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von der Übermacht des Feindes gedrangt, «endete sich von Bossus über Fontenelle und Merienne, auf die Anhöhen von Thully und Donstienne. Der General Fürst Reusi räumte die Posten von Beaumont, Bou» zigniers, Montignies, Hantesund Merbes le Chateau nach der tapfersten Vertheidigung, zum Theil erst gegen Mitternacht. Er ging bei la Buissiere über die Sambr« ins Lager bei Sart la Buissiere gegenüber von Fontai» ne. — Der Oberst Walsch hatte in Florenne ebenfalls! zwei Tage lang alle Angriffe des Feindes muthvoll abgeschlagen. Nun nahm auch er seinen Rückzug nach Mettez. Die Kaiserlichen hatten sich auf allen Punkten ruhmvoll vertheidiget. Ihr Verlust in diesem Gefechte betrug in Allem 3io Mann. —

Der Feind hatte nun ganz deutlich seine Absichten gegen dieSambre zu erkennen gegeben. BeiderSchwä» che der Truppen, die jene ausgedehnte Strecke des linken Flügels besetzen sollten, äußerte der F.Z.M. Kau« nitz in seinen Meldungen Besorgnisse über die bevorste» henden Ereignisse, und verlangte Verstärkungen.

Am 2s>. rekognoszirte der Feind die Sambre , be» schoß das Dorf Hantes sehr lebhaft, und zog sich ersk nach einem sechsstündigen Vorpostengefechte zurück. Mit diesen Rekognoszirungen fuhr derselbe die nächsten Tage fort, die Linie der Kaiserlichen zu beunruhigen. Seine Starke betrug jetzt 3o,o0o Mann, wovon ,8,000 bei Castillon und Fontenelle, 12,000 in der Gegend von Beaumant, Leugny und Coursolre aufgestellt waren. — Am 2. zwang das erster« franzosische Korps den Oberst Fresnel, der Nalinncs mit,, Bat. 2 Evk. besetzt hielt, zum Rückzug gegen Mont sur Marchiennes. ,— Der Oberst Gortesbeim stand bei Charleroi. Dies«

Festung, gegen welche des Feindes Absicht nun gerichtet schien , war weder mit Munition und Lebensmitteln , noch mit Artilleriemannschaft hinreichend versehen. Sie erforderte wenigstens 30oo Mann zur Besatzung. Der Oberst Gotteiheim hatte nur ,2«o Mann Infanterie bei sich, die auch noch früher, als sie sich in die Stadt werfen würden', durch Gefechte geschwacht werden konncen. — Alle diese Umstande waren Ursache, daß am 3. Mai der General Baron Kerpen mit 5 Bat. 10 Esk. aus dem Lager vor Landrecy zur Verstarkung des Korps an der Eambve abgeschickt wurde. Zugleich wurde angeordnet , dasi der Feind dorr sogleich angegrif» fen,und von dem Flusse entfernet werden solle. Würden aber die Franzosen die Sambre forciren, so sollte Char» leroi durch alle in der Eile anwendbaren Mittel approvisionirt, und dann mit hinreichender Besatzung verse» hen werden. —

Der F. M. L. Beaulieu hatte während dieser Zeit Gelegenheit gefunden, die bei Arlon stehende feindliche Macht mit Vortheil anzugreifen. Dieselbe belief sich auf 20,oo0 Mann, und stand vertheilt in mehreren Lagern zwischen Clerfontaine , Bonnert und Altert. ioo<> Mann mit 5 Kanonen hatten den Sandberg bei Arlon besetzt. — Am 28. rückte Beaulieu auf Altert vor, und griff am 3«. den Feind in drei Kolonneu an. Die Erste derselben unter General Zoph sollte liüks den Wald von Clerfontaine mit ihrem Vortrabe, das Dorf Bon» lierc mit der Haupttruppe nehmen. Mit der Zweiten sollte General Welsch rechts den Sandberg erstürmen. Die dritte Kolonne bildete in der Mitte die Reserve.— Um 3 Uhr früh geschah der Angriff mit glänzendem Erfolge. Auf dem rechten Flügel wurde der Sandberg er» stürmt, und 2 Kanonen erobert; dann d« Feind a«i sechs verschiedenen Lagern geworfen, undArlon genom» men. Die linke Kolonne drang in den Wald von Cler» fontaine ein , wobei ein feindliches Bataillon zersprengt und größten Theils gefangen wurde. Das Centrum rückte mit den beiden Flügeln in gleicher Höhe vor. Der Feind wurde gegen Buvange, Messancy und Clementn , — rechts bis in die Waldungen von Chatillon verfolgt. Sein Verlust betrug über gc»o, —. jener der Kaiserlichen 128 Mann.

