Ikonen der Vernichtung: öffentlicher Gebrauch von Fotografien aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern nach 1945

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Akademie, 1998 - 266 Seiten
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Unmittelbar nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager im Fruhjahr 1945 entstanden Fotografien, die Berge von Leichen zeigen, Massengraber, halbverhungerte Uberlebende auf Pritschen oder hinter Stacheldraht. Seit ihrer ersten Veroffentlichugn sind diese Aufnahmen Bestandteil einer offentlichen Erinnerungskultur in der Bundesrepublik Deutschland geworden. Zu Schreckensbildern erstarrt, stehen sie als "Ikonen der Vernichtung" fur die Unmemnschlichkeit des NS-Regimes. Der Begriff der Ikone liefert einen Schlussel zum Verstandnis der Kontexte, in denen diese Fotos aufgenommen, publiziert und betrachtet worden sind. Analog zu den religiosen Kultbildern gelten die Aufnahmen als authentisch, sie sind von hoher Symbolisierungkraft. Der Umgang mit den Fotos mutet ritualisiert an. Man schaut sie an und meint zu wissen, wofur sie stehen. Um die Fotografien der Lager aus ihrer Erstarrung zu losen, die alles weitere Nachdenken uber das Abgebildete zu erubrigen scheint, richtet das Buch von Cornelia Brink erstmals einen genauen Blick auf die Bilder. Die KZ-Fotografien liefern nicht nur einen Schlussel zu der Zeit, aus der sie stammen, sondern auch zur (Verdrangungs-)Geschichte, die auf sie folgte. Die Studie verknupft daher fotohistorische und -theoretische Fragen mit der Problematik offentlich wirksamer Formen der Erinnerung an die Nationalsozialistische Vergangenheit. Sie zeigt, was verschiedene Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland - alliierte Besatzungsmachte, Juristen, Publizisten, Padagogen und Ausstellungsmacher - seit 1945 bis in die Gegenwart mit den "Ikonen der Vernichtung" angefangen haben."

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