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Grafen Wartensleben bei Neuwied und an der Lahn, zu unterhalten. Auch hatte Jourdan so eben bei Neuwied alle Vorbereitungen treffen lassen, daß sein rechs ter Flügel dort den Rhein überschreite. Durch diesen Übergang wurde die Stellung an der Sieg im Rücken genommen. Der Feind konnte auf der Straße von Neuwied nach Weßlar und Giessen, welche die Franefurter Straße fünf Meilen hinter ukerath, zwischen Altenkirchen und Freylingen, durchkreuzt, den an diesem Flusse stehenden Truppen den Rückzug abschneiden. Es durfte also an eine längere Behauptung jener Stel. lung an der Sieg gar nicht gedacht werden. Hätten die vier Divisionen von Jourdans linkem Flügel Eräftig angegriffen, so konnte das Korps des FML. Pring Würtemberg aufgerieben werden. Führte der rechte Flügel den Übergang bei Neuwied aus, so vermochte nur ein eiliger Rückzug diese Truppen aus der größten Gefahr zu retten. Eben dieser bei Neuwied drobende Übergang von wenigstens 30,000 Franzosen hielt den FZM. Graf Wartensleben in der Nähe der Lahn fest, und hinderte ihn, an die Sieg vorzurücken, und sich mit den Gen. Prinz Würtemberg und Erbach zur Ver: theidigung dieses Flusses zu vereinigen. Auch der FML. Graf Erbad konnte nicht mehr thun, als den Prinz Würtemberg mit einem Theile seiner Division verstärken. Er durfte seine Stellung bei Siegen nicht verlassen, so lange der Prinz bei ukerath stand; um nicht die obere Sieg und Lahn zu entblößen, und dem linken Flügel Jourdans die Wege offen zu lassen, auf welchen derselbe die Stellungen an beiden Flüssen in ihrer rechten Flanke hätte umgeben können.

Noch am 12. September schickte Kleber den größe

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ten beil seiner Reiterei, oberhalb der Stellung des Prinzen von Würtemberg, über die Sieg, und ließ dann durch einige Eskadrons die kaiserlichen Vorposten beunruhigen. Der Tag verging unter beständigen Schar: mügeln, welche die kaiserliche Reiterei, unter der Leis tung des tapferen Obersten Graf Contades von Roban, mit Vortheil bestand. Die den Orten Warth und Weldringhofen gegenüber am rechten Ufer der Sieg lies genden Köben wurden von den Franzosen mit vieler Infanterie besekt, und dort mehrere Batterien errichtet, die mit ihren dweren Kanonen den Geisberg bes streichen konnten.

Mit Tagesanbruch des 13. September 8 rücks ten die vier Divisionen des französischen linken Flügels an die Sieg. Das Gefecht begann bei dem die rechte Flanke deckenden Dorfe Blankenberg. Gleich darauf iieß Kleber den linken Flügel der Stellung heftig bedießen, dann durch die Division Lefebvre mit Nachdruck angreifen. Die schwachen Legionen Bourbon und Carneville wurden schnell von ihren Posten am Geisbache vertrieben, und zogen sich dann an der rechten Shalwand hinauf, nad ukeraty. Vor diesem Dor: fe batte der Prinz drei Spangen anlegen lassen, und jede mit einer Kompagnie befekt. - Die Franzosen hatten ohne Nachdruck verfolgt, und griffen jegt auch diese unbedeutenden Schanzen nicht mit Kraft an. Das gegen schleppten sie auf den ersten flachen Abfak des Geisberges schweres Geschüß hinauf, und beschossen dieselben. Das Feuer wurde von dem Geschüß der Schanzen, welches der Prinz indeß mit 2 Zwölfpfün: dern und 2 Haubigen vermehrt hatte, febhaft erwie: dert, und zweimal zum Schweigen gebracht, - begann jedoch immer bald wieder, und dauerte bis gegen Mittag.

Um diese Zeit hatte ein bedeutender Theil der französischen Infanterie, in zwei Kolonnen, bereits die erwähnte Hochfläche am Geisberge erstiegen, und fich auf dem Abhange derselben in zwei Treffen aufs gestellt. Gen. Hautpoult umschwärmte die Sdanzen mit 3 Reiterregimentern, und suchte, deren Wertheis diger zu ermüden. Die zur Unterstüßung der Schanzen aufgestellte kaiserliche Reiterei gerieth sehr oft mit die: sen französischen Reitern ins Handgemenge. Der Robas nische Rittmeister Marquis de Vitri allein führte sechs Angriffe auf Hautpoults Reiter aus.

