artgerecht - Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen

Cover
Kösel-Verlag, 02.11.2015 - 336 Seiten
Seit der Steinzeit haben unsere Babys dieselben Bedürfnisse: Nähe, Schutz, Getragensein, essen dürfen, wenn sie hungrig sind, und schlafen dürfen, wenn sie müde sind. Unsere moderne Welt jedoch passt nicht immer zu diesen Bedürfnissen. Wie Eltern dennoch dem biologischen Urprogramm ihrer Kinder gerecht werden können, zeigt dieses Buch: konkret, ermutigend, undogmatisch und nachhaltig.

Hier erfahren Eltern alles, was sie brauchen, wenn sie einen artgerechten Erziehungsstil ausprobieren und an ihren Alltag anpassen möchten. Die wichtigsten Bausteine dabei sind:

•Eine (möglichst) natürliche Geburt

•Stillen und Füttern nach Bedarf

•Babygerechtes Tragen

•Windelfreie Sauberkeitserziehung

•Schlafen im Familienbett

•Ein enger Kontakt zur Natur

•Bindung und Geborgenheit

Dabei kann jede Familie einen individuellen Weg mit ihrem Baby finden. Es lohnt sich, findet Nicola Schmidt: Jedes glückliche Kind macht die Welt zu einem besseren Ort!



 

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Das Buch ist sehr dogmatisch: Kommt nett daher, vermittelt aber dem Leser unmissverständlich, dass man es nur so - und wirklich nur so - machen sollte - ansonsten zieht man dumme Kinder auf.
Nur
einige Beispiele für unreflektierte Botschaften aus dem Buch:
"Je länger Babys voll gestillt werden, desto mehr Punkte erreichen sie später als Erwachsene auf der IQ-Skala."
Das ist eine dieser vielen Aussagen, die den Lesern vermittelt: Wenn das Kind nicht möglichst lange (oder überhaupt) gestillt wird, wird es dumm.
Die Aussage ist übrigens falsch: Einige Studien, die den Zusammenhang zwischen Stillen und IQ untersucht haben, haben keine Unterschiede zwischen gestillten und ungestillten Kindern festgestellt. Die meisten Studien, die überhaupt Effekte gefunden haben, unterschieden nur zwischen Kindern die "jemals" oder "niemals" gestillt wurde (von der Dauer des Stillens keine Rede). In einer Studie waren die Kinder, die am längsten gestillt wurden, im Durchschnitt sogar etwas schlechter beim IQ-Test, als Kinder die kürzer gestillt wurden, usw.
Insgesamt sind aber die Ergebnisse der relevanten Studien nur mit Vorsicht zu "genießen", weil sie nicht hinreichend eindeutig sind, um solch dogmatische Aussagen zu machen, wie es sich die Autorin leistet. Denn die Studien kontrollieren z.B. nicht den Einfluss der Bildung der Mutter und des Vaters, die tägliche Dauer der Zuwendung gegenüber dem Baby, die Förderaktivitäten, geschweige denn anderen Faktore, die nachgewiesenerweise eine Rolle für die Entwicklung des IQs spielen.
Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass die Autorin die Primärstudien jemals gelesen hat.
Ein anderes Beispiel für Unreflektiertheit aus dem Buch:
"60 Prozent der 'Trageeltern' gaben in einer Umfrage an, ihre Kinder schienen ihnen 'in der geistigen Entwicklung weiter als nicht getragene Kinder'" (S. 191).
Im Umkehrschluss bedeutet es natürlich: Leg bloß nicht das Kind in den Kinderwagen - sonst wird es dumm! Und die Quelle dafür ist die Einschätzung der Eltern bezüglich ihrer eigenen Kinder - WOW! Na, wenn das keine neutrale und zuverlässige Quelle ist! Die meisten Menschen überschätzen nachgewiesenermaßen ihre eigene Intelligenz - ob sie wohl auch dazu neigen, die Intelligenz ihrer eigenen Kinder zu überschätzen? Die Einschätzung der "Kinderwagen-Eltern" fehlt hier natürlich.
Das Buch bietet keinen differenzierten Blick auf verschiedene Möglichkeiten, sein Kind artgerecht aufzuziehen. Und überhaupt "artgerecht" - woher will die Autorin eigentlich so genau wissen, was artgerecht ist?
Eine Steinzeit-Nostalgie durchzieht das Buch von Anfang bis Ende, auch in der Art wie mit wissenschaftlichen Quellen umgegangen wird.
In dem Buch werden wissenschaftliche Studien (kaum Primärquellen) nur zitiert, wenn sie die Sicht der Autorin untermauern. Wenn aber nicht, werden sie "angebliche Studien" genannt (im Ernst!).
Durch seine undiffrenzierte Art vermittelt das Buch allen ein schlechtes Gewissen, die es nicht genauso machen wollen wie die Autorin. Das ist aus meiner Sicht auch das Fatale und Unverschämte an dem Buch: Es kann die Beziehung zwischen Kind und Eltern (wenn sie die Aussagen im Buch ernst nehmen würden) stören, weil es ihnen vermittelt, sie würden nicht das Richtige tun.
Mein Exemplar landet im Müll!
 

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Enttäuschend. Das Buch ist in hohem Masse unwissenschaftlich, schlecht recherchiert und steckt voller unbewiesener oder schlicht falscher Behauptungen. Die Autorin ist auch in mündlichen Aussagen dogmatisch und sehr wertend. Sie sagt beispielsweise, dass schreiende Kinder in der Steinzeit besser überleben hätten und dergleichen. Wie es in der Steinzeit war, wissen wir schlicht und ergreifend nicht. Auch Aussagen, dass Mütter & Kinder tausende von Jahren gemeinsam geschlafen hätten ist eine Behauptung ohne Grundlage.  

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Inhalt

Abschnitt 1
Abschnitt 2
Abschnitt 3
Abschnitt 4
Abschnitt 5
Abschnitt 6
Abschnitt 7
Abschnitt 8
Abschnitt 13
Abschnitt 14
Abschnitt 15
Abschnitt 16
Abschnitt 17
Abschnitt 18
Abschnitt 19
Abschnitt 20

Abschnitt 9
Abschnitt 10
Abschnitt 11
Abschnitt 12
Abschnitt 21
Abschnitt 22
Abschnitt 23
Abschnitt 24

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2015)

Nicola Schmidt ist zweifache Mutter, Bestsellerautorin, Diplom-Politologin, Wissenschaftsjournalistin, ausgebildeter Coach sowie Gründerin und Geschäftsführerin des »artgerecht«-Projektes. Sie bietet Aus- und Fortbildungen für Fachleute und Wildnis-Camps für Familien an.

Bibliografische Informationen