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Vermögen, daneben aber wissen sie auch vermöge ihrer Erfahrung, wie schwer es ist zu erwerben, und wie leicht zu verthun. Sie sind ferner furchtsam und vor Allem bangend: sie empfinden nämlich auf entgegengesetzte Weise, wie junge Leute; denn sie sind abgekühlt, und jene feurig, und so hat das Alter der Furchtsamkeit gleichsam den Weg gebahnt, weil auch die Bangigkeit eine fröstelnde Empfindung ist. Auch lieben sie das Leben, vorzüglich in ihren letzten Tagen, weil Gegenstand des Begehrens... Seite 100 - Wert beilegen als dem Nützlichen, kümmern sie sich wenig um die Meinung anderer. Der Hoffnung sind sie unzugänglich wegen ihrer Erfahrung (denn das meiste, was geschieht, ist unerquicklich; wenigstens fällt es meistens schlechter aus , als man erwartete,) und außerdem wegen ihrer Furchtsamkeit. Sie leben mehr in der Erinnerung als in der Hoffnung ; denn, was sie noch zu leben haben, ist wenig, was sie verlebt haben, viel ; die Hoffnung aber geht auf das Zukünftige und die Erinnerung auf das... Seite 100 - Darum zeigen 257 •ich Leute von diesem Alter auch besonnen ; denn die Begierden haben ihre Kraft verloren und sind dem Gewinn untergeordnet. Auch leben sie mehr nach Berechnung als nach dem sittlichen Gefühle: denn die Berechnung sieht auf das Nützliche, das sittliche Gefühl auf das Tugendhafte. Die Vergehungen , deren sie sich schuldig machen , gehen darauf au«, anderen zu schaden, nicht, sie an ihrer Ehre zu kränken. Seite 100 - Begehrens immer das ist, was uns fehlt, und wir am stärksten nach dem verlangen, dessen Mangel sich uns eben fühlbar macht. Ferner sind sie über die Gebühr selbstsüchtig ; denn auch dieses ist eine Art von Engherzigkeit. Auch leben sie, weil sie selbstsüchtig sind, mehr, als sich gebührt, dem Nützlichen, aber nicht dem Löblichen ; denn das Nützliche ist etwas dem Einzelnen Gutes , das Löbliche aber etwas an und für sich Gutes. Weiter sind sie eher ohne Scham, als verschämt; denn weil... Seite 98 - Die Vergehungen, welche sie sich zu Schulden kommen lassen, gehen auf Kränkung, aber nicht auf Beschädigung. Auch sind sie mitleidig, weil sie alle Leute für rechtschaffen ansehen und für besser, als sie wirklich sind; denn sie beurtheilen... Seite 99 - Lebensbedarf. Weiter sind sie karg; denn zum Lebensbedarf gehört eben auch Vermögen, daneben aber wissen sie auch vermöge ihrer Erfahrung, wie schwer es ist zu erwerben, und wie leicht zu verthun. Sie sind ferner furchtsam und vor Allem bangend: sie empfinden nämlich auf entgegengesetzte Weise, wie junge Leute; denn sie sind abgekühlt, und jene feurig, und so hat das Alter der Furchtsamkeit gleichsam den Weg gebahnt, weil auch die Bangigkeit eine fröstelnde Empfindung ist. Seite 150 - Zeitmaßes entbehren . . . denn das Unbestimmte und Regellose ist unerquicklich und unfaßlich. Was nun alles bestimmt und regelt, ist die Zahl, und die Zahlbestimmung für die äußere Form der Rede ist eben das Zeitmaß, von dem auch die Versfüße Abschnitte sind. Seite 98 - Lebensalter bedünkt es uns, als ob wir uns an Vergangenes gar nicht erinnerten und alles von der Zukunft erwarteten. Auch sind sie leicht zu hintergehen aus dem angegebenen Grunde, weil sie leicht hoffen, und tapferer als ältere wegen ihres aufbrausenden Wesens und ihres heitern Blickes in die Zukunft, indem das erstere sie furchtlos macht, das zweite aber sie mit Selbstvertrauen erfüllt; denn niemand furchtet sich, wenn er zornig ist, und die Hoffnung, daß die Zukunft uns Gutes bringen werde,... Seite 46 - Zuerst also wollen wir bestimmen, was die, welche sich unterfangen Unrecht zu thun, damit erstreben, und was sie dadurch von sich abwenden wollen; denn... Seite 43 - Gesinnung ; denn wir würden auch einen, der noch keine gethan, loben, wenn wir zu ihm das Vertrauen hätten, daß er dazu im Stande sei. Bibliografische Informationen |