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Nichts kommt dem Gehorsam dieses Volks der Mißionen gleich, außer ihre Zufriedenheit unter selbigen. Weit entfernet! zn murreu, daß sie nur die Noch« wendigkeiten des Lebens hätten bey einer Arbeit, welche ihnen alle Bequemlichkeiten desselben verschaffen müßte, so halten sie sich für ein glückliches und begünstigtes Volk, daß siesolcher ermangeln, und sie glauben Hren Gehorsam, eine Pflicht, wodurch nicht nur ihre Ordnung und Ruhe in dieser Welt befördert wird, sondern als den sichersten Weg ihre Seligkeit in jener Welt zu erhalten. Dies wird ihnen .sorgfältig eingeflößt; und in derThat sind die Jesuiten außer ihrer AufmerksamkeitaufdieRegierung unermüdetbeschäff« ttget, ihnen die Lehren der Religion beyzubringen, sie zu einem ordentlichen Wandel und zur Verachtung die. ser Welt zu ermuntern. Und die Wahrheit zu sagen, so sind die Jndier unter ihrer Bothinäßigkeit ein unschuldiges Volk, welches ohne verdorbene Sitten gesittet ist.

Die Jesuiten, welche sie regieren, sollen aufs genaueste auf die Erhaltung ihres Rechts sehen, alle Fremde von ihnen zu entfernen. Sollte jemand^durch einen Zufall oder auf seiner Reise in das Land der Missionen kommen, so wird er gleich zur Geistlichkeit geführet, wo man ihn ein oder höchstens zwey Tage mit großer Gsstfreyheit bewirthet, allein mit nicht minde« rec Wachsamkeit beobachtet. Die Merkwürdigkeiten des Platzes werden ihm in Gesellschaft des Jesuiten ge« zeiget/ und er kann keinen alleinigen Umgang mit den Landeseinwvhnern haben. Nach einiger Feit verab« scheidet man ihn nach dem nächsten Distriet ohne seine Kosten zuführen, wose bst er auf dieselbigeArt bewir« thet wlrd, bis er aus oem Gebiete der Mißionen ist. Eine gleichförmige und eben so strenge Vorsicht braucht man, wenn die Gingebornen genöthiget sind, zu des Königes Dienste, außer Land zu gehen, oder wenn ein Shell ihrer Truppen vom Könige verlanget wird. Sie fliehen allen Umgang mit Fremden, welche sie mit einer Art von Abscheu ansehen, und so kehren sie unschuldig und ohne Versuchung alle so. gut wieder in ihr Land zurück, als sie selbiges verlassen hatten.

Einige haben das Betragen der Jesuiten und ihrer Mißionen mit den häßlichsten Farben abgeschildert z allein ihre Anmerkungen scheinen mir gae nicht aus den Erfahrungen zu fließen, woraus sie selbige herleiten. Um richtig zu beurtheilen, was die Jesuiten diesem Volke vor einen Dienst geleistet haben, so müssen wir <s nicht in Vergleich mit andern blühenden europaischen Nationen setzen, sondern mit ihren Nachbaren den Wlloen in Südamenea und mit dem Zustande der In« vier, welche unter dem spanischen Joche seufzen. Und - . wenn «enn wir es auf die Weise, wie billig, betrachten, so »st klar, daß die menschliche Gesellschaft ihnen unendlich perbunden seyn muß, daß sie zoo««« Familien in einer wohlgeordneten Gemeine gesammlet haben, anstatt einiger weniger herum irrender ununterwiesener Wilden. Und in Wahrheit es ist schwer zu begreifen, daß diese Regierungsform nichteine außerordentliche Vollkommenheit haben sollte, welche einen Grund des Än« Wachses in sich enthält, ,velche andre beweget sich unter selbige zubegeben und aus sich selbst neue Zweige ausschießet. Auch können wir auf keine Weise ein Ge« häude mißbilligen, welches so heilsame Wirkungen hervorbringet; und welches diesen schweren aber glücklichen Weg, dies große 0eti^e«ruin in der Staatskunst gefunden hat, eine vollkommne Unterweisung mit ei!.er gänzlichen Zufriedenheit und Vergnügung des Volks zu verbinden. Das ist eine Manne, von welcher zu wünschen wäre, daß wir sie mit mehrerer Aufmerksamkeit untersuchten, anstatt daß wir uns damit begnügen, den Fleiß eines Gegners zu schimpfen und zu lästern, welchen wir lieber loben und ihm nachahmen sollten; und an statt daß wir in unfern Geschäfften sollten andre Mittel brauchen, als Gewalt und Geld.

. DieS 'Dies gemeine Wesen ist in unfern Zagen'ein Ge, genstänb vieler Unterredungen geworden, vey Gelegen? heit der Abtretung eineS Theils dieses Landes an die Krone Poitugall. Es ist bekannt, daß die Einwohner der 7 Mißionen sich weigerten an diese Theilung zu ge« hen, oder zu leiden, daß Mansie von einer Hand in die andre, wie das Vieh überlieferte, ohne ihre WnwilM gung. Wir haben aus Pen Zeitungen erfchen, daß die Jndier wirklich die Waffen ergriffen habe«; ollein un^ geachtet ihrer guten Kriegszucht sind sie Klchkund mit großem Verluste pon den. europäischen Truppen geschlä^ gen worden. Es ist wahrscheinlich, daß diefer Widern stand die Unempfindlichkit der Spanier in Bewegung setzen undveruxsachen wird, daßsiedioRegierungdie« ses Landes aus den Hjnden derjenigen nehmen^ welche sie jetzt besitzen. Geschieht solches so ist nicht schwer vorauszusehen, daß dieselbige Entvölkerung,' derftlbige Mangel, dasselbtge Misvergnögen, welches die Indier von dem Reste der spanischen Provinzen^ unterscheidet, hier bald eben fo sichtbar werden Med.' Die Bezwingung dieses Landes kann !jh«en nicht' schwer fallen; denn die Jesuiten haben ein allzu gutes und wesentliches Jntettsse an dem alten Spanien sowohl als in der neuen Welt, als daß sie es wagen dürften mit dem Hofe es anzunehmen, wenn selbiger

T im im wahren Emst die Uebergabe dieses Landes begehren sollte; wenn es auch wahr ist, daß die Jesuiten in der That einen so großen Einfluß auf die Einwohner haben, als ihnen beygeleget wird.

Anfänglich war es keine so üble Staatskunst, den Jesuiten so große Gewalt zu verleihen; denn man wird im kurzen sehen, daß sie ihnen ein unbekanntes,' un4 bevölkertes und nnangebauetes Land eingeräumet ha^ bM, wovor. sie sicher sind, daß sie es wieder in Besitz nehmen Annen, wenn'sie wollen, und zwar bezwungen, bevölkert und angebauet. Was den Reichthum des Landes. anbetrifft, so ist es schwer etwas gewisses zu sagen; denn die Jesuiten leugnen es. Und' in Wahrhe.it, wenn sie nach einer vollkommnen Politik Handel,,^ so werden sie niemals die Oeffnung einiger Gold-und SilberKergwerke in diesem Lande verststie? habe«. . Hievon habeich keine Nachricht,'worauf ich qiich Mlqssen k«nn. S. ^c«unt of tke Luro> pean settieuiekts in ^liierics, welches Buch in s O^tavbänden ZU London 1758 zum andernmale ge« druekt worden«. . Th. 1. S. 274 u. s. w.

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