Herder.' . '. - - . . .
Auch eine Philosophie. Seite I8i-!5)Z.
„Ein Monarch, dessen Namen unsere Zeit mehr tragt, und zu tragen verdient, als daö „Zeitalter Ludwigs —
— de n uns
sein Iahrhundert mit aufbewahrt!
„Welche neue Schöpfung Europens hat er von seinem Flecke her in dreyßig kurzen Jahren „bewürkt! — In Kriegs - und Regierungskunst, in Behandlung der Religion und Einrichtung „der Gesetze, als Apollo der Musen, und als Privatmann unter der Krone — dem allgemeinen „Scheine nach, das Muster der Monarchien — welch ein Gutes gestiftet! Aufklarung, philosophischen Geist und Mäßigung vom Throne ringsum verbreitet! Orientalische, dumme Pracht, „Schwelgerey und Luxus, der vormals oft das einzige Goldgehäge der Höfe war, wie erschrecklich zertrümmert und verjaget! Fette Unwissenheit, blinden Eifer und Aberglauben überall wie „tief verwundet! Sparsamkeit und Ordnung, Regelmäßigkeit und Fleiß, schöne Künste und ei„nen sogenannten Geschmack frey zu denken — wie hoch erhoben! — Das Iahrhundert trägt sein „Bild, wie seine Uniform: Jahrhundert ohne Zweifel die größte Lobrede seines Namens. — In„deß wird auch eben die Münze, das Brustbild weggekehrt, und das bloße Resultat seiner Schö„pfung als Menschenfreund und Philosoph betrachtet, ohne Zweifel einmal etwas mehr und an„ders zeigen! Zeigen vielleicht, wie durch ein natürliches Gesetz der Unvollkommenheit menschlicher „Handlungen mit der Aufklarung — auch eben so viel lururirende Mattigkeit des Herzens — mit „Sparsamkeit ihr Zeiel e n und Gefolge Armuth, mit Philosophie blinder, kurzsichtiger Unglaube, „mit Freyheit zu handeln Despotismus der Seelen unter Blumenketten — mit den, großen Helsen, Eroberer und Kriegsgeist Erstorbenheit, Römerverfassung, wie da Armee n alles waren, „Verfall und Elend sich habe verbreiten müssen; zeigen, was Menschenliebe, Gerechtigkeit, Mäs
sigkeit,
«sigkeit, Religion, Wohl der Unterthanen alle bis auf einen gewissen Grad als Mittel zum „Erreichen, behandelt — was alles das auf seine Zeit auf Reiche ganz anderer Verfassung „und Ordnung — auf Welt und Nachwelt für Folgen haben müssen — die Waage wird schwe,,ben? steigen—sinkm —welche Schaale? was weiß ich?" —