die feenhafte Beleuchtung des Thurmes trugen dazu bei, diesen schönen Sommerabend zu verherrlichen. Recht freundlich war es von der jüngeren Schwester des Liederkranzes, der Caeilia, daß auch sie zur Verschönerung dieser Freiligrath-Feier beitrug. Denn, während die beleuchtete Burgmauer, die im Wäldchen und im Burgraume auflohenden farbigen Feuer und hoch aufsteigenden Racketen, von der Stadt aus gesehen, einen zauberischen Anblick gewährten, bot der MurmannsGarten, wo die Cäkilia bengalische Feuer leuchten und Racketen steigen ließ, auch Denen auf der Burg eine angenehme Augenweide. Es war ganz folgerichtig, daß der Liederkranz den Reihen zu Ehren Frciligraths eröffnete. Dem Gesange kommt es vor Allen zu, den Dichter zu feiern. —' Hoffentlich werden nun auch die anderen hiesigen Gesellschaften das Ihrige beitragen, damit sich Bamberg würdig jenen deutschen Städten anschließe, welche einen edlen deutschen Mann und großen Dichter zu ehren wissen. —
Möge diese Hoffnung in Erfüllung gehen. —'
Verehrliche Redaktion! Es gibt doch noch brave Mädchen! Da hat ein verliebter alter Geck einem schönen unbescholtenen Dienstmädchen einen werthvollen Ring aufdringen wollen, unter dem Vorgeben, daß sie ihn verloren haben müsse.
Das wackere Mädchen jedoch verweigerte die Annahme dieser verdächtigen
Gabe und bemerkte ganz trocken, sie habe weder etwas verloren, noch wolle sie etwas verlieren, — worauf des alten Sünders kupferige Nase bei seinem Abzüge noch länger wurde. —
Wir haben unseres Theiles nie daran gezweifelt, daß es, sogar recht viele, brave Mädchen hier gebe.
Geehrtester Herr Redakteur! Was sagen Sie zu einem Menschen, der sich für einen nordamerikanischen Bediensteten ausgibt und doch die dortigen Landessprachen nicht kennt? Dieser Mann wurde, nachdem er in einer Gesellschaft mit seiner bedeutenden Stellung in den vereinigten Staaten genugsam geprahlt hatte, vvn einem der anwesenden Herren plötzlich auf englisch angeredet. Große Verlegenheit! — Das Englisch sei ihm nicht geläusig ... er sei in den Südstaaten angestellt gewesen. — Als ihn aber nun zü seinem Schrecken der unerbittliche Quäler in spanischer Sprache anredete, da — konnte er wieder nicht antworten.— Sollte man denn solche Prahlhänse nicht aus jeder honetten Gesellschaft hinausweisen?
Wer wird denn gleich so hart verfahren. Wenn dergleichen Gäste tüchtig ausgelacht werden, bleiben sie schon von selbst weg.
Hrn. R. in N.— Wir werden den Anssatz später aufnehmen.
Hrn. L. hier. Steht zur Verfügung.
Frl. S. hier. Wir müsfen erst nähere Erkundigung einziehen.
Briefkaften-Mnfierung.
Daß doch Herr B—t X. vom oberen Stocke in den zur ebenen Erde ziehen möge, da dieser Umzug seine häusigen Rendez-vous erleichtere. (Es geht freilich nichts über Bequemlichkeit aber vielleicht steht dieses Quartier nicht leer. —)
Zwei Klagelieder von Ehemännern. Der erste klagt über zu große Freundlichkeit seiner Frau Liebsten gegen Andere, der zweite über zu große Sprödigkeit seiner sonst ganz braven Gattin gegen ihn selbst, — Beide klagen über das Kreuz, welches ihnen vom „unerbittlichen Schicksal" aufgelegt worden, (Trage jeder sein Kreuz mit Geduld, statt es an die große Glocke zu hängen.)
Es sei ein eingebildeter und arroganter Mann zur Ausstellung nach Paris ,ereist, und ebenso eingebildet nur noch etwas dümmer wierer zurückgekommen. Nun ja, Es flog ein Ganser wohl über den Rhein. . u. s. w.)
