womlt seine Mutter ihn krönte; den Eingebornen Sohn
des Vaters schaut sie , wie er sein Kreuz trägt; gegei«
ßelt und verspien sieht sie den Herrn der Majestät; durch«
bohrt mit Nägeln den Urheber des Lebens und der Gl««
rie, mit der Lanze sieht sie ihn durchstochen, überhäuft
mit Schmach; sie sieht, wie er seine geliebte Seele für
seine Freunde gibt; das sieht sie/ und durchdruugenl von
dem Sehwerte der Liebe ruft sie aus: stärket mich
durch den Geruch von Blumen, umgebet mit
Aepfelnmich, denn ich schmachtevor Liebe
(Hoh' L. 2. 5.). Das sind jene Granatäpfel, welche die
Brüut des Geliebten, eingeführt in seinen heiligen Gar:
ten, vom Baume des Lebens pflückt, stärkende Früchte,
den Geschmack des himmlischen Brotes enthaltend, und
vom Blute Christi geröthet. Doch nun sieht sie den Tod
erstorben, den Urheber des Todes überwunden. Eine
Schaar von Gefangenen, die lange im Kerker schwach«
teten, sieht sie hervortreten aus der Unterhölle zur
Erde, und aufschweben von der Erde zum Himmel;
auf daß im Nahmen Jesu alle Knie sich
beugen, sowohl im Himmel als auf der
Erde und in der Nnterhölle. (Philipp. 2. 10.)
Sie sieht die Erde, so einst, vom Fluche getroffen,
nichts denn Disteln und Dornen gebar, jetzt, durch
den Gegen der Gnade erneut, aufblühen; und ob all
tiefem gedenkt sie der Worte: Und «s erblühete
mein Fleisch, deß werde ich freywilllg ihm Lobge sänge singen (Ps. 27. 7.). So gern wünscht sie den Früchten des Leidens auch Blumen der Auferstehung zu vereinigen, auf daß sie durch den Wohlgeruch beyder den Bräutigam freundlich locke, sie oft heimzusuchen.