Suche Bilder Maps Play YouTube News Gmail Drive Mehr »
Meine Bibliothek | Hilfe | Erweiterte Buchsuche | Webprotokoll | Anmelden

Books

  

NW Maifeld - Mailand.

nach Ablauf einer Reihe von Jahre» sich in sei» nem Besitz durch eine Ars von Lehnsnehmung bestätigen lassen muß, worüber ihm der Maierbri e f ausgestellt wird.

Maiftld, s. Mär,selb.

Maikäfer (Laubkäfer. «elolontl,» 5.), eine zur Abtheilung der bgliederigen und Familie der platthörnigen Käfer gehörende Käfergattung, welche nur von Pflanzen lebt u. sich durch zehngliederige Fühler mit einer au« 3 Blättern bestehenden Keule und ein höckerlofe« Kopfschild auszeichnet. Der gemeine M. <M. vulgsri«) ist eines der schädlichsten Insekten, dessen als Engerling bekannte große Larve drei Jahre lang von den Wurzeln der Forst- und Feldgemächse sich nährt. Die Käfer selbst entblättern im Mai nickt selten besonders die Obstbäume und Eichen. Die M. erscheinen nur alle 4 Jahre in ungeheurer Menge, da die Larve so lange zu ihrer Entwickelung braucht. Viele werden durch die Maulwürfe, Spitzmäuse und Krähen vertilgt; auck sind sie für Höhner, Sperlinge und andere Vögel ein LiebltngSfutter. Durch Ausbraken der Käfer erhält man das Maikäfer öl, das besonders in Ungarn als Wagenschmiere dient. Diejenigen Exemplare, deren Halsschild schwarz, werden gewöhnlich als Mohren oder Könige, die, bei denen das Halsschild rothbraun, als Türken oder Kapuziner bezeichnet. Der Walker oder Müller M. ?»>!«) ist kastanienbraun und mit weißen Flecken besprengt und bildet eine eigene, aber nickt häufig vorkommende Art.

(franz.) im Mittelalter mit Bretern beschlagene Bahn zum Ball-, Kegel» und dergl, Spielen; jetzt Spiel, bei welchem auf einer von Bretern eingeschlossenen Bahn (Mailbahn), welche die Gestalt eines Hufeisen« bat, mit hölzernem, an beiden Enden mit Eisen beschlagenem, biegsamem Kolben, dessen oberer Theil die Form eines Löffels hat, buchsbaumne Kugeln gefaßt u. nack den Regeln des Spiels durch die Bahn geschoben werden.

Mailänder Gold, platter, nurauf der einen Seite vergoldeter Silberdraht, früher viel zu Stickereien gebraucht.

Mailand, ehemals ein selbstständigeö Herzogthum in Oberitalien und eines der schönsten, » fruchtbarsten und kultivirtesten Länder Europa'S, wurde im Westen von Piemont und Montferrat, im Süden von Genua, im Osten von Parma, Mantua und Venedig, im Norden von den vier italienischen Vogteien, der Schweiz und von Graubündten begrenzt. Ueber die Geschichte desselben s. M a t l a n d (Stadt). Bis zu den Friedenspräliminarien von Villafranca(12.Zuli 1859) bildete es ein Gouvernement des lombardisch - ve»etianischenKönigreichS, das auch denNamenLom» bardei (f. d.) führt. Durch den genannten Frieden ward eö bis zum Mincio an Sardinien abgetreten.