Fräulein — (die Anfangsbuchstaben lassen wir weg. D. R.) möge nicht zu so früher Morgenstunde am offenen Fenster stehen, denn da bekomme sie immer den Husten, der den um dieselbe Heit vorbeispazierenden Herrn Lieutenant anstecke. (Wenn's sonst nichts ist. —)
Wie Herr O— sich nicht scheute, dem Hrn, K— durch AbspSnstigmachung seiner Geliebten großes Leid zuzufügen, sich aber nach seiner Verheirathung sehr enttäufcht fand und sich selbst großes Leid aufband. (Geschah ihm Recht).
Neber die merkwürdige, aber der Nachbarschaft nicht sehr angenehme Hausordnung eines bereits ältlichen Ehepaares in der —straße , Früh: Zank und Gechrei. Mittags: Streit und Geschrei. Nachts: Schläge und ganz großes Gechrei. (Es geht nichts über eine geregelte Beschäftigung") —
Ein halbwüchsiges Liebespärchen erleidet beim Passiren einer Hecke auf dem Jakobsberge einen fatalen Fall in einen, bei der Hitze des Gespräches nicht beachteten, Wassergraben. (Eine Abkühlung !)
Allerlei zur Beherzigung und Unterhaltung.
Lord Byron war zur Zeit, als er noch als SchiffskapitSn diente, beauftragt, den König und die Königin der Sandwichsinseln wieder in ihre Heimath zu bongen, wo er nach deren Rückkehr der Krönungsfeierlichkeit des neuen Königs beiwohnte. Ein Theil dieser Ceremonie bestand darin, daß man über dem Haupte des Königs zwei Schwerter kreuzte, von denen das eine der Staatskanzler des sandwichischen Königsthums, Billy Pitt, das andere Kapitän Byron hielt. Ersterer ging nach dieser Weihe mit seinem Schwert auf das Volk los, schwang es und schrie auf englisch: »Daran' obe? tKs LinA,« was in einer freien Ubersetzung etwa lauten würde: „Verdammte Schlingel, wollt Ihr dem Könige Gehorsam leisten? — Ein artiges Seitenstück zu den Königskrönungen in den eivilisirten Ländern. Bei beiden kommt es, die Formen abgerechnet, so ziemlich auf Eins hinaus.
Die Rechnung über das städtische Getreide-Magazin in Nürnberg weist eine Einnahme von 88,238 fl., eine Ausgabe von 80,033 fl. nach. Naturalbestand an Korn 7222 Sch. Reines Vermögen 306,189 fl. — Da müssen keinerlei Würmer darüber gekommen sein. —
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Allen gewidmet, die es gut und ehrlich meinen mit Vaterland i: und Vaterstadt.. .'
Wahrheit, Klarheit. Recht und Freiheit!
Herausgegeben in Monatsheften
von
I. Dresch.
Dritter Jahrgang.
8. Heft.
Das Heft im Abonnement 6 kr. — Alle Postämter nehmen Beftellnnge« an z» 27 kr. pro Quartal.
1. Wenn der deutsche Michel zornig wird. — 2. Die Stadt Babenberg. — 3. Allerlei was Roth thut und. zu wünschen wäre. — 4. Wanderungen. — 5. Die Weiden und i,as Weiderecht unserer Gärtner und Hacker. — 6. Briefwechsel. — 7. Das Geheimmit-, telwesen. — 3. Die Eholera. — 9. Briefkasten-Musterung. — 10. Allerlei zur Beherzigung und Unterhaltung.
, Wenn der deutsche Michel zornig wird.
Ach er ist ein gutes Wesen Jedermann als Lamm bekannt, Ist ein Beispiel stels gewesen. Dem bedrängten Vaterland.
Kommt mit steuern, Geiih«leihen, Geht die ganze Wirlhschast d'rauf. Er reiht doch zum „Vivat" schreien Sein träges Maul mit Freuden ans!
Nehmt ihm alle seine Rechte, Die er sich im Schlaf errang, Macht ihn wiederum zum Knechte, Er ertragt den neuen Zwang
Aber ändert seine Weise, Tastet seine Sitte an, Nehmt ihm seine Lieblingsspeise, Da erwacht der deutsche Mann.
