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derheirathet war, oder früher im Ehefand getebt, und das viera rigste Jahr zurückgelegt hatte, konnte man in das VouziehungsDirektorium gelangen. Dieses leßtere forgte, den Gefeßen gemäß, für die äußere und innere Sicherheit des Staats und verfügte über die bewaffnete Macht. Es unternahm und führte die Unterhandlungen mit den fremden Mächten; aber die Verträge, die es unterschrieb oder unterschreiben ließ, waren nicht gültig, bevor sie von den gefeßgebenden Räthen in einem geheimen Comité unter fucht und genehmigt worden. Ade Fabre legte das Direktorium den gesebgebenden Räthen über die Verwendung der einem jeden Departemente ange. wiesenen Gelder mit Ausnahme derjenigen Rechnung ab, die ihm für persönliche oder geheime Ausgaben besonders anver. traut worden waren. Die Ernennung, Zurückberufung und Abfeßung aller Anführer und Offiziere der befoldeten Truppen in jedem Grade, der Minister und diplomatischen Agenten, der Statthalter in den Kantonen, des Bräsidenten und des öffentlichen Anklägers des obern Gerichtshofi, so wie auch der Obereinnehmer der Einkünfte der Republik stand ihm zu, die Unterbeamten und Unteragenten aber wurden von denjenigen ernannt, von denen fie unmittelbar abbingen. Borläufig stellte man vier Minifterien auf, nämlich dasjenige der auswärtigen Geschäfte und des Kriegswesend, dasjenige der Gerechtigkeitspflege und der Polizei, dasjenige der Finanzen, des Handels, des Ackerbaures und der Handwerke und dasjenige der Wissenschaften, fchönen Künste, der öffentlichen Gebäude, Brüden und Straßen. Doch konnte diese Geschäftseintheilung auch abgeändert werden. Der oberste Gerichtshof bestand aus cinem von jedem Kanton ernannten Richter und wurde alle vier Jahre zum vierten Theile er. neuert. Er richtete die Mitglieder der geseßgebenden Räthe und des Direktoriums, so wie in letter fustang, mit Zu. zichung feiner Suppleanten, in Kriminalsachen, welche die Todesstrafe, oder die Einsperrung, oder Landesverweisung auf Lebenszeit nach sich zogen, wobei er auch in Lokalsachen als Kafsationshof (prach. In Bezug auf die bewaffnete Macht war der Grundsaß der Errichtung cines freiwtllig angeworbenen befoldeten Truppenkorps aufgestellt. In den Kantonen waren die drei ersten Obrigkeiten der Statthalter des Direktoriums als Vetreter der vollziehenden Gewalt, das aus zwölf Richtern und cinem Präsidenten bestehende Kantonsgericht und die aus acht Beisißern und einem Präsidenten gebildete Verwaltungskammer, welche die unmittelbare Vollziehung der Gefeße über die öffentliche Erziehung, die Künste und Wissenfchaften, die Finanzen, den Handel, die Lebensmittel und die innere Verwaltung des Kantonsgebiets besorgte. Abänderungen in der Verfassung mußten vom Senate vorgeschlagen werden, erhielten aber nicht cher die Kraft cinco Beschlusses, bis fie zweimal defretirt worden waren, und zwar sollte zwischen dem ersten und dem zweiten Defret ein Zeitraum von einem Jahre verstreichen. Diese Schlüsse des Senato mußten hierauf von dem großen Rathe verworfen oder genehmigt und im leßtern Falle den Urversammlungen zugeschickt werden, um fie anzunehmen oder zu verwerfen."