Mailand (Milans, Kls<li«Ik,nam), Hauptstadt des ehemaligenHerzogthums M,, bisher des lombardisch-venetianischen Königreichs, Hauptort des loinbardischcn Gebiets und der Provinz M. (35>V. t^M. 6«5,««0 Einw.), liegt in einer sehr fruchtbaren Ebene an dem Flüßchen Olona, ist aber durch die Kanäle Naviglio grande und Markesana mit dem Ticino und mit der Adda, I

durch einen seit 1819 vollendeten dritten Kanal

mit Pavta und in neuester Zeit durch eine Eisenbahn mit Venedig verbunden. M. ist trotz aller Unfälle der vergangenen Jahrhunderte u. der Gegenwart die größte Stadt Oberttaltens, dieStadr de« Luxus und des Genusses, bat innerhalb ihrer Bastionen und Mauern eine Ausdehnung von 6 Miglien, l l Thorr, 29 Brücken und 11853) I68,596Etnw. SS warbtsherdaselbstderSitzdeS Statthalters, des Appellation«» und mehrer anderen Gerichte, de« Generalkommando'«, der Sentralkongregation und eine« Erzbischof«. Die , Stadt ist alt und unregelmäßig gebaut, die öffent» lieben Plätze sind im Allgemeinen weder groß und schön, noch regelmäßig und meist ohne Denk» mäler. Die Hauptstraßen oder Corsi, die von den Thoren, nach denen sie führen, ihren Namen haben, sind sehr lang und breit und gewähren mit ihren neuen Häusern eine» heitern moderne» Anblick. Die bedeutendste ist der ikorso grande oder Eorso di Porta ortentale, wo die schöne Welt gegen Abend lustwandelt, namentlich a» Sonn» und Festtagen. In dieser Straße ist auch AU« zur Schau und zum Verkauf «««gestellt, »a« »ur immer Glanz und Luru« erfordern. Gegen diese Hauptstraßen stechen Mellich die vielen andern engen und krummen und durch ihre hohen Häuser verdunkelten Straßen sehr ab. Indessen sind alle trefflich gepflastert, an den Häusern mit Trottoiren belegt und gut erleuchtet. Unter den 13 Thoren sind einige mitsehr schönen neueren Bauten. Da« schönste ist am Ende der Piazza d'armi der Pracht» volle, von weißem Marmor erbaute, mit Herr» liehen Basreliefs geschmückte und mit einer eher« nen, von 6 Rossen gezogenen Victoria gekrönte Triumphbogen, den Napoleon als ein Denkmal der Stege der französischen Armee in Italien zu bauen begann, der aber dann 1814 von Oesterreich in eine Ehrenpforte der Verbündeten umgewandelt und Arco bell« Pace (Friedensboge») genannt wurde. Ein kleinerer Kriedensbogen steht am Südende der Stadt, an der Porta Ticinense, zur Zeit der Franzosen Thor von Marengo genannt, und erhebt sich auf Säulen, von allen Seiten frei und weit abstehend, in der Form der Vorhalle eines römischen Tempels. Außer diesen beiden prachtvollen Eingängen sind noch bemerkenswcrth die Porta romana, südöstlich, 1S48 erbaut, und die Porta oriemale, 1828 erbaut. Unter den Gebäude» der Innern Stadt ist das bemerken«, wertheste der Dom, von den Bewohnern das achte Wunder der Welt genannt. Er ist 454' lang und 270' breit, mit derKuppel 232 und mit der darauf sich erhebenden Pyramide 335' hoch und steht unter den Kirchen Europa's nur der Peterskirche in Rom und dem nock nickt vollendeten kölner Dom an Größe nach. Am Dache und an der Außenseite ist er mit 450« Statuen geziert und mit vielen durchbrochenen Thürmen versehen, die auf ihren Spitze» Heiligenbilder tragen. Reichgezierte Gallerien mit schön geschnigtenSchnörkeln »ndRo» senziehen sich von einem Thurme zum andern. Da« ganze Gebäude, selbst das Dach, da« sich in Stu» fen erhebt, ist aus weißem Marmor. Der Bau wurde unter Joh. Galeazzo Visconti 1386 nach den Zeichnungen BrunelleSchi's begonnen, im 16. Jahrhundert von Pellegrino Tibaldv weiter ge

[graphic][ocr errors]
[merged small][ocr errors][graphic][subsumed][subsumed]
[blocks in formation]

Eertosa von Pavia, mit prachtvoller Kirch?, Gemälden, Glasmalereien. M. ist Geburtsort des Maler« Leonardo da Btnci, de« Recht«» gelehrten Beccarta, de« Gelehrten Alciati, des Mathematiker« Cavalieri, de« Dichter« Manzoni und Anderer. Vgl. Pirott«, klonv«IIe «ieicriptiov ^« !«., Mailand 1819z Cart«, «viäs <te I» vi»« das. 1830.

