Psychologie der Menschenrechte: Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945–1973)

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Vandenhoeck & Ruprecht, 07.12.2011 - 958 Seiten
Menschenrechtsverletzungen in deutschen Erziehungsheimen nach 1945 waren einerseits durch die Auslieferung von Kindern und Jugendlichen an die totale Institution »Kinderheim« bedingt, anderseits durch implizite eugenische und rassenhygienische Traditionen: »Verwahrloste« wurden auch nach 1945 als Menschen zweiter Klasse kodiert. Dies zeigt sich auch in habituellen und personellen Kontinuitäten zu NS-Jugendkonzentrationslagern und zum »Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt« (slawische Jugendliche galten den NS-Besatzern vor 1945 a priori als »verwahrlost«). Den dabei wirksamen und kulturgeschichtlich breit nachweisbaren holistischen Deutungsschemata liegen evolutionäre Adaptationen zugrunde. Auf deren Grundlage können Interaktionen, Organisationen, gesellschaftliche Funktionssysteme und ganze Gesellschaften im Sinne menschenverachtender Praktiken rekodiert werden, ohne dass dieser Entmenschlichungsprozess an eine spezifische (z.B. NS-)Weltanschauung gebunden sein muss.
 

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Inhalt

3 Erklärung der Betroffenenberichte
271
4 Bewertung der Betroffenenberichte
809
5 Literaturverzeichnis
913
Urheberrecht

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2011)

Dr. Jürgen Eilert, Diplom-Psychologe und -Theologe, ist als designierter Professor für Soziale Arbeit an der CVJM-Hochschule/Kassel und als Fachlehrer für Sozialpädagogik am CVJM-Kolleg/Kassel tätig.

Bibliografische Informationen