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«ufgehen läßt überGuteunt» Böse, Nege» sendet über Gerechte und Ungerechte? Wel« cher der Gottlosen wähnte je, daß es einen anderen Ur« deber der menschlichen Würde gebe, (die mit so hohem Glanze in der mit Vernunft begabten Seele glänzt) au« ßer jenem, der in der Schöpfungsgeschichte also sprichtlaßt den Menschen uns nach unserem Bilde und zu unserem Gleichnisse machen? (B. d. Schöpf, 1. 26). Wer kann glauben, daß ein anderer Wis« senschaft spende, außer demjenigen, der den Men« schen die Wissenschaft lehrt? (Ps. 93. 10.). Wer ist's der da glaubt, daß die erlangte Tugend, so« wohl als die noch zu hoffende aus einer anderen Hand uns zufließe denn aus derselben Hand des Gottes der Tu« genden? Ob seiner selbst also verdient Gott sogar von dem Heiden geliebt zu werden; denn kennt er auch Christum nicht, so kennt er doch sich selbst. Keine Entschuldigung hat da> her auch der Ungläubige, wenn er den Herrn seinen Gott nicht aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus al« len Kräften liebt. Denn in seinem Jnnern ruft die ihm angeborene und der Vernunft wohl bekannte Stimme der Gerechtigkeit ihm zu: daß er ganz denjenigen lieben soll, dem er, wie ihm nicht unbewußt ist, ganz sich selbst ver« dankt. Doch sehr schwer, wo nicht ganz unmöglich ist es, daß der Mensch kraft des freyen Willens allein, den er Von Gott erhielt, ganz zu dem Willen Gottes sich keh« «, und nicht vielmehr seinen eigenen Willen vollziehe, und alle empfangene Gaben als sein Ureigenthum betrach« te; denn geschrieben steht: Alle suchen was des Jh« »igen ist; (Philipp. 2. Li) und ferner: Stets ge« neigt sind die Sinneund Gedanken des Menschen zum Bisen (B. d. Schöpf. 8.21.).

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<^)<ßhalb erkennen die Gläubigen gar sehr, wie unum« gänglich nothwendig Jesus und zwar Jesus der Gekreu« zigte ihnen sey. Betrachten und bewundern sie in heiligem Zartgefühl die üj»e r alles erhabene Weisheit seiner Hiebe: beschämt erröthen sie dann, daß sie/ für so große, so liebreiche Erbarmung , das Wenige, was an ihnen ist, nicht mit Gegenliebe ihm darbringen. Deßhalb ist auch gewöhnlich die Liebe derjenigen größer, die da einse« hen, daß sie mehr geliebt worden sind. Wem aberweNiger gegeben ward,de» liebt auch minder. Weder der Jude noch der Heide wird durch so mächtige Triebfedern zur Liebe bewogen, wie die Kirche, welche > a»»sruft: Von Liebe bin ich verwundet; und: stärket mich durch den Geruch von Blumen, umgebet mich mit Granatläp feln,denn ich schmachte vor Liebe (Hohe L. 2. 5. und 3. iL).Jenen höheren Salomon schauet sie im Hauptschmucke , wo«

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womlt seine Mutter ihn krönte; den Eingebornen Sohn

des Vaters schaut sie , wie er sein Kreuz trägt; gegei«

ßelt und verspien sieht sie den Herrn der Majestät; durch«

bohrt mit Nägeln den Urheber des Lebens und der Gl««

rie, mit der Lanze sieht sie ihn durchstochen, überhäuft

mit Schmach; sie sieht, wie er seine geliebte Seele für

seine Freunde gibt; das sieht sie/ und durchdruugenl von

dem Sehwerte der Liebe ruft sie aus: stärket mich

durch den Geruch von Blumen, umgebet mit

Aepfelnmich, denn ich schmachtevor Liebe

(Hoh' L. 2. 5.). Das sind jene Granatäpfel, welche die

Brüut des Geliebten, eingeführt in seinen heiligen Gar:

