Prozesskosten: BerichtSteidl, 2007 - 299 Seiten 1957, der junge Schriftsteller Erich Loest landet in Untersuchungshaft. Vorwurf: "Bildung einer staatsfeindlichen Gruppe, die sich als Ziel gesetzt hatte, die Regierung der DDR zu stürzen". Zwar ist er widerborstig und hat an kritischen Debatten teilgenommen, aber was traut die Staatsmacht ihm und seinem Leipziger Umfeld bloß alles zu? Als er nach sieben Jahren Zuchthaushaft zu Frau und Kindern zurückkehrt, glaubt er nicht mehr an Irrtum und persönliches Pech – auch er war ein Körnchen Sand im Getriebe des Staatssozialismus sowjetischer Prägung. Noch nie hat Loest seine eigene Geschichte in einen so großen historischen Kontext gestellt: Er beschreibt die Umwälzungen in den sozialistischen Ländern, die kurze "Tauwetter"-Periode, die Rückkehr des Stalinismus in der DDR und die Auswirkungen der Politik auf Menschen mit abweichenden Ideen. Loest hat sie alle gekannt, die Vordenker, Mitläufer und Bauernopfer: den Intellektuellen Wolfgang Harich, den Verlagsleiter Walter Janka, den Journalisten Gustav Just, den Schriftsteller Gerhard Zwerenz; Hans Mayer, Ernst Bloch, Fritz J. Raddatz, Anna Seghers und viele andere. Mit fünfzig Jahren Abstand schreibt Erich Loest von der Zurichtung der DDR durch Aburteilung ihrer besten Köpfe. Er porträtiert große Namen und Randfiguren, schildert die Prozesse und seine Haftzeit, zitiert aus den perfiden Berichten seines Zellen-Spitzels "Stahl". Loest hat sich auf eindrucksvolle Weise eine Last von der Seele geschrieben und als Augenzeuge ein Stück Schande vor dem Vergessen bewahrt. |
Inhalt
Abschnitt 1 | 29 |
Abschnitt 2 | 41 |
Abschnitt 3 | 61 |
Urheberrecht | |
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