Geschichte. M. soll um 58« v. Chr. von dem keltischen Fürsten BellovesuS in dem damaligen tr»v«p»6»n» erbaut worden seyn. Nach der Eroberuna dieser Landschaft durch die Römer wurde e« romische Provinzialstadt, doch schlug später der Kaiser Maximian«« bort den Regierungssitz auf, um den Grenzen des Reiches näher zu seyn. Bei den Einfälle» der deutschen Völkerschaften in Italien hatte eö immer viel zu leiden. Mehr über da« alte M. s. Mediolanum. Im Z. 5Z9 n. Chr. wurde es von Burgundern und Gothen unter Vttige« eingenommen, die alle männlichen Einwohner, angeblich 300,000 an der Zahl, niederhieben, alle Weiber al« Sklavinnen fortschleppten und nach Prokop« Erzählung diese nächst Rom größte Stadt Italien« bis auf den Grund geschleift haben sollen. Nach dem Abzug der Barbaren wurde die Stadt wieder aufgebaut und erhob sich namentlich nach dem Sturze der longobardischen Herrschast balk, zu solcher Macht, daß sie sich gegen den deutschen Kaiser Konrad II. 1037 ihre« ungehorsamen Erzbischof« Heribert annehmen und dem sie belagernden kaiserlichen Heere so nachdrückliche» Widerstand leisten konnte, daß es unverrichteter Sache abziehen mußten Als Haupt des lombardischen Städtebundes stand e« den deutschen Kaisern immer feindlich gegenüber und hat hauptsächlich Veranlassung zu den wiederholten italienischen Feldzügen Friedrich« I. Barbarossa gegeben. Derselbe belagerte die StadtvomtZ. Aug. bis Z. Sept. 1158 und zwang sie zu einer demüthigenden Unterwerfung. Kaum aber war der Kaiser abgezo» gen, als auch sofort der Haß gegen die deutsche Oberherrschaft von Neuem aufloderte. Die Mailänder jagten sogar den kaiserlichen Gesandten, der einen neuen Bürgermeister einsetzen wollte, schimpflich aus der Stadt. Da schwur der Kaiser, nicht eher die Krone wieber auf fein Haupt zu setzen, als bis er die meineidige Stadt der Erde gleich gemacht habe. M. wurde wiederum vom 29. Mai 1161 bis 4. Mckrz 1162 belagert und leistete verzweiflungsvolle Gegenwehr, bis HungerSnoth und Krankheiten die Stadt zur Uebergabe zwangen. Noch einmal erschienen die Abgeordneten der Stadt in bemüthigem Aufzuge und flehten des Kaiser« Gnade an, aber der schwer gereizte Kaiser gebot allen Bürgern, auszuziehen und an andernOrten sich anzubauen, und ließ die menschenleere Stadt plündern und bis aus die Kirchen zerstören. Aber gleich nach dem Abzüge des Kaiser« wurde sie wieder aufgebaut und blühte so rasch empor, daß sie schon 1176 wieder an der Spitze der Lombarden dem Kaiser bei Legnano entgegen treten konnte. In dem konstanzer Frieden erkannte M. al« freie Stadt den Kaiser al« obersten Lehnsherrn und Richter «», verweigerte ihm aber die Einkünfte au« den Domänen sür immer. Nachdem die äußere Ruhe

