, daß sie ihnen in keiner andern Richtung als nach der Vend«e zurück folgen werde. Fruchtlos blieben Gründe, Drohungen und Versprechen; die Führer mußten sich endlich entschließen, von Avranches aus eine Unternehmung anzutreten, die man in Laval wenige Tage nach dem glänzendsten Siege für unausführbar gehalten hatte, und nachdem la Roche Iacque

Truppen in Avranches zurückgeblieben, p. 49. soll er daselbst während der Belagerung von Granville eine Empörung der Soldaten gestillt und ein Detachement nach Villedieu abgeschickt haben; p. 56. wird derselbe General vor Granville verwundet. Ich bin daher der Frau von la Rocht Iacquelein gefolgt, nach welcher Royrand schon bei Laval tödtlich verwundet worden, aber noch später als zur Zeit der Belagerung von Granville gestorben ist.

lein durch die Nachricht der Empörung von Villedieu Hurückgerufen worden war, setzte sich die Armee am 18ten unter seiner Leitung wieder zurück gegen Pontorson in Marsch. Bevor wir ihr weiter folgen, müssen wir die letzten Bewegungen der Republikaner nachholen. *)

Vorzüglich Mangel an Schuhen hatte den Abmarsch der Westarmee von Angers bis zum 7ten November verzögert, so daß sie erst am 14ten über Laval und Vitr«, 14,000 Mann stark, in Rennes eintraf. Man wußte hier noch nichts von der Unternehmung der Insurgenten gegen Granville, als in einem am 15ten gehaltenen Kriegsrathe beschlossen ward, in den nächsten Tagen mit der Hauptmasse nach Antrain zu marschiren und eine Division nach Fougeres zu senden; als aber am Nachmittage des 1öten die Nachricht von dem Angriff auf Granville einging, rückte das gesammte Heer sogleich

s M.n! z" St. nach St. Aubin d'Aubigni, am 17ten nach Antrain.

l^M.n.A«tr.Tribout war von Dinan nach Pontorson, Sepher am 1ßten zur Unterstützung von Granville marschirt, und

*) Aloniteur p. 247. 267. Alaä»in« 1a RoeKe I«ey. II. 57—59. L«2u<:K2N!p II. 56. 60.

Die Erzählung des Aufruhrs bei Avranches in Beauchamp ist so poetisch und die Zeitfolge der Begebenheiten ist darin so absichtlich verwirrt, daß man ihr durchaus nicht folgen kann; dagegen trifft der Bericht in den Memoiren der Frau von la Roche mit der Zeit und allen übrigen Umständen vollkommen überein; unsere Erzählung ist daher fast allein aus denselben entnommen.

weil diese nicht mehr nöthig war, nach Coutances zurückgegangen.

In Antrain erhielt Rossignol die Nachricht, daß die R»y«listen vor Granville zurückgeschlagen, Avranches mncht hätten. Er beschloß, sie dort anzugreifen, und ließ, um ihnen, dm Rückzug rechts abzuschneiden, am 1«lm eine Division nach Fougeres abrücken; die Angriffs-3^,^.5^. bewegung des Hauptcorps ward nur ausgesetzt, bis Relognoscinmgen ergeben haben würden, ob man auf dem gnaden Wege gegen Avranches marschiren könne, oder üb« Pontorson gehen müsse. Ehe noch hierüber ein Entschluß gefaßt war, hatten sich die Verhältnisse geändert, *)

Am 18ten Nachmittags gegen 4 Uhr erschien das ganz« Insurgentenheer vor Pontorson. Die kleine Stadt» M. s. w. «vr. liegt gegen Avranches zu vor dem Flusse Coesnon, der hier nicht zu durchwaten ist, die Brücke nah hinter der Stadt kann aus einer Art Borstadt, Cendre genannt, welche auf dem linken Ufer liegt, mit Vortheil vertheidigt werden; indeß Trlbout hatte sich vorwärts Pontor« son ausgestellt und erwartete hier den Feind. Nach hart« iMgem Gefecht ward er in den Ort zurückgeworfen, »eichen die Insurgenten von allen Seiten angriffen; der tapfere Widerstand, den die Division hier noch leistete, diente nur, ihre Niederlage vollständiger zu machen. 9 Uhr Abends war bei weitem der größte Theil

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niedergehauen oder gefangen, Geschütz und Materie! ohne Ausnahme in der Gewalt der Sieger, und kaum einige Hundert zerstreute Flüchtlinge blieben übrig, um die Nachricht des Unfalls nach Antrain und Dinan zu bringen. Rossignol rief hierauf sogleich die Division aus Fougeres zu sich, und ließ die Armee Stellung nehmen, zu einem allgemeinen Gefecht entschlossen, wenn ihn die Gegner angreifen würden; Avantgarden wurden in der Richtung von Pontorson und Dol vorgeschoben. *)

Zu Pontorson am Morgen des 19ten bemerkte man bei dem Insurgentenheere, daß Prinz Talmont, der Heerschatzmeister Beauvollier und der Pfarrer Bernier fehlten, und zugleich verbreitete sich das Gerücht, sie hätten sich von Avranches aus an die Küste begeben, um in Fischerkahnen nach Iersey zu entfliehen. Stofstet, der gegen AvrancheS zu die Arriergarde befehligte, schickte den Vermißten sogleich ein Cavaleriedetachement nach, welches sie lebend oder todt zurückbringen sollte; dies schlug indeß einen andern Weg ein, als sie genommm hatten, und sie trafen, ohne Stofftets Truppen begegnet zu sein, im Lauf des Tages wieder zu Pontorson ein. Nach ihrem Vorgeben hatten sie einigen Damen ihrer Bekanntschaft zur Flucht nach Iersey behülflich sein wol

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