Künker Auktion 339 - Karolinger, Münster, Rietberg, Paderborn - Die Slg. Günther Jansen, u. a. | Spezialsammlung Hessen | Mittelalter und Neuzeit | Deutsche Münzen ab 1871 | Goldprägungen

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Numismatischer Verlag Künker, 28.09.2020 - 410 Seiten
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Die Sammlung Günther Jansen

An den Beginn des europäischen Münzwesens führt uns die Sammlung Günther Jansen. Der auf Baurecht spezialisierte Jurist stammte aus Münster in Westfalen. So sammelte er die Münzen seiner Heimat, und dazu die Pfennige der Karolinger.

Wer sich in diesem Gebiet auskennt, wird begeistert sein von der Vielfalt an frühmittelalterlichen Raritäten mit Schwerpunkt auf dem 8. und 9. Jahrhundert, mit denen die 339. Künker-Auktion eröffnet wird. Das zeitliche Spektrum reicht von den Merowingern bis zu Hugo dem Großen. Die Münzen besitzen teilweise beeindruckende Provenienzen, wie Sammlung Fürstenberg, Sammlung de Wit oder Sammlung Curti. Beeindruckendes Highlight ist ein nur in zwei Exemplaren überlieferter Denar Karls des Großen aus der vierten Prägeperiode zwischen 812 und 814, der möglicherweise in Köln hergestellt wurde.

Zeitlich geradezu nahtlos schließen die Münzen des Bistums Münster aus der Sammlung Jansen an. Der Kenner findet sowohl frühe Prägungen aus dem 11. als auch seltene Goldgulden des 15. Jahrhunderts. Weiter geht es mit Dukaten, Talern und Kleinmünzen: Der Sammler widmete sich diesem Gebiet mit Akribie. Wie bei Spezialsammlungen üblich, ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Die Schätzungen beginnen bei 50 Euro.

Besonders bemerkenswert ist eine Serie der beliebten Wiedertäufertaler, bei denen nur der Spezialist erkennt, welche Stücke das zeitgenössische Original, welche Stücke spätere Nachprägungen für die Münzsammler des 17. Jahrhunderts sind. Es handelt sich, wenn man einen Begriff aus der russischen Numismatik aufgreifen möchte, um Novodels aus Münster.

Nach einigen wenigen Prägungen der Grafschaft Rietberg folgen Münzen des Bistums Paderborn, vom simplen Groschen bis zum prachtvollen Reichstaler. Der Reichstaler von 1656 zum Beispiel zeigt ein aufwändiges Porträt von Dietrich Adolf von der Recke, dem es noch als Domkämmerer gelang, die vom „Tollen Christian“ geplünderten Liborius-Reliquien zurück nach Paderborn zu bringen. Damit bekommt die wunderbare Darstellung des Liborius auf seinem Halbtaler aus dem Jahr 1657 eine ganz andere Bedeutung.

Spezialsammlung Hessen

Mit einem prachtvollen Guldengroschen des Jahres 1502 startet die Spezialsammlung Hessen. Sie umfasst fast 90 Nummern. Auch wenn der Fokus auf Talern und Goldmünzen liegt, enthält sie auch Kleinmünzen und Medaillen. Der Sammler hat, soweit möglich, besonderen Wert auf eine ausgezeichnete Erhaltung gelegt. Wer also gerne ein perfektes Exemplar der bekannten Weidenbaum-Serie haben möchte, der findet in dieser Sammlung reichlich Auswahl. Aber auch andere seltene Taler und Dukaten werden in vorzüglich oder besser angeboten.

Deutsche Münzen und Medaillen / Habsburger

Es folgen die deutschen Münzen und Medaillen mit rund 500 Losen. Wir nennen an dieser Stelle nur die beiden teuersten Münzen im Angebot: Von Graf Adolf von Bentheim-Tecklenburg-Rheda stammt ein Reichstaler des Jahres 1618. Das Stück ist äußerst selten. Es handelt sich um das einzige bekannte Exemplar. Ebenfalls äußerst selten ist ein doppelter Reichstaler von Stralsund, der 1611 mit dem Titel Rudolfs II. geprägt wurde.

Natürlich finden auch die Liebhaber der Münzen des Deutschen Kaiserreichs eine reiche Auswahl in gewohnt exzellenten Erhaltungen. Besonders unter den Goldmünzen entdeckt der Sammler zahlreiche Raritäten, so ein bayerisches 20 Mark-Stück von 1913 (vz-Stgl.), 20 Mark 1874 von Friedrich Wilhelm, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz (Stgl.), 10 Mark 1882 von Heinrich XIV. von Reuss (Stgl.) und 10 Neu-Guinea-Mark 1895 A (PF 64 CAMEO).

Rund 140 Lose mit deutschen Goldmünzen und -medaillen, darunter viele Stücke aus Flussgold und eine kleine Serie Königreich Westphalen, runden das Angebot ab. Herausragendes Stück ist eine Goldmedaille zu 8 Dukaten, die 1706 anlässlich des zweiten Jahrestags des Entsatzes der Städte Augsburg und Ulm im Spanischen Erbfolgekrieg vom Kaiserhaus in Auftrag gegeben wurde.

Und damit sind wir bei den Habsburgern angelangt. Liebhaber ihrer Prägungen können unter je ca. 50 Losen aus Gold und Silber wählen, darunter Stücke, die man in dieser Erhaltung nur sehr selten zu sehen bekommt.

 

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