Diesen Entwurf verbreitete man anfangs, weil man wußte, daß er in der Schweiz wenig Beifau finden würde, nur behutsam, später dann, nachdem die gewaltsame Unterjochung dieses Landes feinem Zweifel mehr unterworfen schien, mit mehr Offenheit, und ging überhaupt mit jedem Lage unumwundener und thätiger zu Werke. Weder die Losreißung Veltlins und Chiavennas von dem verbündeten Herrscherlande, noch die Belegung des mit der Eidgenossens schaft genauer verbundenen Theils des Bisthums Basel hatten die halb schlummernden, halb eingeschüchterten schweizerischen Regierungen zu einem fräftigen Schritte, noch viel weniger zu Feindseligkeiten aufreizen können, wie fic Frankreich viel. leicht wünschte, um die bisher noch vorgeschobene Larve ganz abzunehmen und die Schweizer ihr Schicksal erfüllen zu lassen. Freilich batte man noch durch Absendung von Bevollmächtigten auf den Friedensfongreß von Rastatt die deutschen Mächte zur Theilnahme zu bewegen gesucht. Allein wenn auch die Minister einiger Fürsten sich auf eine verbindliche Weise äußerten, so verweigerten hingegen die französischen Minister schlechthin ihre Anerkennung, und die meisten Gcfandten faben das Schicksal der Schweiz ohnehin als entschieden an. Die franzöfischen Zeitungen begannen den Kampf mit unausgereßten beftigen Angriffen auf die be. stehende Ordnung der Dinge in der Schweiz und das Bes nehmen der Regierungen gegen Frankreich. Formulare, zur Anrufung dieses leßtern gegen Bern, wurden in der Waadt verbreitet, der General Mesnard erschien mit 15,000 Mann an den Gränzen dieses Landes, und die französische Regierung nahm die unzufriedenen Waadtländer förmlich unter ihren Schuß. Beinahe gespensterartig war die Erscheinung der lepten dreizehnörtigen Tagfaßung in Aarau im Dezember 1797 und im Fänner 1798. Niemals hatte man feierlichere Reden, glänzendere Versicherungen gehört, als an diesem leßten Bundesschwur vom 25. Jänner, den die Pariser Blätter leider mit Recht als ein hohles Gaufelspiel behandelten. Allein gerade als die Gährung am Zürichsee am beftigften schien, sie sich in verschiedenen andern Gegenden am furcht. barsten zeigte, die Waadt im vollen Aufstande war und die Nachricht von dem daselbst erfolgten Einmarsche der Franzosen cintraf, am 31. Jänner, trennte sich die von dem Vororte noch mühsam beisammen gehaltene Tagfaßung, ohne nur einigermaßen hinlängliche Vorkehren zur Aufrechthaltung der eidgenöffischen Selbstständigkeit, und erklärte dadurch that. sächlich den alten Bund der Eidgenossenschaft für aufgelöst.

In der Waadt war am 24. die Empörung förmlich aus. gebrochen, und das Bernerwappen in Lausanne', wie bald darauf in allen waadtländischen Städten, abgerissen und der Freiheitsbaum aufgepflanzt worden, überall fab man grüne Fahnen und Kofarden aufstecken. Die bernischen Landvögte verließen die Waadt. In Lausannens Mauern trat, unter dem Vorfiße des Bürgers Grayre, eine Versammlung der Stellvertreter des waadtländischen Volkes zusammen, welche die Bürger Laflèchere und Monnod nach Paris abordnete, um dem Vollziehungs-Direktorium für die geleisteten Dienste zu danken. Unter dem Schuße der helvetischen Waffen überließ man sich der höchsten Begeisterung für die neu errungene Freiheit. In Basel, wo selbst in der Hauptstadt die französischen Grundfäße vielleicht am meisten Anklang gefunden hatten, begann der Umschwung der Dinge schon anfangs Fänner mit einem Besuche von fünfzig Aristorfer Bauern auf dem Schlosse Farnsburg, um nach Urkunden zu fragen, auf welche sie Forderungen gründen wollten. In dem Städtchen Lieftal wurden Versammlungen gehalten. Von vielen Stadtbewuhnern unterstüßt, verbreitete