Der Prinz von Würtemberg ließ noch 4 Kompagnien vom Regis mente Würtemberg zur Unterstützung vorrücken, und legte eine halbe Kompagnie Kauniß in die Saludt bei Dörenbach. Die an den Sbalwanden hinaufklimmen. ben Franzosen, so wie deren auf dem Geisberg auf. marsdirte Truppen, sitten sehr durch das Geldüşfeuer jener Schanzen. Bis um vier Uhr Nachmittags hatten die Franzosen, außer den gleich Unfangs belegten er: sten Abfak des Geisberges, gar kein Terrän gewonnen. Indeffen brachten sie immer mehr schweres Geschük vor, demontirten nun einen kaiserlichen Zwölfpfünder, und tödteten mebrere Artilleriepferde. Das Feuer der Schanzen wurde dadurch schwächer ; die feindliche Ar: tillerie rückte näher, und begann mit Kartätschen zu feuern. Nun mußte auch die zur Deckung der Scans zen aufgestellte Reiterei etwas zurückgezogen werden. - Bon den drei Schanzen waren die rechte und linke, jede mit 1 Komp. Rauniß, die mittlere mit i Komp. Würtemberg besetzt, - gleich hinter den Schanzen 2

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Kompagnien Würtemberg zur Unterstüßung aufge: stellt. Diese Reserve nahm wahr, daß eine Anzahi französischer Tirailleurs längs dem Geisbache in die (inke Flanke der Stellung vorrückte. Sie griff die: selben unverweilt mit dem Bajonett an, und warf fie zurück.

Damals erhielt Kleber von einigen überläufern erst die Nachricht, daß die Schanzen bei Ukerath und der Geisberg äußerst schwach befekt fenen. Kleber ließ nun sogleich zwei starke Kolonnen aus Infanterie und Reiterei bilden, und sie durch jene Deserteure gegen ukerath führen. Der Sturm wurde gegen alle drei Schanzen zu gleicher Zeit unternominen. Von den Bes sabungen der auf dem rechten Flügel und im Centrum gelegenen beiden Schanzen wurden die Franzosen stets zurückgeschlagen. Die linke Schanze wurde von den Franzosen zweimal genommen, aber immer denselben wieder entrissen. Sie gaben endlich den Angriff auf, und zogen sich zurück. Das Kanonenfeuer währte bis in die Nacht.

Während des Nachmittags hatte der Prinz einen bestimmten Befehl des FZM. Graf Martensleben ers halten, daß die Vereinigung mit dem FML. Graf Ers bach nicht mehr bei Ukerath ausgeführt, sondern daß der Rückzug gegen die Cabn fortgefegt werden Tolle. In der Nacht vom 13. auf den 14. septem: ber zog der Prinz seine Truppen zusammen. Um während des Rückmarshes seine linke Flanke zu decken, sendete er den Gen. Specht nach Neustadt an der Wied. Der Rheinfordon von Honnef bis auf die Höbe von Neustadt wurde eingezogen. Mit seiner Haupttrupa pe marsdirte der Prinz nach Altenkirchen, wo er

Öftr. milit. Zeitsd). 1832. II.

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um Mittag des 14. eintraf. Die Franzosen beunruhiga ten weder den legten Marsd, noch das nunmehrige Lager der Division. Der Prinz beschäftigte sich die Magazine von Altenkirchen und Hachenburg zurückfdafs fen zu lassen. Gen. Spet langte, wegen dem höchst beschwerlichen Wege, erst um zehn Uhr Nachts in Neustadt an.

FML. Graf Erbad brach, vermög des erhalte: nen Befehls, am 14. September mit seinem Korps von Siegen auf. Er ließ hier den uflanen - Major Körner mit 300 Slavoniern und 100 Uhlanen zurück, mit dem Auftrage, auf den benachbarten Bergen Pikes ter auszustellen, welche jede Nacht vierzig bis fünfzig Feuer, zur Täuschung der Gegner, unterbalten fous ten. Nach einem Maríde von zehn Stunden erreichs te die Division Rennerod.

Um Vormittage des 15. September$, als der Feind eben des Prinzen Porposten bei Weyers bado angriff, wurde diesem von dem FZM. Graf Wartensleben ein Befehl des FM. Graf Clerfayt mits getheilt, daß alle Östreichischen Truppen ohne Auffdub hinter die fabn geführet werden sollten. Der Prinz traf zur Deckung der Flanken des ferneren Mar: sches folgende Vorkebrungen: Er entsendete den Oberst: lieutenant Graf Keglevich mit 2 Eskadrons ublanen nach Dierdorf, um die von Neuwied dabinführende Straße so lange zu decken, bis Gen. Spedit diesen Ort pafsirt haben würde. Dann sollte dieser General sich in Freglingen mit dem Prinzen vereinigen, Oberstl. Keglevich aber nach Ranzbach marschiren, die Mons tabauerer und Greizhauser Köben beobachten, und das durch die linke Flanke des Marsdes fichern. Zur

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