Raster des Krieges: Warum wir nicht jedes Leid beklagenCampus Verlag, 12.04.2010 - 180 Seiten Wenn wir lesen, dass in Afghanistan deutsche Soldaten sterben, sind wir betroffen. Das Schicksal gleichzeitig getöteter ziviler Dorfbewohner bekümmert uns deutlich weniger. Der Krieg, so erklärt Judith Butler diese unterschiedliche Wahrnehmung, dient uns als Deutungsrahmen, nach dem einige Leben mehr wert sind als andere. Zugleich ist der Krieg nur möglich, weil weitere Rahmen oder Raster ("frames") den bewaffneten Konflikt als notwendig erscheinen lassen. Anhand der Themen Folter, Fotografie, Einwanderungs- und Sexualpolitik, Rassismus und moderne Kriegsführung macht Butler deutlich, welche Rahmen unsere Wahrnehmung auf welche Weise beeinflussen. Insbesondere sucht sie all diejenigen einzubeziehen, deren Leben im derzeit vorherrschenden westlichen Rahmen gar nicht oder nur als zu vernachlässigendes Leben vorkommt und deren Tod in diesem Rahmen kaum betrauert werden kann. Sie betont, dass alles Leben "prekär" ist, angewiesen auf Unterstützung und Hilfe - das Leugnen dieses ungeschützten, gefährdeten Lebens ist der erste Schritt auf dem Weg in den Krieg. |
Inhalt
Inhalt | 5 |
Danksagung | 7 |
Gefährdetes Leben betrauerbares Leben | 9 |
Überlebensfähigkeit Verletzbarkeit Affekt | 39 |
Folter und die Ethik der Fotografie Denken mit Susan Sontag | 65 |
Sexualpolitik Folter und säkulare Zeit | 99 |
Denkverweigerung im Namen des Normativen | 129 |
Der Anspruch auf Gewaltlosigkeit | 153 |
| 171 | |
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Raster des Krieges: Warum wir nicht jedes Leid beklagen Judith Butler Keine Leseprobe verfügbar - 2010 |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
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