Kinder- und Hausmärchen: gesammelt durch die Brüder Zingerle

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Frakturschrift und fehlende Seiten
Wäre ganz schön, wenn es vollständig wäre. Es fehlen leider zu viele Seiten. Die Fraktur ist auch schwer zu lesen...

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Seite 238 - Da zieh' diese Stiefel an und laß dieselben nur gehen, wohin sie wollen. Heut Abend noch wirst du zum gläsernen Berg kommen, dann zieh die Stiefel aus und sieh zu, was weiter geschieht !« Der Förster dankte aus Leibeskräften, schlüpfte in die Stiefel und flugs ging es zur Hausthür hinaus und dann über Stock und Stein, durch Wald und Feld so schnell, daß dem armen Förster beinahe der Athem ausging. Eine Stunde verging um die andere, ein Stiefel trat immer vor den andern, — aber der gläserne...
Seite 241 - ... weil du dich unterstanden hast hieherzukommen, mu l'.- 1 du heute alle bäume des gläsernen berges umhauen und vor das schlofs bringen, ist die arbeit am abend nicht vollendet, so sieh zu, wie es dir ergehen wird, an ein davonkommen darfst du nicht denken, denn ohne meinen willen kommt niemand über die gränzen dieses berges. da hast du ein Werkzeug für deine arbeit.
Seite 239 - ... das riesige Paar vor sich hingestellt, so hatte er es auch zum letzten Male gesehen. Mit blinzelnden Äugen ging nun der Förster am Fuße des Berges herum, um sich so viel möglich alles zu beschauen. Der Berg, der vor ihm stand, war wirklich von unten bis oben ganz vom hellsten Glase und die Bäume und Sträuche und Gräser, die darauf und daneben standen, waren alle von purem Glas. Und weil eben die Abendsonne darauf herschien, so war alles in der schönsten Beleuchtung. Die gläsernen Baumblätter...
Seite 243 - Nachdem aber dieß geschehen war, kam ihm der Rauch gar nicht mehr beschwerlich vor, sondern er schlief so frisch und gesund, wie nicht leicht in seinem Leben. Am folgenden Morgen trat wieder die Alte ins Zimmer, in der festen Meinung, der fremde Mann werde todt im Bette liegen. Wie ihr aber derselbe fröhlich entgegentrat...
Seite 240 - Geschrei, und wie er demselben näher kam, bemerkte er, daß sich zwei Knaben um einen Sattel stritten. Aha, dachte er sich sogleich, da hab' ich's schon, der Sattel ist offenbar auch so ein Reitpferd wie die zwei Stiefel. Mit großen Schritten ging er auf die Knaben zu, zog ein Goldstück aus der Tasche und warf es ihnen hin. Beide stürzten gierig auf das Goldstück los, der Förster aber setzte sich schnell auf den Sattel, und husch! war der Sattel mit dem Reiter auf der Höhe des gläsernen Berges.
Seite 233 - Sohn, der sich aufs Waidwerk ordentlich verstand. Der ging einmal hinaus auf die Jagd und schoß Hirsche und Rehe zusammen, als ob alles Wild nur da wäre um von ihm geschossen zu werden. Er wollte eben heimkehren, da ließ sich ein wunderschönes Reh sehen, und das wollte er noch schießen, bevor er nach Hause ginge. Das Reh lief immer weiter, und wenn er wieder anschlagen wollte, so war es hinter zehn Bäumen verschwunden. Er aber gab auch nicht nach und dachte: ,Nachlaufen tu' ich, so lange mich...
Seite 242 - Seiten genau anschaute. Als die Sonne mitten am Himmel stand, brachte ihm seine Frau das Essen, sprach ihm Mut zu und machte sich anstatt seiner über die Arbeit. Die Arbeit ging so schleunig vom Fleck, daß der Förster gerade einmal schauen und sich über die Geschicklichkeit seiner Gemahlin freuen mußte. Die Bäume purzelten um wie die Mücken, und in einer halben Stunde lagen sie alle vor dem Schlosse aufgehäuft.
Seite 171 - ... Lust war. Als er nun ausgelernt hatte, gab ihm das Männlein ein neues, gar läppisches Kleid und ein Schwert und sagte zu ihm: »Du bist nun erwachsen und sollst auch die Welt sehen. Gehe nun aus dem Walde und suche die Königsstadt. Hast du die gefunden, so diene an dem Hofe des Königs. Wenn dich aber jemand fragt, wer du seiest, so sage immer: >Werweiß?< und schweige sonst. Wenn dir aber etwas fehlt, so rufe mich. Ich werde dann gewiß kommen und dir helfen.
Seite 238 - Haustür hinaus und dann über Stock und Stein, durch Wald und Feld, so schnell, daß dem armen Förster beinahe der Atem ausging. Eine Stunde verging um die andere, ein Stiefel trat immer vor den andern, aber der gläserne Berg wollte sich noch immer nicht zeigen. Schon war die Sonne dem Heimgang nahe, da sah der Wanderer vor sich etwas glänzen und flimmern, und das Glänzen und Flimmern kam immer näher und näher, so daß sich der Förster bald überzeugt hatte, er nahe jetzt dem Ziele seiner...
Seite 243 - Mann werde tot im Bette liegen. Wie ihr aber derselbe fröhlich entgegentrat, begrüßte sie ihn mit freundlichster Miene und drückte ihm ihre Freude darüber aus, daß er alle drei Proben glücklich überstanden habe. Dann bat sie ihn, er möchte ihr seine Lebensgeschichte erzählen. Der Förster fing nun seine Erzählung an und kam endlich auch darauf zu sprechen, wie er seine Frau geholt habe und wer dieselbe sei. Wie die Alte vernahm, der Fremdling sei der Gemahl ihrer jüngsten Tochter, da...

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