Oradour und die Deutschen: Geschichtsrevisionismus, strafrechtliche Verfolgung, Entschädigungszahlungen und Versöhnungsgesten ab 1949

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Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 20.02.2023 - 681 Seiten

Wie ging man in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Erbe des Massakers in Oradour um? Das Dorf, das Soldaten der Waffen-SS 1944 zerstörten und in dem sie 643 Menschen töteten, wurde in Frankreich das Symbol für das Leiden unter der deutschen Besatzung. Andrea Erkenbrecher untersucht, wie sich Politik, Justiz und Zivilgesellschaft in West-, Ost- und wiedervereinigtem Deutschland zu dem Verbrechen verhielten. Sie fragt nach der strafrechtlichen Verfolgung der Täter, Entschädigungszahlungen, der Rolle des deutschen Oradour-Revisionismus sowie den Möglichkeiten und Grenzen auf der Suche nach Versöhnung. Im Blick bleiben dabei stets die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte, die innerfranzösische Situation und nicht zuletzt die Erwartungen der Überlebenden und Hinterbliebenen des Massakers.

 

Inhalt

I Einleitung
1
Massaker Symbolik Weiterleben
21
2 Oradour nach dem Massaker
30
III Die revisionistische Geschichtsschreibung
65
2 Von Oradour nach Nürnberg
87
3 Der Kampf um die Freilassung der in Frankreich Inhaftierten 19471959
95
4 Weidingers Geschichtsschreibung und das deutsche LammerdingVerfahren
120
5 Beginnende Defensive
131
5 Die Strafverfolgung im vereinigten Deutschland 19901995
389
V Entschädigungszahlungen
407
2 Westdeutsche Entschädigungen im Rahmen des deutschfranzösischen Globalabkommens
417
VI Versöhnungsgesten gegenüber Oradour
471
Erinnerungskulturelles Engagement und seine Grenzen
511
Oradour in der DDR
584
VII Zusammenfassung
603
Anhang
623

6 Radikalisierung
141
7 Bedeutung und Folgen des OradourRevisionismus
163
IV Die strafrechtliche Verfolgung des Massakers
169
2 Die strafrechtliche Verfolgung in der Bundesrepublik 19491990
210
3 Die Strafverfolgung in der DDR 19491990
326
4 Weitere Ermittlungsverfahren in der Bonner Republik und ihr Erkenntniswert
382
Abkürzungen
629
Bildnachweise
637
Quellen und Literatur
639
Personenregister
669
Urheberrecht

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Autoren-Profil (2023)

Andrea Erkenbrecher studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Sozialpsychologie. Als wissenschaftliche Beraterin begleitete sie unter anderem Dokumentarfilme zum Thema Oradour-sur-Glane. Sie arbeitete auch als sachverständige Historikerin für die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen sowie insbesondere im Rahmen des Ermittlungsverfahrens zu dem Massaker in Oradour für die Staatsanwaltschaft Dortmund.

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