Nehmt dem Schwaben seine Schinken Und dem Sachsen den Kaffee, Wehrt dem Bayer erst das Trinken, Nehmt dem Preußen seinen Thee;
Nehmt dem Deutschen den Cylinder — Und er sitzet zu Gericht, Die Versassung könnt ihr nehmen. Aber den Cylinder nicht! I!
Ha! da regt sich der Philister, Und er bäumt sich wulhentbrannt Und sein Aug' unheimlich düster, Sagt: es gilt das Vaterland.
Und verpönt man noch das Rauchen, Läuft der Deutsche schnell nach Haus — — Um in's Blut das Schwert zu tauchen?? — Nein! er schläft den «erger aus.
(Wau-Wau),
Die alte Stadt und Burg Babenberg.
Änf der Sarg.
. (Schluß.)
Hier ist bis auf einige Domherrnhöfe und einen Theil der alten Residenz alles von unfern Vorfahren' Gebaute verschwunden. An Stelle des Flügels der jetzigen Residenz etwa bis zur zweiten Archivthüre mit der Jahrzahl 1702 standen zwei ziemlich große Herrenhöfe, wovon der rechte vordere einen auf der Burgmauer aufsitzenden Anterbau der linke aber einen ziemlich großen Hausgarten mit einem Sommerhäuschen an der Burgmauer hatte. Von dieser Archivthüre an begann eine Mauer bis zum jetzigen Hauptquerbau, hinter welcher ein geräumiger Hof war, der bereits zur damaligen fürstbischöflichen Residenz gehörte. Die Mauer hatte zwei große Einfuhrthore und den Hof schloß hinten jener bereits erwähnte große Thurm, wovon noch- beim jetzigen eisernen Thore zwischen Streben die Spuren zu sinden. Die Flucht und Richtung jenes alten Fürstensitzes war dieselbe wie die der jetzigen Residenz, nur bestand der Bau, statt wie jetzt, vom Hinteren Ecke bis zum vorderen der Schmiede gegenüber aus einem Theil, damals aus drei Theilett. Der größere Bau reichte vom hinteren Eck bis etwa dahin, wo jetzt de« Haupteingang ist und die Wache steht. Er wo« in «nterem Stockwerke aus Quadern in den zwei oberen aus Fachwerk und mit Ziegeln gedeckt. In dem Quaderunterbau war nur ein Thor, und keine Fensteröffnungen. Der erste Stock trug eine lange Reihe nicht großer Fenster und über diesem kreuzten sich die unverworfenen Balken gehörig verzapft, wie man es noch an der alten Hofhaltung sieht. Der obere Stock hatte viele niedere und gepaart stehende Fenster. Was aber in diese Fronte Leben und Bewegung brachte, das waren zwei viereckige aus der Mauer vorspringende sehr hohe Erker, in denen sich die Fensterreihe fortsetzte. Beide Erker ruhten auf mit architeetonischen Gliedern versehenen, nach unten verjüngt zugehenden Consolen. Neben diesem Hauptbau, etwas links an der jetzigen Hauptthüre war ein kleines Pförtchen, das zu einem eckigen und dunklen Hofe führte, dem sich, gegen die Schmiede zu, ein sehr hohes ebenfalls mit einem vorspringenden Erker versehenes Haus, oben von Fachwerk unten von Quadern, anreihte. Was nun noch an Raum bis zum verzahnten Eck der jetzigen Residenz übrig war, wurde von einer niederen Mauer eingenommen, die, unten aus Quadern, oben nichts weiter als einen Gang mit Fenstern trug. Am Ende dieses Ganges lies quer über die Straße weg oben in der Luft eine hölzerne Gangverbinduug zu der gegenüber stehenden alten Kapelle, wahrscheinlich zum Privatgöttesdienste der Bischöfe dienend, und zur alten Hofhaltung gehörig. Neben dem Groß'schen Wappen oben links an dem Thore zur Schmede sieht man ein neu eingesetzes Mauerstück; hier war des Ganges Ausgang. Die jetzt noch stehende Kapelle trägt ein ärmliches Dach, damals aber wuchs sie sich zu einem hohen viereckigen Thurms aus, oben auf den Ecken mit vorspringenden Thürmchen flankirt und in ein hohes spitziges Dach sich endend. Das m«g ursprünglich der älteste Wartthurm des alten
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