hergestellt, entbrannte im Innern der Kampf um die Herrschaft zwischen den zwei Geschlechter» der sghtbellinischen> Visconti und (guelnschen) bell« Torre, von welcken daS letztere zuletzt die Oberhand behielt. Pagano bell« Torre, Herr von Valsasina. hatte 1237 nach der unglücklichen Schlackt bei Corte Nuova da« zerstreute mailZndische Heer wieder gesammelt und eS nach M. zurückgeführt, weshalb er von der guelsischen Partei zum Podest« vo» M. ernannt ward. Ih» folgte nach seinem Tode 1257 in derselben Würde sein Neffe Martino, nachdem die Gegenpartei mit ihrem Haupte, dem Erzbischofe Leo» Porego, und dem größten Theile des Adels au« der Stadt vertrieben worden war. In Folge de« ambrosischen Frieden« kehrten die Verbannten 1258 zurück, um aber in Kurzem vou Neuem vertrieben zu werden. Martino verbündete sich mit Ferrara, Mantua und Padua, eroberte Lodi, de« Zufluchtsort der Flüchtigen, und vereitelte 1260 einen Handstreich derselben auf M. Al« aber 1263 sein Hauptgegner Otto Visconti dm nz« bischöflichen Stuhl von M. bestieg, entsvannen sich blutige PartetkZmpfe, deren Ende Martino nicht mehr erlebte. Ihm folgte sein Bruder Philipp al« Podest«, der da« Ansehen seine« Hause« befestigte und M.« Herrschaft über Com«, Bereelli und Bergamo, die sich freiwillig unterwarfen, ausdehnte. Sein Reffe und Nachfolger, Napoleon, unterstützte Karl von Anjou bei dessen Usurpation de« neapolitanischen Thrones, gewann BreSet«, verlor aber Vereellt wieder an die Ghibelline» und mußte auch Como, da« sich gegen die Oberherrschaft M « empört hatte, frei geben. Obgleich 1273 Napoleon von Rudolf von Habsburg zum kaiserlichen ReichSvtkar in M. ernannt ward, erneuerten sich doch die Zwtstigkeite» zwischen ihm uud dem Erzbischof und sührten zur Fehde, in welcher Napoleon 1277 bei Desto besiegt und gefangen ward. M. öffnete dem Erzbischof darauf die Thore, und nachdem der Erzbischof auch seinen letzten Gegner, Gasto» bell« Torre, geschlagen hatte, konnte er seinen Neffen Matteo Visconti zur Podestawürde erheben und denselben 1294 von Adolf von Nassau zum Reichs» vikar ernennen lassen. Aber nach seinem Tode (1295) bemächtigte sich die Gegenpartei Bergamo'S, Novara'S und Vercelli'S, und die Vermählung des Sohneö Matteo Visconti'« mit der rei» chen Erbin Beatrir von Este vermehrte die Zahl seiner Gegner. Nachdem er genöthtgt worden war, abzudanken (1302), ward Guido della Torre, Sohn des 1283 im Kerker gestorbenen Napoleon, zum Podest« und dessen Bruder, Gaston della Torre, zum Erzbischof erhoben. Zwischen beiden Brüdern entstanden bald Zwistigkeiten, und als der deutsche Kaiser Heinrich VII. 1310 in Italien erschien und in M. einzog, erKoben sich viele Kla» gen gegen den Podest«. Dieser gedachte sich da« durch in seiner Herrschaft zu befestigen, daß er einen Aufstand gegen den Kaiser erregte, ward aber verjagt und ^ 1312 in.Cremona, worauf die Obergewalt an das Haus Visconti kam. Matteo Visconti, der sich an Heturich VII. angeschlossen hatte, war 1311 mit demselben in M. eingezogen und wurde zum VikariuS in M. n« nannt. Nach dem frühen Tode de« Kaiser« er»

« ZurückWeiter »