sich die Beo wegung schnell über den größten Theil der Landschaft. Nach einem Beschlusse des großen Raths follten sich Abgeordnete der Gemeinden zu Liestal versammeln. Aber auf das Gerücht, die Berner und Solothurner würden die basel'schen Schlösser bereken, steckten die Landicute Wallenburg, Farnsburg und Homburg in Brand, die Stadt nahm eine Besaßung von 600 Mann vom Lande, unter einem Befehlshaber aus der Stadt, ein, und am 20. beschloß der große Rath die Gleichbeit der Rechte, deren auf Pergament geschriebene und mit dem großen Stadtsiegel bekräftigte Urkunde durch vier Ab. geordnete der Räthe und Bürger den in Liestal vesammelten Stellvertretern der Landschaft überbracht wurde. Unter Kanonendonner wurde der Freiheitsbaum aufgepflanzt, und die neue dreifarbige Nationalfahne (weiß, roth und schwarz) auf dem Rathhaus aufgesteckt. Die basel'sche Gesandtschaft an der Tagfaßung ward abgerufen und am 30. Fänner die Erscßung der bisherigen Magistratur durch einen National. Konvent beschlossen. Die Staatsumwälzung im Kanton Basel war vollendet. Unaufgefordert, und aus eigenem Antriebe, hatte der große Rath von Luzern am 31. Fänner, die Zeit. umstände erwägend, die Abschaffung der aristokratischen Regierung und die Einberufung Abgeordneter vom Lande erklärt, um sich über eine neue, auf Freiheit und Gleichheit gegründete Verfassung zu berathschlagen, und damit gehofft, Frankreich von seinen Feindseligkeiten abzuhalten, dem Volke selbst aber war diese Erklärung so unerwartet gekommen, daß Viele mit Bestürzung und Besorgniß verborgener Pläne oder drohender Verschwörungen erfüllt wurden. Schaffhausen hatte sich einstweilen begnügt, seinen Landleuten einige lästige Lehendpflichten abzunehmen, und dafür Dank erhalten. · In Solothurn herrschte ziemliche Gährung und in Freiburg, bei dessen französischer Bevölkerung die Vorgänge in der Waadt großen Anklang gefunden hatten, ftanden fich die Partheien zu Stadt und Land drohend entgegen.

Noch weit rascher ging die Umgestaltung der Dinge und der Verfall der auf das alte eidgenössische Staatsrecht begründeten Ordnung im Februar vorwärts. Seit dem 8. wurde in Lausanne der durch einen Eilboren von Paris ges brachte Entwurf der helvetischen Verfassung verbreitet, der aus des Zunftmeisters Ochs Feder hervorgegangen war, die große Nation, welche die Waadt befreit hatte, wollte die bereits erwiesenen Wohlthaten noch durch das Geschenk einer bereits ausgearbeiteten Verfassung vermehren, welche das waadtländische Volk der stets gefährlichen und undankbaren Mühe überheben würde, sich selbst eine solche zu entwerfen. Nach Laharpe's Meinung bot diese Verfassung, welche den Waadtländern vorgeschlagen wurde, und von ihren mächtigen Beschüßern gebilligt ward, febr große Vortheile dar, ja die Aufnahme derselben schien ihm so beilsam, daß er bei einem längern Zaudern Zweifel in die vaterländische Gesinnung feiner Mitbürger feßen mußte. Auf diesen Winf hin, sprach fich der Vorstand Glayre in der Versammlung vom 9. mit großer Entschiedenheit für die Annahme aus, ftellte der Anwalt Secretan den Stellvertretern der Waadt mit großer Beredtfamkeit vor, wie nothwendig es fei, durch schnelles Einsegeln in diesen Hafen dem Schiffbruche zuvorzukommen, wozu man übrigens auch durch Dankbarkeit gegen die große Nation verpflichtet wäre. Eine Menge anderer Mitglieder der Versammlung sprachen in dem nämlichen Sinne. Ohne eigentliche Berathung nahm man die neue helvetische Verfassung in stürmischer Begeisterung an, und entfagte for merkwürdig genug, der erst seit einigen Tagen errungenen

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