Diese Vortheile zu benutzen, wurde der Plan zu einer Unternehmung gegen Bouillon undCarignan entworfen, welche den Feind für seinen rechten Flügel besorgt machen, und dadurch einen Theil seiner Macht von der Sambre hinweg ziehen sollte. Der F. M. L. Beaulieu erhielt hiezu i zu Rochefort stehendes Bataillon, dann 1 Bat. 2 Esk. von dem blankensteinischen Korps zur Verstärkung, welche am >2. Mc^bei Arlon «intrafen. Wahrend Beaulieus Vorrückimg sollten 3 Bat. 3 Esk. von der Luxemburger Garnison unter dem General Moitelle sich bei Hrlon aufstellen, und die Verbindung zwischen Luxemburg und Namur sichern.—

Die Hauptarmee war durch die Ereignisse in Fl»n» dern und an der Sambr« vo» jeder offensiven Unterneh» mung zurückgehalten worden. Das Vordringen des Fein» des in Flandern war von der größten Gefahr für das Centrum selbst begleitet, und allgemein war das Gefühl, daß man so schnell als möglich die Lage der dortigen Angelegenheiten zu verbessern suchen müsse. Der Herzog von Vork brach in der Nacht vom 2o. April mi» ,4 Bat. 28. Esk. und der ganzen Reserveartillerie über St. Amond nach Tournop auf, wo er am 2. Mai ankam. Der Herzog und der F, Z. M. Clerfait sollten nun zusammenwirken , um Flandern so schnell als moglich von Feinden zu reinigen. — Am ,. Mai verließ die Hauptarmee ihr Lager beiLandrecy, und zwar ging der F, Z. M. Kinsky oder Catillon über die Sambre, und bezog ein Lüger zwischen der Sambre und Selle. D« Erzherzog Carl bewirkte eben dort seinen Übergang, und nahm das Lager vor le Cateau. Der Prinz von Öranien besetzte schon am 3n. April Landrecy. Er liest eine Avantgarde von tinigen Bataillons am l. Mai «in Lager vor der Festung gegen Favjil hm beziehen. Sein Korps hatte fürs erste die Bestimmung, alle Erb» werfe, mir welchen die Gegend seit der Belagerung bedeckt war, «inzuwerfen, sodann aber ein Lager bei Malgarni hinter den Wäldern von l'Evesque und !« Comte zu beziehen. ^- Das große Hauptquartier kam nach le Cateau. -7

Der Herzog von York und her F. Z. M. Graf Clerfait hatten für ihre Bewegungen in Flandern folgenden Plan entworfen: „Der F. Z. M. Clerfait soll, te mit seinem Truppenkorps zwischen Haerlebecke und Deynse über die Lys setzen. Alle hannövrischen Truppen des General Hammerstein und Oberst Linsingen, dann 3 Bat. 3 Esk. von den eben zu Ostende angekommenen englischen Truppen, würden sich mit ihm vereinigen. Cr sollte längs dem linken Ufer der Lns vorrücken. — Der General Graf Wallmoden würde mit einem Truppenkorps von Tournay gegen Courtray vordringen, der Herzog von Pork selbst aber mit dem Gros seiner Armee in der Stellung bei Tournay die feindliche bei Lille und zwischen dieser Festung und Menin stehende Macht beschaftigen." — Wir werden au« dem Verfolg ersehen/ in wie weil dieser Plan zur Ausführung gediehe. —

Am 2. Mai rekognoszirte der F. Z. M. Clerfait den Feind bei Courtray, und gegen Moescron, wel» ches letztere man unbesetzt, bei Elsterem aber den Feind auf den Anhöhen aufgestellt fand. Da die Truppen de< Herzogs von Jork am 2. schon bei Tournay einzutref» j«n begannen, so marschirte der F. M. L. Sztarray am 3. mit 8 k. k. Bat. n Esk. von Marquain ins Lager von Espierces. Der F. Z. M. Clerfait beschloß sodann, sich der Lys oberhalb Courtray zu nahern, nicht nur um den Angriff auf diesen Platz zu beginnen, son» dern auch um die nördlichen Niederlande besser zu decken.

Am 4. Mai marschirte das Clerfaic'sche Korps, welches damals aus 2 Komp. Iager, 2 leichten, 12 Lrmenbat. 17 Esk. Kaiserlichen, und dann einer Avant» garde von ^ Bat. 4 Esk. Hessen - Darmstädter bestand, in zwei Kolonnen in das Lager vor Vichte, welches hinter dem Winsbersbach (Castelreybecke) quer über den nach Oudenarde führenden Weg genommen wurde. — Der General Wallmoden besetzte am nämlichen Tag« mit ,2 Bat. in Esk. Hannoveranern die Stellung von Coeyghem, und sendete zugleich nach Belleghen» 2 Bat. 2 Esk., eben so viel nach Dottignies. — Der Oberst Linsingen rückte mtt 3 Esk. gegen Rousselaire vor, um die Gegend von Menin zu rekognosziren. Er hielt mit seiner Truppe in der Nahe vor diesem Orte, und wollte eben, nach Ausstellung der Vetetten, abfüttern. Da überfielen ihn mehrere feindliche Eskadrons, die drei Kanonen bei sich hatten, und mit den übern Haufen geworfenen Vebetten zugleich auf das Bivacaue skürzten. Mit bewundernswürdiger schneller Fassung war»

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