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Schiller’s Briefe
über die ästhetische Erziehung

des Menschen.

Zunächst für die oberste Klasse höherer Lehranstalten

mit einer Einleitung und erklärenden Anmerkungen

herausgegeben

bon

Dr. Arthur Jung,
ordentlichem Lehrer am Königlichen Gymnasium zu Inowrazlaw.

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Leipzig,
Drud und Verlag von B. G. Teubner.

1875.

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Herrn

Professor Karl Lehrs,

dem

ανήρ ψυχαγωγών,

zugeeignet.

Vorwort.

In der vorliegenden Ausgabe ist von mir der Versud; gemacht worden, in das Verständniß Schiller's durch die Pforte der Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen einzuführen. Die Bekanntschaft mit jenem „unergründlichen Vierteljahrhundert von 1780—1805“, welches gerade mit Schiller's literarischer Wirksamkeit zusammenfällt, muß immer von neuem unserer Jugend erschlossen werden, wenn in ihr der Sinn für eine ideale Lebens - Auffassung und Gestaltung geweckt werden soll. Wie fich auch das höhere Unterrichtswesen in nächster Zukunft gestalten mag, man wird die Anforderungen ästhetischer Ausbildung eher erhöhen müssen, als herabfeßen können. Unter ästhetischer Bildung verstehe ich aber keineswegs bloß die Befähigung zum Urtheil in Sachen des Geschmacs, sondern vor Allem die Steigerung und Er: höhung des Bewußtseins bis zu jenem Punkt, wo die lebendige Empfindung des Schönen, Guten und Wahren zu einem Affect geworden ist, der die niederen Triebe nicht mehr aufkommen läßt. Es liegt in einem Wiffen, welches das Gemüth nicht kalt und leer läßt, an sich der höchste Werth des Lebens – wer diese Ueberzeugung den Jünglingen mit

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