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DER

BLINDE

VOM
BERG.

Philofophifche Unterhaltungen.

Fünftes Gefpräch.
Von der erfchaffenen Natur,

*) Archytas hatte unferm Greis den Innhalt der heutigen Unterredung mitgetheilt. Leontius, fagte er, hat uns als fehr wenig gefährliche Gegner, als wenig gründliche Denker behandelt. Er wufste uns nichts anders entgegen zu fetzen, als von der einen Seite die Ideen derLandleüte, oder der Kinder, und die Konventions-Sprache; Auf der andern Seite — den Beweis, der von unfern Sinnen hergenommen ift — und alle die Einwendungen, das Gemurmel, und die kleinen Sprünge

*) Auch hier noch fpricht Polydamus'. und Zierereyen, die unfere Einbildungskraft macht, wenn man fie in 'die Regionen der Metaphyfick, jenfeits des Raums und der Zeit, in diefen Uferlofen Ocean, in diefe Horizont- und Grenz-lofen Ebnen hinüberbringt. Sklave euerer Sinne — hatte Archytas geantwortet, (wie ehedem der Priefter Cotta dem Senator Vallejus, in jener intereflanten Unterredung, die von dem blühendften römifchen Genie, von dem Redner, dem Conful, dem Philofophen Cicerp uns aufbehalten worden ift. *) Sklave eüerer Sinne! fchämt Ihr Eüch

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nicht — Ihr, die Ihr es Eüch zur Haupt-Angelegenheit macht, die Natur zu ftudieren und ihre Tiefen zu erforfchen — fchämt Ihr Eüch nicht die- "Wahrheit der Dinge auf fo zweydeütige Beweife gründen zu wollen? Die Sinne find Euch nur dazu gegeben, dafs Ihr das Ae,üC fere, den Schein, und nicht den Grund und die .Natur des Uni. verfums damit wahrnehmen und er, kennen moger.. Sie zeigen Eüch nur das, was die Dinge folchcn Organen, wie die Eürigen, nicht andern We. fen, die mit andern Organen verfehen find, zu feyn fcheinen; Sie zeigen Eüch, was die Dinge zu feynfcheinen, nicht, was fie find.

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