ten, vom Baume des Lebens pflückt, stärkende Früchte,

den Geschmack des himmlischen Brotes enthaltend, und

vom Blute Christi geröthet. Doch nun sieht sie den Tod

erstorben, den Urheber des Todes überwunden. Eine

Schaar von Gefangenen, die lange im Kerker schwach«

teten, sieht sie hervortreten aus der Unterhölle zur

Erde, und aufschweben von der Erde zum Himmel;

auf daß im Nahmen Jesu alle Knie sich

beugen, sowohl im Himmel als auf der

Erde und in der Nnterhölle. (Philipp. 2. 10.)

Sie sieht die Erde, so einst, vom Fluche getroffen,

nichts denn Disteln und Dornen gebar, jetzt, durch

den Gegen der Gnade erneut, aufblühen; und ob all

tiefem gedenkt sie der Worte: Und «s erblühete mein Fleisch, deß werde ich freywilllg ihm Lobge sänge singen (Ps. 27. 7.). So gern wünscht sie den Früchten des Leidens auch Blumen der Auferstehung zu vereinigen, auf daß sie durch den Wohlgeruch beyder den Bräutigam freundlich locke, sie oft heimzusuchen.

Mit lieblicher Stimme ruft sie deßhalb: Wie schönbistdu, mein Geliebter, wie liebreich ist dein Antlitz' sieh, mit Blumen besH et ist unser Bettlein (Hoh. L. 1. 15.) Deutlich drückt sie, auf das Bettlein hinzeigend , ihr Verlangen aus , und dadurch daß sie blühend es nennt , zeigt sie deutlich an, von wannen sie die Erfüllung ihrer Sehnsucht erwarte, nähmlich nicht von ihren eigenen Verdiensten, sondern von den Blumen des Ackers , den der Herr ge« segnet hat. An Blumen erfreuet sich Christus, der in Nazareth (das eine Blume bedeutet), empfangen und ernährt werden wollte. Solcher Wohlgerüche freuet der himmlische Bräutigam sich, und oft und gern besucht er das Bettlein eines Herzens, das mit solchen Blumen und Früchten erfüllt ist. Denn wenn der Gedanke mit Liebe an der Gnade seines Leidens, an der Glorie sei« ner Auferstehung weilet , wahrlich oft besuchet er dann die Seele , und gern weilt er bey ihr. Die heiligen Geheimnisse des Leiden Cllnsti sind gleichsam Flüchte

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des vorigen Jahres, das heißt, aller Zeiten,'welche bis zu demselben unter der Herrschaft des Todes und der Sünde verflossen sind , und die nun endlich in der Füll« der Zeit erscheinen. Die Trophäen seiner Auferstehung hingegen sind Blüthen des künftigen Frühlinges, auf welchen ein neuer von der Sonne der Gnade glühender Sommer folgt , dessen nimmer welkende Früchte bey der allgemeinen Auferstehung werden eingesammelt werden.. Deßhalb sagt im hohen Liede der Bräutigam zur Braut: Siehe, schon ist der Winter vorüber, vorüber der Negen, und Blumen sind auf unserer Erde erschienen (Hoh. L. 2. u.) Durch diese Wor« te deutet er ihr an , daß die Winterkälte des Todes be« reits in den Frühling eines neuen Hebens sich umgewan« delt habe. Siehe, spricht er deßhalb ferner: alles macheichneu. (Offenb. 21. 5.). Denn sein Fleisch , das im Tode ausgesäet wurde , neu blühete es auf in der Auferstehung; und so lieblich und kräftig wirkt der Wohlgeruch , den seine Blüthe in unserm Jammerthalt verbreitet , daß darob die trockensten Seelen neu aufblühen, die kältesten Glühen , und sogar die tobten wieder aufleben.

Selbst der himmlische Vater gibt, diese liebliche, durch seinen Sohn bewirkte Erneuerung aller Dingeschauend, sein, Wohlgefallen an den heiligen Blumen

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